Markus Hertlein erfüllt sich mit der Dakar-Medaille einen Lebenstraum
Der 38-jährige Motorrad-Pilot aus Schöntal-Westernhausen hat über 8000 Kilometer allen Herausforderungen der Rallye Dakar in Saudi-Arabien getrotzt und ist als 67. im Gesamtklassement ins Ziel gekommen. Was der Hohenloher mitnimmt.

Nasser Al-Attiyah aus Katar hat zum sechsten Mal die Rallye Dakar gewonnen. Der 55-Jährige triumphierte nach 13 Etappen durch Saudi-Arabien mit seinem belgischen Navigator Fabian Lurquin erstmals für Dacia. Al-Attiyah hatte schon vor der letzten Etappe nach Yanbu westlich von Medina den Grundstein für seinen Gesamtsieg bei der 48. Auflage gelegt und fuhr nach der Zieldurchfahrt jubelnd Kringel in den Wüstensand. Der Tagessieg der 48. Ausgabe ging an Mattias Ekström. Der Schwede gewann im Ford drei Etappen und den Prolog, in der Gesamtwertung wurde er Dritter. Al-Attiyah rückte mit seinem sechsten Triumph näher an den Rekordhalter Stéphane Peterhansel aus Frankreich und seine acht Siege heran.

Auf dem Podium zu stehen und die Dakar-Medaille zu bekommen, war der Wahnsinn“, sagte Motorrad-Pilot Markus Hertlein aus Schöntal-Westernhausen über jene Szene, als er mit seinem Team auf der Bühne geehrt wurde, nachdem der Hohenloher als 71. der letzten Etappe im Gesamtklassement einen guten 67. Rang belegte. Denn: „Aufgrund der Verletzungen war die größte Herausforderung, überhaupt am Start stehen zu können. Und am Ende hat‘s sogar fast für mein Ziel, in die besten 50 zu fahren, gereicht“, sagte der 38-Jährige.

In der Vorbereitung war der Hohenloher in Marokko gestürzt und hatte sich sechs Rippen und das Schlüsselbein sowie das Kahnbein angeknackst. Doch Hertlein hat sich ohne zu klagen durchgebissen und war mit getapter Hand die knapp 8000 Kilometer und zwischen neun und 15 Stunden am Tag auf seiner Honda gefahren.Am Sonntag ist er nach Hause geflogen – zu seiner schwangeren Ehefrau und den zwei kleinen Kindern ins Jagsttal. „Es waren zwei harte Wochen, aber wir haben sie in vollen Zügen genießen können“, sagte Hertlein überglücklich im Ziel.

Zuvor aber hat Markus Hertlein zwei Wochen lang über 13 Etappen seine Honda über unzählige Steine, Dünen und schnelle Passagen navigiert. „Das ist eben Dakar, es wird einem nichts geschenkt“, sagt der Familienvater. „Doch man hat es am vorletzten Tag vielen Piloten angemerkt, sie wurden müde.“ Die Strapazen waren zwar auch dem Hohenloher ins Gesicht geschrieben, doch seine enorme Fitness - dafür hat er zwei Jahre lang mehrere Stunden täglich nach einem speziellen Programm gearbeitet - ist ihm zugute gekommen. Dennoch hat sich auch der selbstständige Garten- und Landschaftsbauer täglich auf die kurze Regenerationszeit im Biwak und die Momente am Lagerfeuer gefreut. Denn die Stunden auf der Maschine erforderten Tag für Tag eine hohe Konzentration. Hertleins Motto: „Im Zweifel lieber das Gas ein wenig rausnehmen, um nicht zu viel zu riskieren.“

Auch, weil die überholenden Autos Staubwände produzierten - eine zusätzliche Herausforderung. „Hier ist das oberste Gebot, sich so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen. Das ist ein Aspekt auf den wir alle wirklich gerne verzichten würden“, meinte der Motorrad-Pilot aus Hohenlohe. Sieger bei den Motorrädern ist der Argentinier Luciano Benavides auf der KTV geworden. Seine Gesamtzeit: 49:00:41 Stunden.
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