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Nach WM-Titel nun auch Europameister

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Das Juniorinnen-Team des RV Nordheim wird bei der EM in Ungarn souveräner Sieger.

Von Alexander Bertok
Das Voltigier-Team des RV Nordheim feierte bei der EM einen Start-Ziel-Sieg, gewann die Pflicht wie auch beide Kürprogramme.
Foto: privat
Das Voltigier-Team des RV Nordheim feierte bei der EM einen Start-Ziel-Sieg, gewann die Pflicht wie auch beide Kürprogramme. Foto: privat  Foto: Bertok, Alexander

Die Voltigier-Mädels des RV Nordheim sind derzeit das Beste, was dieser Sport im Juniorenbereich zu bieten hat. Das Unterländer Sechser-Team um Longenführerin Andrea Blatz wurde 2017 Weltmeister. Am vergangenen Wochenende gelang der Gruppe der nächste historische Erfolg. In Kaposvar (Ungarn) vertraten die RVN-Nachwuchs-Voltigierer die deutschen Farben und wurden Europameister. Ihr Pferd Humphrey Bogart, ein elfjähriger Warmblüter, erwies sich dabei einmal mehr als "Mister Zuverlässig", wie bei jedem Turnier seit Anfang des vergangenen Jahres. Gleichzeitig Welt- und Europameister − das hat zuvor noch kein anderes Team im Nachwuchsbereich geschafft.

Mit Andrea Blatz an der Longe lagen Mara Xander, Lara Häussermann, Mareike Dieter, Melanie Eger, Anne Schlumbohm und Charlene Zweiniger bereits nach der Pflicht vorne. "Mit einem sehr guten Abstand", wie Blatz betont. "Wir haben dann auch die Kür am Samstag wie auch am Sonntag gewonnen." Die EM wurde zu einem Start-Ziel-Sieg vor Österreich und der Schweiz. "Wenn wir zwei Mal runter gefallen wären, hätte es eng werden können", sagt Blatz mit einem Augenzwinkern.

Im Voltigiersport wird aktuell deutsch gesprochen. Die Schützlinge von Bundestrainerin Ulla Ramge dominierten alle Konkurrenzen. Deutschland sicherte sich erstmals in der Geschichte der U18-Europameisterschaften alle Goldmedaillen.

Die Gruppe aus Nordheim kämpfte in Ungarn auch mit den Temperaturen. "Wir hatten jeden Tag von morgens bis abends 36 bis 39 Grad. Das war eine Hitzeschlacht", erzählt Blatz. Darunter hatten vor allem die Pferde zu leiden. Auch Humphrey Bogart. "Da hilft nur viel Schrittgehen im Schatten und ihn mit nassen Handtüchern zu kühlen."

Lukas, der neunjährige Wallach, auf dem Mara Xander im Einzel-Wettbewerb startete, kam mit den Bedingungen nicht ganz so gut zurecht. "Lukas ist für sein Alter eigentlich auch immer zuverlässig gewesen, doch im Finale wurde er in einer aufgeheizten Stimmung nervös", berichtet Blatz. Und es passierte das, was sonst nie passiert. Titelverteidigerin Mara Xander stürzte auf Platz zwei liegend und fiel auf Rang 15 zurück. Es siegte Fabienne Nitkowski aus dem Rheinland. Den Titel in der Doppelkonkurrenz sicherte sich das Berliner Duo Julian Kögel und Ronja Köhler.

"Weiter trainieren, um das hohe Niveau halten zu können", lautet nun das Motto von Andrea Blatz. "Vom 7. bis 9. September werden in München die deutschen Meisterschaften ausgetragen." An einen Tittel-Hattrick wie 2017 glaubt die Longenführerin jedoch nicht. Die Konkurrenz hat aufgeholt. "In der Gruppe wollen wir den Titel verteidigen. Im Einzel und Doppel sind Podestplätze das Ziel."

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