Mission Titelverteidigung für Schefold und Hanselmann
Serafin Schefold und Max Hanselmann wollen bei der Weltmeisterschaft in Lüttich ihren Titel erfolgreich verteidigen

So langsam stellt sich doch etwas Nervosität ein. "Ich merke bei mir, dass es langsam auf die WM zugeht, dass der Druck steigt", sagte Serafin Schefold beim Weltcup-Finale und großem Weinpreis in Erlenbach.
Zusammen mit dem Öhringer Max Hanselmann bildet er den Kunstrad-Zweier des RV Öhringen. Am Freitag gehen sie bei den Weltmeisterschaften als Titelverteidiger, als Gejagte, aber auch als Topfavoriten der Zweier-Open-Klasse an den Start. Es wird das belgische Saisonfinale in Lüttich.
Dritte WM-Teilnahme des Duos
Es ist die dritte WM-Teilnahme der beiden. "Wir wissen, was auf uns zukommt", sagt Hanselmann. Vor zwei Jahren waren sie in Stuttgart bei ihrer Premiere die Frischlinge, landeten wie erwartet auf Rang zwei. Vergangenes Jahr holten sie eher überraschend den Titel, schlugen die Serien-Weltmeister Bugner/Bugner.
Das Brüderpaar musste diese Saison verletzt verstreichen lassen, fährt nicht nach Lüttich. Somit sind die deutschen Patrick Tisch und Nina Stapf sowie Lukas Burri/Fabienne Hammerschmidt aus der Schweiz die großen Konkurrenten. "Es war schade, dass sich die Bugners verletzt haben", sagt Trainer Jürgen Wieland. "Ich würde mich freuen, wenn sie nächstes Jahr wieder dabei sind."
Denn, so sagt es sein Trainerkollege Roland Schefold: "Wenn Konkurrenten auf Augenhöhe da sind, holt man vielleicht noch ein paar Prozent raus." Und im Kunstradsport gönnt man sich gegenseitig den Erfolg, freut sich nicht über das Leid der anderen.
Jeder freut sich auf die große Party
Trotz allem Druck sagt Hanselmann: "Es ist schön, bei der WM dabei zu sein. Jeder freut sich auf die große Party, den Saisonabschluss. Umso länger man dabei ist, umso mehr Leute lernt man kennen." Der momentanen Lockerheit ging aber viel Arbeit voraus. Dabei ließen sich Schefold/Hanselmann auch von einer Verletzung nicht ausbremsen - obwohl sie durch diese die Europameisterschaft verpassten, die dieses Jahr zum ersten Mal stattfand.
Aber sie holten sich zwei große Titel (deutscher Meister, Weltcup-Sieger) und die souveräne WM-Qualifikation. Nun wollen sie die erfolgreiche Titelverteidigung folgen lassen.
Wie ernst es das Duo meint, beweist auch ein Umzug Mitte dieses Jahres. Hanselmann zog es aus beruflichen Gründen nach Böhl-Iggelheim. Schefold zog nach, studiert jetzt in Mannheim statt Heilbronn, damit die Trainingseinheiten gesichert sind. Es war eine Entscheidung mit Zukunft. Denn die beiden haben keineswegs vor, allzu bald das Rad in die Ecke zu stellen.
Den Weltrekord im Visier
"Wenn wir vor hätten aufzuhören, hätte ich in Heilbronn weiterstudieren können", sagt Schefold. Lohnenswerte sportliche Ziele gibt es noch genügend. Das nächste ist der zweite Sieg bei einer Weltmeisterschaft, nur zu gerne würden die beiden auch den Weltrekord der Bugner-Brüder brechen.
Und zu guter Letzt gibt es da auch noch die Europameisterschaften. Den EM-Titel bei den Junioren gewann der Öhringer-Zweier ja bereits.
"Das mit dem Umzug hat sich eingependelt", sagt Schefold. "Das Training läuft, wir bekommen auch dort Unterstützung. Der Vorteil war, dass unser Programm zu diesem Zeitpunkt bereits stand." Auch für die Heimtrainer Jürgen Wieland und Roland Schefold stellt es kein Problem dar.
Die Übung steht, neue Elemente für die nächste Saison sind einstudiert. "Es sind ja fertige Sportler", sagt Wieland. "Sie halten auch so minutiös ihr Trainingsprogramm ein. Es ist ein geniales Arbeiten mit den beiden. Sie sind pflegeleicht, deshalb sind sie auch so erfolgreich." Die Trainer werden in erster Linie in beratender und helfender Funktion benötigt.
Vielleicht auch als Psychologen. Denn dieses Mal herrscht ein anderer Druck. Die Generalprobe beim Weltcup-Finale in Erlenbach vor heimischem Publikum und mit der Übertragung des SWR war da eine gute Übung, die die beiden stark meisterten.
Hauptverantwortung übernimmt Bundestrainer Dieter Maute
"Die WM-Atmosphäre ist jetzt vertraut und trotzdem kribbelig", sagt Roland Schefold. Nervös werden er und Wieland in Lüttich trotzdem sein. Auch wenn die Hauptverantwortung dort Bundestrainer Dieter Maute trägt. "Als Trainer ist es immer grausam", plaudert er aus dem Nähkästchen. "Wir fahren aber zuversichtlich hin."
Für die beiden Fahrer ging es bereits gestern nach Lüttich. Die ersten Trainingseinheiten dürften sie bereits absolviert haben. Am Montag wollen sie dann mit dem zweiten Satz der Weltmeistertrikots mit den Regenbogenstreifen zurückfahren.
Porträt im Mittagsmagazin
Am Donnerstag soll im Mittagsmagazin (ARD/ZDF) zwischen 13 und 14 Uhr ein Porträt über Serafin Schefold und Max Hanselmann gezeigt werden.
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