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Psycho-Duell vor der Fight-Night in Heilbronn

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Slawa Spomer ist bereit für seine bisher größte Herausforderung als Profi bei der Fight-Night am Samstag in Heilbronn. Beim Wiegen hat er seinen Standpunkt gegenüber dem Gegner schon einmal klar gemacht.

Die Lokalmatadoren posieren standesgemäß vor Marilyn Monroe und einem Ferrari (v.l.): Kastriot Sopa, Slawa Spomer und Hakan Tosun.
Die Lokalmatadoren posieren standesgemäß vor Marilyn Monroe und einem Ferrari (v.l.): Kastriot Sopa, Slawa Spomer und Hakan Tosun.  Foto: Berger, Mario

Beim Wiegen am Vortag des Kampfes treffen die Kontrahenten erstmals aufeinander. Damit beginnt das Psychospiel, das schließlich im Ring zu Ende gebracht wird. Bei aller zur Schau gestellten Lockerheit - alle Boxer nehmen dieses scheinbare Vorgeplänkel sehr ernst. Das war auch am Freitag im Autohaus Lamminger der Fall, dem auserkorenen Schauplatz für den Aufgalopp zur Heilbronner Fight-Night am Samstag (ab 18 Uhr) in der Römerhalle.

 


"Er weiß jetzt, dass ich diesen Titel nicht einfach hergeben werde. Gegen einen wie mich hat er noch nie geboxt. Um zu gewinnen, wird er mich im Ring töten müssen", ließ Slawa Spomer keinen Zweifel daran, seinen Standpunkt im nonverbalen Vorabduell gegenüber Jose Gregorio Suero klar gemacht zu haben. Der 29-jährige Wahl-Künzelsauer und der ein Jahr jüngere Spanier werden im Hauptkampf des Abends um den vakanten Intercontinental-Titel nach Version der International Boxing Organization (IBO) kämpfen. "Das ist meine große Chance, meine bisher größte Herausforderung. Ich bin mehr als fit, ich bin mehr als bereit", sagte Spomer.

Am Kampftag wird Spomer lange ausschlafen und mit der Familie frühstücken

Auf der Waage hatten beide keine Probleme. Mit 69,6 Kilo (Suero) und 69,5 Kilo (Spomer) blieben beide klar im Limit des Super-Weltergewichts von 69,853 Kilo. "Ich war disziplinierter als je zuvor. Sonst bin ich am Tag des Wiegens rumgelaufen wie der Tod", sagte Spomer, der es sich nach dem Wiegen am Buffet schmecken ließ. "Das ist mein erstes Essen heute, aber ich haue jetzt nicht wie verrückt rein, sonst ist mein Magen morgen noch damit beschäftigt", versicherte der deutsche Meister.

Am Kampftag werde er lange ausschlafen, dann ausgiebig mit der Familie frühstücken und ab mittags in seinem Zimmer verschwinden. Um 19 Uhr muss er in der Halle sein, um circa 22 Uhr in den Ring steigen. "Das Warten macht mich nicht wahnsinnig. Das ist für mich Eu-Stress", also positive Anspannung, Vorfreude.

Mit seinem Gegner hat sich Sopa nicht weiter beschäftigt

Fast gleichalt, fast gleich schwer, fast gleich viel tätowiert: Die Voraussetzungen für ein spannendes Duell um den IBO- Intercontinental-Titel zwischen Slawa Spomer (re.) und Jose Gregorio Suero stimmen.
Fotos: Mario Berger
Fast gleichalt, fast gleich schwer, fast gleich viel tätowiert: Die Voraussetzungen für ein spannendes Duell um den IBO- Intercontinental-Titel zwischen Slawa Spomer (re.) und Jose Gregorio Suero stimmen. Fotos: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Genau die empfindet auch Kastriot Sopa vor seinem vierten Profikampf. "Ich will einfach eine gute Leistung von der ersten bis zur sechsten Runde abliefern", sagte der gebürtige Stuttgarter. Mit seinem Gegner Bazargur Jugder hat er sich nicht weiter beschäftigt. "Wie bei den Amateuren muss ich auf alles gefasst sein. Auf ein langes, taktisches Schachspiel, oder einen schnellen Schlagabtausch wie im Tischtennis." Dass Kampftag und sein 29. Geburtstag zusammenfallen, ist für den langjährigen Boxer des SV Heilbronn am Leinbach unerheblich: "Ich habe schon häufiger an meinem Geburtstag geboxt. Nach dem Kampf wird über die Feier entschieden", sagt Sopa. Vorher gibt es keine Geschenke, geschweige denn Geburtstagstorte.

Der Dritte im Bunde der Lokalmatadoren hat den längsten Weg hinter sich. 18 Monate musste Hakan Tosun auf sein Profidebüt warten. "Das war eine harte Zeit. Wegen der Pandemie, aber auch wegen meiner gesundheitlichen Probleme", berichtet der gebürtige Heilbronner. Rätselhafte Magen-Darm-Beschwerden bereiten ihm nach wie vor Schmerzen. "Die Ärzte rätseln, was genau mir fehlt. Mit naturheilkundlichen Methoden habe ich es aber im Griff."

Ein Großteil seines Urlaubs ging für die Vorbereitung drauf

Der 27-Jährige ist froh, dass er gleich den ersten Kampf des Abends bestreiten darf, nicht noch länger warten muss. Ein Großteil seines Urlaubs ging für die Vorbereitung in Weinheim und in der Schweiz drauf. "Das war schon immer so", lacht der gelernte Karosseriebauer, der bei Audi in Neckarsulm arbeitet. Seinen Job wird er für den Traum vom Profiboxen nicht aufgeben. "Ich will jetzt einfach endlich mein Debüt feiern und dann weitersehen."

Fight-Night

Insgesamt sieben Profiboxkämpfe stehen auf der Fight-Card für Samstagabend in der Römerhalle. Mit dabei ist unter anderem der deutsche Halbschwergewichtsmeister Benjamin Gavazi aus Landau, der gegen den Ukrainer Viktor Polyakov keine Probleme haben sollte. Für die Freunde der großen Jungs kämpft der deutsche Schwergewichtsmeister Albon Pervizaj aus Hamburg gegen den 39-jährigen Tschechen Pavel Sour. Tickets unter www.diginights.com sowie an der Abendkasse. Es gilt die 2G-Regelung. son

 
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