Natalie Feil gewinnt Silber bei Junioren-DM im Vorbeigehen
Die 17-jährige Bundesliga-Gewichtheberin vom TSV Heinsheim kürt sich in Obrigheim zur Vizemeisterin. Ihr Vereinskamerad Roi Taylor Pfister gewinnt in seiner Klasse Bronze.

Als Belohnung für ihren zweiten Platz bei den deutschen Meisterschaften der Aktiven und Junioren im Gewichtheben gönnte sich Natalie Fein nur ihr Lieblingsessen, Rigatoni mit einer Schinken-Sahne-Soße. Denn die 17-Jährige hat noch viel vor bis Weihnachten – zum einen ist da der Klassenerhalt mit dem TSV Heinsheim in der Bundesliga, zum anderen eine Medaille bei den nationalen Jugend-Meisterschaften in Nagold. „Denn die Junioren-Titelkämpfe waren für Natalie eher eine DM im Vorbeigehen“, sagt Martina Dosquet, Abteilungsleiterin beim TSV Heinsheim und Mutter von Natalie Fein. Eigentlich seien es die Meisterschaften für die 18- bis 21-Jährigen.
Und Natalie Fein konkretisiert: „Eigentlich bin ich für die Junioren noch ziemlich jung. Im letzten Jahr war ich das erste Mal dafür startberechtigt“, erzählt die 17-Jährige. „Deshalb bin ich mit wenigen Erwartungen nach Obrigheim gefahren, wollte einfach Spaß haben.“
Persönliche Bestleistungen von Natalie Fein
Das zahlte sich aus. Mit jeweils neuen persönlichen Bestleistungen gewann sie die Silbermedaille bei den Juniorinnen in der Gewichtsklasse bis 55 Kilogramm, eine Klasse höher als bisher, die sie aber nicht ausgefüllt habe. Im Reißen verbesserte sie sich um ein Kilogramm auf 52 Kilogramm und im Stoßen um zwei Kilogramm auf 69 Kilogramm. „Meine Zweikampfleistung gleich um so viel zu steigern, ist klasse“, freut sich Fein. „Zumal mir davor nie gelungen ist, mich in beiden Disziplinen in einem Wettkampf zu steigern.“ Und Dosquet ergänzt: „Der Versuch war noch nicht einmal Oberkante Unterlippe. Wenn Natalie ihren Ablauf zusammenbekommt, kann sie noch was drauflegen.“
Deutsche Meisterin wurde Marie-Juli Scherer, die im Crossfit schon an Europa- und Weltmeisterschaften teilgenommen hat. „Sie ist in den letzten Monaten und Jahren etwas unter dem Radar geflogen“, sagt Dosquet. Aber im Wettkampf war schnell klar, dass Scherer Favoritin war. „Sie war voll das Tier“, zollt Fein ihrer Konkurrentin Respekt.
Schreckmoment bei Roi Taylor Pfister im Stoßen
Eine weitere Medaille, die bronzene, holte Roi Taylor Pfister für den TSV. Das Heinsheimer Talent musste aber einen Schreckmoment überstehen. In der Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm brachte er zunächst mit drei gültigen Versuchen im Reißen 86 Kilogramm in die Wertung. Im ersten Versuch im Stoßen hat er aber die Stange „nach vorne weggestoßen und mit einem Schritt nach vorne versucht, unter das Gewicht zu kommen. Der Schritt war aber ein bisschen zu weit, so dass er in Rücklage geriet“, berichtet Dosquet. Pfister musste das Gewicht hinter dem Kopf fallen lassen.
Mit der Hypothek, die 94 Kilogramm einmal nicht in die Wertung gebracht zu haben, ging er mit dem gleichen Gewicht in den zweiten Versuch. „So etwas ruft viel Nervosität hervor“, erklärt Dosquet. „Aber er hat Nervenstärke bewiesen.“ Souverän brachte er die 94 Kilogramm in die Wertung. Weil der Rücken nach dem Fehlversuch aber etwas zwickte, verzichtete auf den dritten Versuch. Bronze hatte er schon sicher.
Wackler im Stoßen bei Patrick Carvalho
Rund im Reißen lief es auch für Patrick Carvalho in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm. Der Bundesliga-Gewichtheber des TSV brachte 107 Kilogramm in die Wertung. Im Stoßen ließ er allerdings den Puls der Betreuer und der Heinsheimer Fans in der Halle in die Höhe schnellen. 123 Kilogramm setzte er im ersten Versuch zwar problemlos um, scheiterte aber im Ausstoß. Im zweiten Versuch machte er es besser, bekam den Versuch aber wegen Nachdrückens vom Kampfgericht als ungültig gewertet. Erst im dritten Anlauf meisterte er die Last dann ohne Probleme souverän, was den sechsten Platz bedeutete – und die Gewissheit, dass die Form stimmt.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare