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Markus Hammel gibt nach 25 Jahren Pause sein Comeback

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Der Hohenloher Markus Hammel fährt wieder Rennen zur deutschen Meisterschaft im Autocross. Selbst auf drei Rädern kommt der 55-Jährige über den Zielstrich.

Markus Hammel (Zweiter von links) mit seinem eingespielten Team. Sie treffen sich zwei Mal in der Woche um ihr Gefährt zu verbessern. Unterstützung und Zuspruch erhält er von Frau Bianca (links).
Markus Hammel (Zweiter von links) mit seinem eingespielten Team. Sie treffen sich zwei Mal in der Woche um ihr Gefährt zu verbessern. Unterstützung und Zuspruch erhält er von Frau Bianca (links).  Foto: privat

Tüfteln, schrauben und am Wochenende durch Staub, Dreck und Matsch rasen: Autocross - das ist Markus Hammels Hobby und Passion. 1996 wurde er deutscher Meister und ließ danach 25 Jahre lang die Hände vom Lenkrad. Doch nun sind Lust und Ehrgeiz wieder erwacht, und Hammel nimmt erneut an der Meisterschaft im eigenen Land teil. Beim ersten Rennen gab es direkt einen kleinen Schockmoment, den der gelernte Elektrotechniker lieber nicht noch einmal erleben möchte - er kam auf nur drei Rädern ins Ziel.

Schon in jungen Jahren besaß Hammel ein außergewöhnliches Fahr-Talent

Markus Hammels Begeisterung für Autocross kam nicht von ungefähr. "Als ich sieben Jahre alt war, baute ein Nachbar von mir ein Auto fürs Crossfahren", sagt der 55-Jährige, der daraufhin als Begleitperson bei einigen Rennen viele faszinierende Eindrücke sammelte. Im AMC Künzelsau half Hammel bis zum 18. Lebensjahr als Streckenhelfer auf Schloß Stetten mit. Über geknüpfte Kontakte kaufte er, wie es der Zufall wollte, einem Hobbybastler seinen nicht fertiggestellten Autocross-Wagen, einen Audi Coupé, ab. Fertig gebaut und umgestaltet, bestritt Hammel 1992 seine erste Rennen und offenbarte sogleich sein Talent. "Als Zuschauer dachte ich immer, dass es verrückt wäre, wie schnell die Fahrer dort fahren", sagt Hammel, "doch als ich selbst darin saß, war ich tatsächlich schneller."

Deutscher Meistertitel 1996 war der Höhepunkt

Es folgten fünf Teilnahmen an der deutschen Meisterschaft mit dem Höhepunkt 1996 - Hammel feierte den Titelgewinn. Zufrieden mit diesem Erfolg, setzte sich der Hohenloher zur Ruhe - 25 Jahre lang, bis die Rennbegeisterung vor zwei Jahren erneut entflammte. 2021 "rettete" Markus Hammel einen Opel Astra F vor der Schrottpresse und baute ihn mit einem Team, bestehend aus fünf Personen, zum neuen Renngefährt um. Aus dem zuvor familiären Kleinwagen wurde somit ein 200-PS-Allradrennwagen mit einem Sitz.

Immer eine Nasenspitze voraus: Markus Hammel in seinem grünen Opel Astra F, mischt mit 55 Jahren die Autocross-Szene auf.
Immer eine Nasenspitze voraus: Markus Hammel in seinem grünen Opel Astra F, mischt mit 55 Jahren die Autocross-Szene auf.  Foto: privat

Statt der üblichen Turboladermotoren setzten Hammel und sein Team auf die Technik des Saugmotors. Diese beschert dem Auto zwar weniger PS, macht es aber gleichzeitig auch leichter im Vergleich zu den Cross-Racern der Konkurrenten, die mit 500 PS die Strecken beackern. "Wir haben schon einige belustigte Blicke abbekommen, aber später haben sie alle gestaunt", erzählt Hammel, denn trotz des PS-Nachteils fuhr er in den ersten Testfahrten im vergangenen Jahr starke Ergebnisse ein. Der Hohenloher fuhr bei seinem Comeback die Bestzeit auf der Strecke in Oschersleben und es reichte sogar zum Titelgewinn im Rennen um den Lausitzpokal. "Als ich mich wieder ins Auto setzte, wusste ich nicht wirklich, ob ich es noch draufhabe. Aber es hat dann besser geklappt als gedacht", sagt der 55-Jährige und lacht.

Kurz vor Rennende löst sich ein Rad ab

Vor zwei Wochen fuhr Hammel erstmals wieder ein Rennen zur deutschen Meisterschaft, das zunächst gut verlief. Die Trainingsläufe schloss Hammel, trotz großer Konkurrenz, als Dritter ab. Im Finalrennen fuhr er souverän auf dem vierten Platz gen Zielgerade, ehe sein Wagen andere Pläne hatte. Ohne Vorwarnung löste sich ein Rad ab. Dennoch fuhr Hammel, der ohne Blessuren davon kam, auf drei Rädern als Sechstplatzierter über die Ziellinie. "Auf drei Rädern kommt auch nicht jeder durchs Ziel", witzelt der Rennpilot. Das kommende Rennen soll mit einer besseren Platzierung abgeschlossen werden. Ziel sei in seiner Klasse, "am Ende auf dem Treppchen zu stehen".

Aber zuerst müssen Hammel & Co. den Opel wieder auf Vordermann bringen. Jeden Mittwoch und Samstag treffen sich die Hobbyschrauber des Auto-Cross-Team Hammel. Wie es nach dieser Saison weitergeht, kann der Teamleiter nicht beantworten. Für seine Frau Bianca steht allerdings fest: "Das Ganze ist zu zeitaufwendig, um es nur eine Saison zu machen."

 
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