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Neuer HEC-Geschäftsführer: Schluss mit dem Vagabunden-Leben

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Michael Rumrich wird erster haupatamtlicher Geschäftsführer des Heilbronner EC. Der Ex-Profi will den Job bis zur Rente machen. Vor allem die Verbesserung der Jugendarbeit hat sich der 53-Jährige zum Ziel gesetzt.

Von Martin Peter und Stephan Sonntag
Gruppenbild mit Dame: Die HEC-Verantwortlichen (v. l.) mit Nelly Schick, Sven Breiter, Kai Sellers und Michael Rumrich im Gespräch mit unseren Redakteuren Stephan Sonntag und Martin Peter.
Foto: Mario Berger
Gruppenbild mit Dame: Die HEC-Verantwortlichen (v. l.) mit Nelly Schick, Sven Breiter, Kai Sellers und Michael Rumrich im Gespräch mit unseren Redakteuren Stephan Sonntag und Martin Peter. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Irgendwann ist es genug. Michael Rumrich hat sich die Tage mal die Mühe gemacht und nachgezählt. Auf 14 Umzüge ist der einstige Eishockey-Profi gekommen, genug, um als Vagabund durchzugehen, findet er. Die Rückkehr nach Heilbronn hat Rumrich bereits mitgezählt, sein letzter großer Umzug, wenn es nach ihm geht. "Es ist definitiv meine letzte Station", erklärt Rumrich, für den sich nun ein Kreis schließt: 17 Jahre nach seinem Karriereende kehrt er zum Heilbronner EC zurück, ab August ist er Geschäftsführer des Vereins, der sich zur neuen Saison einmal mehr neu aufstellt.

Der Verein war zum Handeln gezwungen

In seiner Funktion ist der ehemalige Nationalspieler der erste seiner Art. "Zum ersten Mal seit Bestehen haben wir einen hauptamtlichen Geschäftsführer", sagt der Vorsitzende Kai Sellers. Mit Größenwahn hat die Entscheidung indes weniger zu tun, versichern die Verantwortlichen. Es sei eben nicht anders gegangen. Der HEC sei ein Wirtschaftsbetrieb, der auch kaufmännisch geführt werden müsse. "Früher hat die GmbH vieles abgefangen, aber die ist inzwischen eigenständig", sagt Nelly Schick, die sich neben ihrem Job auf der Geschäftsstelle der Falken auch noch um das Personalwesen und die Finanzbuchhaltung des HEC gekümmert hat. In einem Jahr geht sie in Rente - auch deshalb war der Verein gezwungen zu handeln.

In erster Linie aber geht es um den Publikumslauf, dem wichtigsten Wirtschaftszweig des HEC. Hier werden jene Einnahmen generiert, ohne die die Nachwuchsarbeit mit 160 Kindern nicht überlebensfähig wäre. Leerläufe gilt es zu vermeiden, aber da stößt das Ehrenamt irgendwann an seine Grenzen. "Es ist ein Geschäftsführer notwendig, der ständig präsent ist", sagt Schick. Genau den Part wird Michael Rumrich übernehmen, der nach dem Karriereende als Ehrenamtler bei den Eisbären angefangen hatte.

Langjähriges Vertrauensverhältnis zwischen Sellers und Rumrich

Über Stationen in Essen, Bayreuth und zuletzt Schönheide kehrt der Ex-Profi, der am Montag 54 Jahre alt wird, zurück nach Heilbronn, wo er von 2010 bis 2014 mit seiner Frau im Wollhaus einen Kiosk betrieb. Er kennt sich aus in der Stadt, genauso wie im Eishockey, auch der Kontakt zu Kai Sellers sei nie abgerissen. Insofern musste der ehemalige Nationalspieler, der zwei Mal bei Olympia und fünf Mal bei Weltmeisterschaften im Einsatz war, nicht lange überlegen. Die ganze Konstellation habe gepasst. "Wir haben ein Vertrauensverhältnis: Ich weiß, wie Kai tickt. Und er weiß, wie ich ticke."

Da hält es die Freundschaft auch aus, dass der HEC seinen neuen Geschäftsführer erst mal in einen Container steckt. Stecken muss. Weil im Rund der Kolbenschmidt-Arena keine Räume frei sind, soll vor dem Eisstadion bald eine doppelstöckige Containeranlage installiert werden. "Sofern es keine baulichen Änderungen gibt, ist es die einzige Lösung", sagt Sven Breiter, dritter HEC-Vorsitzender. Einen Stadionneubau, wie er in Heilbronn im Gespräch ist, den würde auch der Heilbronner EC begrüßen. "Um professionell zu werden, musst du zwei Eisflächen haben", sagt Breiter.

Falken-Geschäftsführer Eren begrüßt den Schritt des HEC

Doch das ist Zukunftsmusik, Michael Rumrich konzentriert sich auf das Jetzt. Und er sagt: "Unser Nachwuchs muss sich auf jeden Fall verbessern." Das sei ein Prozess, natürlich. "Aber irgendwann muss man ja anfangen." Dieser Anfang, er soll genau jetzt sein. Neben Michael Rumrich gehören dazu neue Trainer: Mit Martin Siskovic hat der HEC vor ein paar Wochen bereits einen Nachfolger für seinen hauptamtlichen Nachwuchstrainer Thomas von Euw eingestellt. Auch die Eisbären haben in Pavol Jankovic seit zwei Tagen einen neuen Trainer, der Heiko Vogler beerbt. Beide - Vogler und von Euw - waren nur eine Saison da.

Mit Rumrich, Siskovic und Jankovis soll mehr Konstanz in die Nachwuchsarbeit kommen. Mit dem großen Ziel, dass Eishockey in Heilbronn weiter zu vereinen. "Wir als Falken GmbH haben natürlich ein großes Interesse an einer guten Nachwuchsarbeit", sagt Geschäftsführer Atilla Eren, der die Entwicklung beim Hauptverein positiv sieht. "Ich begrüße den Schritt des HEC und halte einen hauptamtlichen Geschäftsführer auch für notwendig, damit der Verein sich weiterentwickeln kann."

 

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