Stimme+
Tennis
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Laptop, Spiele, Handy: Wie sich die Tennisprofis in den Regenpausen die Zeit vertreiben

   | 
Lesezeit  1 Min
Erfolgreich kopiert!

Am Mittwoch mussten die Spieler beim Neckar-Cup teils stundenlang auf ihr Match warten. Die Tennishalle des TC Blau-Gelb Bad Rappenau bietet glücklicherweise ein bisschen Ablenkung. 

Marko Topo beim Dartspielen während einer Regenpause beim Neckar-Cup.
Marko Topo beim Dartspielen während einer Regenpause beim Neckar-Cup.  Foto: Berger, Mario

Die Natur braucht den Regen – der Neckar-Cup kann den schwäbischen Landregen, der das Challenger-Turnier am Mittwoch mehrmals unterbrochen hat, wiederum gar nicht gebrauchen. Schmuddelwetter nervt die Spieler, die Zuschauer und die Helfer gleichermaßen. Diese Warterei: Wann geht es weiter? Geht es überhaupt weiter?

Robin Haase vertreibt online Spirituosenraritäten

„Der größte Teil des Tennislebens besteht aus warten. Das gehört dazu“, sagt Robin Haase, zuckt mit den Schultern und wartet weiter auf das Erstrundenmatch im Doppel. „Man quatscht ein bisschen, geht essen. Ich habe ein Buch und mein Laptop dabei, schreibe E-Mails und arbeite ein bisschen.“ Der 38 Jahre alte Niederländer verkauft unter anderem Spirituosenraritäten.

In der Tennishalle des TC Blau-Gelb Bad Rappenau, die den Spielern als Aufenthaltsort, Fitnessstudio, Physio-Praxis, Chill-out-Area, Restaurant und Café dient, sind zudem ein Kickerkasten und eine Dartsscheibe aufgebaut. Erst wirft Marko Topo mit seiner Freundin ein paar Pfeile, später Diego Dedura und sein Vater.

Klar, überall hängen die Spieler und ihre Trainer an den Handys. Aber Kartenspiele stehen auch hoch im Kurs: „Wir spielen gerne Wizard“, sagt Jakob Schnaitter, der mit Mark Wallner im Doppel topgesetzt – und für das letzte Match des Tages auf dem Center Court angesetzt ist. Eine Gruppe Spanier beziehungsweise Lateinamerikaner hat sich um einen Tisch gruppiert und überbrückt mit einer Mischung aus Karten- und Brettspiel.

Wetterbericht verheißt weiteren Regen für die kommenden Tage 

Auch Sumit Nagal hängt in der Warteschleife. Statt mit dem Aufwärmen für sein Achtelfinale loszulegen, gibt der 27 Jahre alte Inder ein Interview und Einblicke in seine Gedankengänge: „Ist es ein Trainingstag, ist die Warterei egal. Dann überlegst du, ob es nicht besser ist, ins Hotel zurückzugehen. Aber am Matchtag musst du hier sein. Ich muss gestehen: Ich schaue viele Youtube-Videos. Ja, warten ist langweilig.“

Sein Gegner Rodrigo Pacheco Mendez ist gedanklich schon ein bisschen mehr auf dem Platz. „Ich sitze viel herum und denke über das Match nach. Man versucht auch da, dem Gegner keinen Vorteil zu lassen“, sagt der 20-jährige Mexikaner, ehemals die Nummer eins der Welt bei den Junioren.

Der Wetterbericht bleibt für die nächsten Turniertage wechselhaft. Die Warterei geht weiter. So oder so. Tennis ist warten.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben