Marcelo Zormann und Robin Haase haben sich nicht gesucht und doch gefunden

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Wie Marcelo Zormann, einst die Nummer eins des Tennis-Oberligisten TC Oberstenfeld, an die Seite von Robin Haase zum Neckar-Cup in Bad Rappenau kam.

Haben sich über eine Doppelgruppe kennengelernt und sind zumindest für eine Woche eine Zweckgemeinschaft: Marcelo Zormann (links) und Robin Haase.
Haben sich über eine Doppelgruppe kennengelernt und sind zumindest für eine Woche eine Zweckgemeinschaft: Marcelo Zormann (links) und Robin Haase.  Foto: Berger, Mario

Eine Geschichte, die das (Tennis-)Leben schreibt: Der Spieler, für den der Bad Rappenauer Neckar-Cup noch am ehesten ein Heimspiel ist, kommt aus Brasilien. „Ja, das ist ein Heimspiel für mich“, sagt Marcelo Zormann auf Englisch. „Die Bedingungen, die Gegend – Oberstenfeld ist nicht weit.“ Nicht einmal 30 Kilometer Luftlinie entfernt war der 28-Jährige „vier, fünf Jahre“ die Nummer eins, schlug bis vor einem Jahr für den TC Oberstenfeld in der Oberliga auf.

„Ja, das ist ein Heimspiel für mich. Die Bedingungen, die Gegend – Oberstenfeld ist nicht weit.“

Marcelo Zormann

Jetzt rückte Marcelo Zormann für den Stuttgarter Hendrik Jebens auf den letzten Drücker nach, schlägt an der Seite des Niederländers Robin Haase in Bad Rappenau auf. Obwohl sich beide nicht gesucht und doch gefunden haben. „Hendrik hat sich am Samstagabend bei mir gemeldet, mitgeteilt, dass er leider nicht spielen kann“, sagt der 38-jährige Hasse in perfektem Deutsch („Mein Vater ist Deutscher“).

Zormann und Haase haben über die Whatsapp-Doppelgruppe zusammengefunden

Bis Sonntagmittag galt es, einen Partner für das Challenger in Bad Rappenau zu finden. „Es gibt eine Whatsapp-Doppelgruppe“, sagt Haase. Auch Marcelo Zormann war der Partner abhandengekommen (Viertelfinale bei den French Open). „Ich weiß, dass Marcelo um Platz 100 in der Weltrangliste steht. Jetzt trainieren wir das erste Mal zusammen und schauen, wer rechts und wer links spielt.“ Flexibilität ist grundsätzlicher Teil des Doppellebens.

„Die Tage hier werden eine tolle Inspiration für mich. Ich werde etwas lernen.“

Marcelo Zormann

Es braucht Zeit, eine Verbindung im Doppel aufzubauen. Zeit haben Robin Haase (ehemals Nummer 33 der Welt im Einzel) und Marcelo Zormann aber nicht. Aber sie haben Erfahrung. „Er war ein großer Spieler“, sagt Marcelo Zormann. „Die Tage hier werden eine tolle Inspiration für mich. Ich werde etwas lernen. Wir hoffen auf eine sehr gute Woche.“ Nach der beide wieder ihren eigenen Weg gehen werden.

Ehemalige Mitspieler Henry Tschech und Steffen Class sind stolz

„Marcelo ist sehr ruhig auf dem Platz, investiert sehr viel in den Sport“, sagt Henry Tschech, Mannschaftsführer des TCO und vergangenes Jahr Mitspieler des Brasilianers. Lange Jahre das „Standarddoppel“ bildete Zormann mit Steffen Class, der zu den Herren 30 gewechselt ist, sich öfter bei ihm meldet und scherzend sagt: „Kein Wunder, spielt er so gut. Ich bin stolz, so einen Spieler im Team gehabt zu haben – und mitgehalten zu haben.“

„Ich bin stolz, so einen Spieler im Team gehabt zu haben.“

Steffen Class

Marcelo Zormann spielt den Ball verbal zurück: „Ich wurde in Oberstenfeld toll empfangen. Es war eine sehr schöne Zeit. Ich bin allen dort sehr dankbar.“ Weil er vergangenes Jahr seine Mitspieler mehrmals versetzen musste – die Nummer 102 der Welt war bei Challengern oft bis ins Finale gekommen –, holte der TCO für diese Saison eine andere Nummer eins. Bei den Australian Open unterlag Marcelo Zormann im Januar mit Fernando Romboli in der ersten Runde Jakob Schnaitter und Mark Wallner – die Deutschen sind in Bad Rappenau an Position eins gesetzt. 

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