ATP-Geschenk für Heilbronner Neckar-Cup – aber 40.000 Euro weniger Einnahmen
Zum zehnten Geburtstag des Heilbronner Neckar-Cups gibt es von der ATP ein Geschenk: Elektronische Linien-Überwachung. Doch es gibt auch schlechte Nachrichten.

Die Stimmung war feierlich – dem Anlass angemessen: Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel sagte bei der Pressekonferenz des 10. Heilbronner Neckar-Cups in den Räumen der Assenheimer + Mulfinger GmbH: "Der Neckar-Cup ist ein Höhepunkt in der Heilbronner Sportlandschaft und das nun seit zehn Jahren." Doch die Gesichter der Direktoren des Tennisturniers, Mine und Metehan Cebeci, sowie des für Sponsoring und Public Relations zuständigen Tom Bucher waren ernst.
Das hat freilich mit den laufenden letzten Vorbereitungen auf das Challenger zu tun, das in einer Woche am Trappensee beginnt. Aber auch mit den langwierigen Verhandlungen. "Wir mussten leider das Budget anpassen", erklärte Tom Bucher.
Renommierter Neckar-Cup muss mit 40.000 Euro weniger Einnahmen auskommen
Anders als geplant und anders als im Vorjahr – damals trug man erstmals ein Turnier in der Kategorie 125 aus, wobei es um 145.000 Euro Preisgeld ging –, bat man die Spielerorganisation ATP, auf die Kategorie 100 zurückgehen zu dürfen – nach Jahren des steten Anstiegs.
"Wir müssen einige Klimmzüge machen", sagte Tom Bucher und verwies auf 10 bis 20 Prozent gestiegene Kosten und gleichzeitig "30.000 bis 40.000 Euro" weniger Einnahmen im Sponsoring.
Trotz Sparmaßnahmen: Neckar-Cup bleibt für Profis weiterhin attraktiv
Kurzum: An vielen kleinen Stellen wird gespart – so gibt es diesmal keine Tribüne mehr am Court eins, aber die liebgewonnenen Rahmenbedingungen wie zum Beispiel die Partys an den beiden Samstagen und der Comedy-Abend am Freitag (7. Juni) bleiben unverändert.
So geht es also in Absprache mit der ATP ans Preisgeld. Doch der Neckar-Cup bleibt für die Profis trotzdem attraktiv. Wegen der Wohlfühlatmosphäre, die weiterhin von mehr als 100 Sponsorenpartnern möglich gemacht wird. "Wir haben 20 verloren, 13 neue gewonnen", zählte Bucher auf.
Technisches Wundermittel: Weltweit erster Sandplatz mit Linien-Überwachung
Und von der ATP gibt es auch ein Geschenk zum Zehnjährigen – etwas Praktisches, Elektronisches: "Wir sind das erste Sandplatz-Challenger weltweit, bei dem es Elektronische Linien-Überwachung gibt", verkündete Metehan Cebeci. Das ELC genannte Laser- und Kamera-System der Firma Foxtenn wird auf allen drei Plätzen eingesetzt. "Wenn wir ELC mieten würden, müssten wir dafür 45 000 Euro zahlen", sagte Mine Cebeci, die aber wiederum die Kosten für 30 bis 40 Linienrichter einsparen kann. "Zehn werden als Backup da sein."
Was ELC, das ab 2025 bei allen ATP-Turnieren Pflicht ist, bringt? Gerechtigkeit. "Du hast keine Diskussionen mehr mit Linienrichtern oder dem Schiedsrichter", sagte der Kasache Andrej Golubev vergangenes Jahr während des Neckar-Cups. "Gegen die Maschine hast du keine Argumente."
Kommen die Tennis-Legenden Murray und Wawrinka nach Heilbronn?
Das Niveau beim Neckar-Cup ist und bleibt hoch, das Turnier ist und bleibt im Gespräch. Auch mit seinem Teilnehmerfeld, das vor zehn Tagen veröffentlicht worden war. "Wir erwarten wieder viele Zuschauer", sagte Tom Bucher. "Auch abhängig davon, wer die Wildcards bekommt."
Über zwei der drei Freikarten fürs Hauptfeld verfügt Bundestrainer Michael Kohlmann. Metehan Cebeci: "Er wartet noch ab." Ob der Turnierdirektor seine Wildcard wieder einem Superstar, wie im Vorjahr Dominic Thiem, überreichen kann? "Es gibt bei den French Open eine sehr attraktive Paarung in der ersten Runde. Den Verlierer beim Neckar-Cup begrüßen zu können, wäre top."
Nein, Metehan Cebeci meint nicht das Duell von Alexander Zverev mit Rafael Nadal. Sondern das Match zwischen den lebenden Tennis-Legenden Andy Murray und Stan Wawrinka. "Bald wissen wir mehr", sagt Cebeci. Bald steigt die Geburtstagsparty.
Informationen zu Tickets: Karten für den 10. Heilbronner Neckar-Cup (2. bis 9. Juni) gibt es unter www.diginights.de und www.neckarcup.de

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