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Auf diese beiden Tennistalente muss man beim Heilbronner Neckar-Cup achten

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Beim Neckarcup in Heilbronn sind die 20-jährigen Ausnahmekönner Luca Van Assche und Adolfo Daniel Vallejo dabei. Deren Weg ganz nach oben vorgezeichnet zu sein scheint.

War vor einer Woche noch Teenager und hat schon mehr als 1,3 Millionen Euro Preisgeld eingespielt: der in Belgien geborene Franzose Luca Van Assche.
Foto: Archiv/dpa
War vor einer Woche noch Teenager und hat schon mehr als 1,3 Millionen Euro Preisgeld eingespielt: der in Belgien geborene Franzose Luca Van Assche. Foto: Archiv/dpa  Foto: Frank Molter

Die Geschichten sind legendär: Roger Federer und Rafael Rafael waren in Region, schlugen einst bei den Heilbronn Open auf. Federer war bei seinem Auftritt beim Challenger in Talheim 17 (spielte sich im Januar 1999 als Qualifikant aber bis ins Halbfinale), Nadal 16 (5:7, 3:6-Niederlage in der ersten Runde der Quali gegen Hendrik Dreekmann). Natürlich, nicht einmal alle Experten kannten die Teenager damals. Das ist bei Luca Van Assche und Adolfo Daniel Vallejo vor dem 10. Heilbronner Neckar-Cup anders: Der Franzose und der Paraguayer, beide erst seit wenigen Tagen dem Teenageralter entwachsen, sind schon mehr als ein Geheimtipp, mehr als ein Versprechen auf die Zukunft. Auf die beiden Davis-Cup-Spieler sollten die Zuschauer beim von 2. bis 9. Juni laufenden Turnier am Trappensee besonders achten.

Der in Belgien geborene Luca Van Assche ist seit Anfang April 2023 ununterbrochen Top-100-Spieler, stand im Oktober schon auf Platz 63 - und hat auf der Tour ganz nebenbei schon mehr als 1,3 Millionen US-Dollar Preisgeld eingesammelt. Als Junior gewann er 2021 die French Open und mittlerweile drei Challenger-Turniere. Im November/Dezember war Van Assche bei den Next-Generation-ATP-Finals in Saudi-Arabien dabei, kam bis ins Halbfinale.

Neckar-Cup in Heilbronn: Die "Nächste Generation" rückt in den Vordergrund

Ja, der Fußballfan von Paris Saint-Germain mit dem Vorbild Roger Federer ist ein Gesicht der von der Spielerorganisation ATP als "Nächste Generation" vermarkteten U 21-Spieler - in der Weltrangliste stehen lediglich drei Teenager vor ihm: Der US-Amerikaner Alex Michelsen (19 Jahre/ATP-Platz 69), der Tscheche Jakub Mensik (18/65) und Landsmann Arthur Fils (19/34). Kurz und gut: Luca Van Assche kann was, er fühlt sich auf der Tour längst zu Hause. "Es ist eine andere Welt, aber ich genieße mein Leben", sagte er der ATP vor seiner Wimbledon-Premiere 2023. "Es ist nur der Beginn."

Das gilt nicht in geringerem Maße auch für Adolfo Daniel Vallejo. "Die werden beide ihren Weg gehen", sagt Metehan Cebeci, Turnierdirektor des Heilbronner Neckar-Cups, voller Vorfreude. "Sie haben beide ein gutes Team um sich, auch im Verband. Ich hoffe, dass beide Jungs auf dem Teppich bleiben."

Gewann wie einst Courier, Federer und Thiem den Orange Bowl und hat im Davis-Cup schon eine 19:8-Bilanz: Adolfo Daniel Vallejo aus Paraguay.
Foto: imago-images/Photosport
Gewann wie einst Courier, Federer und Thiem den Orange Bowl und hat im Davis-Cup schon eine 19:8-Bilanz: Adolfo Daniel Vallejo aus Paraguay. Foto: imago-images/Photosport  Foto: IMAGO/ALEX DIAZ/SANTIAGO 2023 via PHOT

Beim jungen Mann aus Südamerika ist der Weg ein etwas anderer: Adolfo Daniel Vallejo war Nummer eins der Junioren-Weltrangliste und triumphierte im Gegensatz zu Van Assche beim Orange-Bowl - der inoffiziellen Junioren-WM. Da stehen unter anderem die späteren Grand-Salm-Turnier-Sieger Jim Courier (1987), Roger Federer (1998) und Dominic Thiem (2011) in der imposanten Siegerliste.

Neckar-Cup in Heilbronn: Folgen für ein deutsches Nachwuchstalent

Gut, Paraguay mag nicht die größte Tennisnation sein, doch der Arbeiter aus Asuncion debütierte mit 15 Jahren im Davis-Cup, hat es schon zu einer beeindruckenden 19:8-Bilanz gebracht. "Seit ich 14, 15 bin, weiß ich, dass ich es als Tennisprofi schaffen kann", hat der jüngste von drei Jungs im Hause Vallejo bei den ATP-Finals 2022 in Turin der ATP gesagt, als er als Hittingpartner dabei war. Auch er gewann bereits ein Challenger (Ende März in Sao Leopoldo, Brasilien), steht laut ATP beim eingespielten Preisgeld bei 54 310 US-Dollar. Sein derzeitiges Ranking: Platz 299. Warum er trotzdem als letzter Spieler sicher im Hauptfeld von Heilbronn steht: In der Offiziellen Meldeliste steht hinter seinem Namen nicht der ATP-Platz, sondern "NG 14". Top-Spieler der Nächsten Generation (NG) werden neuerdings von der ATP gefördert, dürfen auf dem Weg nach oben eine Abkürzung nehmen.

Das geht in Heilbronn auf Kosten von Henri Squire. Der 23-Jährige ist der zweitjüngste Deutsche in den Top 300 (hinter dem einen Monat später geborenen Rudi Molleker) rutschte zurück ins Quali-Feld, obwohl er im Ranking 90 Plätze vor Vallejo steht. Eine legendäre Tennis-Geschichte mehr für die Region.

Tickets für den Neckar-Cup in Heilbronn

Karten für den 10. Heilbronner Neckar-Cup (2. bis 9. Juni) gibt es unter www. diginights.de und www.neckarcup.de

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