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Viel Erfahrung

"Zusammen 81 Jahre alt": Bernd Knorr gewinnt auf Haysome Reitturnier in Nordheim

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Die Routiniers Bernd Knorr und Haysome siegen beim Reitturnier des RV Nordheim zum dritten Mal in Serie. Mehr als 2000 Zuschauer sind am Pfingstmontag Augenzeugen.

Einfach überragend: Bernd Knorr und Haysome haben mal wieder den sportlichen Höhepunkt des Nordheimer Reit- und Springturniers gewonnen.
Einfach überragend: Bernd Knorr und Haysome haben mal wieder den sportlichen Höhepunkt des Nordheimer Reit- und Springturniers gewonnen.  Foto: Lina Bihr

Die beeindruckende Kulisse mit mehr als 2000 Zuschauern wurde am Pfingstmontag Augenzeuge einer einmaligen Reitshow: Es war auf dem außergewöhnlichen Reitplatz des RV Nordheim mit seinen drei riesigen Ahornen atemberaubend zu sehen, was Erfahrung und Routine ausmachen. „Wir sind zusammen 81 Jahre alt“, sagte Bernd Knorr und lachte.

Der 63-Jährige, der aus Baumerlenbach bei Öhringen stammt und für den RC Forchheim reitet, hat mit seinem 18-jährigen Partner Haysome zum dritten Mal in Serie die wichtigste Prüfung des Nordheimer Turniers gewonnen. 2022 war der Sieg an Thomas Engelhard (PF Saurach) auf Chin’s Tonic gegangen – Knorr und Haysome waren nicht am Start.

Bernd Knorr und Haysome sind noch einen Ticken schneller als Verena Kölz

Zweite wurden in der Siegerrunde Verena Kölz vom SV Leingarten mit Delinda – die zusammen auf 58 Jahre kommen. „Das war heute der Tag der zweiten Plätze, insgesamt mein vierter“, sagte die 48-Jährige nur bedingt unglücklich. Ihre fehlerfreien 32,06 Sekunden resultierten aus einem schmissigen Ritt. Sie hatte in der Schlüsselstelle des Parcours zwischen den Bäumen eine Abkürzung gefunden.

„Das war heute der Tag der zweiten Plätze, insgesamt mein vierter.“

Verena Kölz

„Eigentlich wollte ich außen reiten“, erzählte Verena Kölz. „Aber in der Wendung dachte ich: Das geht schon!“ Ja, es ging. Aber es ging eben noch besser, schneller, wie Knorr und Haysome demonstrierten. Der bayerischer Landestrainer der Vielseitigkeit sattelt seit rund 35 Jahren in Nordheim, ist ein alter Fuchs, ein schneller zudem. Dank der besten Zeit im Umlauf konnte er „mal schauen, wie’s die anderen an der Stelle machen“.

Ein Selbstläufer? Nein, wie in Weinsberg zu sehen war

Also schlängelten sich auch Knorr und Haysome durch, und waren noch einmal 58 Hundertstelsekunden schneller.Dass Siege dieses Duos aber kein Selbstläufer beziehungsweise Selbstgaloppierer sind, war drei Wochen zuvor beim Turnier in Weinsberg zu sehen, als Verena Kölz (mit Gladys) gewann – weil den 81-Jährigen ein Abwurf unterlaufen war.

„Den Fehler, den Haysome in Weinsberg hatte, hätte er vor drei Jahren nicht gemacht.“

Bernd Knorr

„Den Fehler, den Haysome in Weinsberg hatte, hätte er vor drei Jahren nicht gemacht“, erklärte Bernd Knorr, wobei er nachschob: „Ich hätte natürlich auch besser reiten können. Aber er hat schon so viele Fehler von mir ausgeglichen.“ Das ist (doppelte) Erfahrung.

Der 18-jährige Nick Semler auf Platz drei und vier 

Wo die Erfahrung noch (doppelt) fehlt: Nick Semler vom RV Ilsfeld hatte sich mit Conradus als auch Dinozzo für die Siegerrunde qualifiziert – ein starkes Stück. Doch der 18-Jährige und seine beiden elfjährigen Partner zahlten Lehrgeld.

Knallten durch das letzte Hindernis des Stechparcours: Nick Semler und Dinozzo - beide überstanden den Schreckmoment unbeschadet.
Knallten durch das letzte Hindernis des Stechparcours: Nick Semler und Dinozzo - beide überstanden den Schreckmoment unbeschadet.  Foto: Lina Bihr

Nick Semler und Dinozzo knallten durch das letzte der 1,30 Meter hohen Hindernisse hindurch, wobei eine Stange brach. „Ich bin unpassend hingeritten“, sagte der Teenager, genauso unverletzt wie der Wallach. Direkt im Anschluss drehte er seine Runde mit Conradus – der am letzten Hindernis verweigerte. „Ich bin trotzdem zufrieden“, sagte Nick Semler.

„Das war eine Topleistung, Nick hat’s probiert. Das ist halt eine Routinesache.“

Franz Semler

Papa Franz Semler kommentierte: „Das war eine Topleistung, Nick hat’s probiert. Das ist halt eine Routinesache. Ich weiß noch genau, als ich mein erstes Stechen geritten bin ....“ So korrelierten am Montagnachmittag die Zeiten mit dem Alter der Paare: 81 siegte vor 58 und 29 – was Routine und Erfahrung ausmachen.

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