Hohenloher Sportler des Jahres 2023 ausgezeichnet
Zum zweiten Mal fand in der Öhringer Kultura der Hohenloher Sport Award statt – die Nachfolgeveranstaltung des Ball des Sports. Höhepunkt war die Proklamation der Sportler des Jahres 2023.

Weite Fahrten, Siege und Ehrungen sind Serafin Schefold und Max Hanselmann durchaus gewohnt. Vieles haben die sechsmaligen Weltmeister im Kunstradfahren schon erlebt. Doch die vergangene Woche war trotzdem eine besondere.
Silbernes Lorbeerblatt für Öhringer Kunstrad-Zweier
Erst gewann der Zweier des RV Öhringen den Weltcup-Auftakt in der Nähe von Rom. Dann, rund 1800 Kilometer weiter nördlich, wurde das Duo von Innenministerin Nancy Faeser am vergangenen Donnerstag mit dem Silbernen Lorbeerblatt, der höchsten Auszeichnung des Staates für Sportler, dekoriert. Wieder etwas südlicher, in Öhringen, wurden sie dann in der Kultura am Samstagabend als Hohenloher Mannschaft des Jahres 2023 ausgezeichnet - zum sechsten Mal nach 2014, 2016, 2017, 2018 und 2021. Mehr geht innerhalb einer Woche kaum - denn zwischendurch wurde auch noch etwas gearbeitet.
Moderatorin Christiane Schmetzer hatte den Ehrungsabend, den zweiten Hohenloher Sport Award, unter das Motto "Leidenschaft" gestellt. Und nimmt man die Preisträger der Wahl zu den Sportlern des Jahres, darf man diese getrost als "leidenschaftliche Kilometerfresser" bezeichnen.
Sportlerin des Jahres, Laura Raquel Müller, in Südafrika

Nicht nur Schefold/Hanselmann sind viel unterwegs. Die Sportlerin des Jahres, Laura Raquel Müller, ist derzeit in einem Trainingslager in Südafrika. Für sie nahm Cousine Joan Maxwell den Pokal entgegen. Und Dieter Schellmann, Sportler des Jahres, ist Deutscher Meister im Speed Skating - über die Marathon-Distanz. Drei bis vier Mal pro Woche trainiert der Forchtenberger. Gerne im Kochertal. "Der Radweg liegt vor meiner Haustüre. Ich fahre dann bis Kocherstetten und zurück, das sind 40 Kilometer", erzählte er. Da kommt im Jahr einiges zusammen. Schließlich fuhr er im vergangenen Jahr auch noch 19 Rennen.
Dieter Schellmann verschlägt es die Sprache
"Ich war total überrascht. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich habe fast nichts mehr sagen können", erzählte Schellmann über den Moment, als das Wahl-Ergebnis auf der Leinwand erschien. 26,62 Prozent der Stimmen hatte er bekommen. Kickbox-Vizeweltmeister Timmy Sarantoudis lag mit 26,09 Prozent nur knapp dahinter. Ebenfalls eng ging es bei den Mannschaften zu. Das Kunstrad-Duo hatte knapp zwei Prozentpunkte mehr der 2231 gültigen Stimmen verbuchen können - vor den Fußballerinnen des TSV Neuenstein. Zum sechsten Mal waren Schefold/Hanselmann im vergangenen Jahr Weltmeister geworden. Das Silberne Lorbeerblatt hatten sie sich ans Sakko geheftet.
Direkter Draht zu Laura Müller nach Südafrika
Deutlicher war das Ergebnis bei den Sportlerinnen. Laura Müller kam auf rund 31 Prozent, wurde zum vierten Mal nach 2019, 2020, 2021 ausgezeichnet. Bera Wierhake (22 Prozent), Sportlerin der Jahre 2018 und 2022, landete auf Rang zwei.
"Ich muss ihr gleich anrufen", sagte Müllers Cousine Joan Maxwell mit dem Pokal in der Hand. Auch das zeigt, wie viel auch diese Auszeichnung zählt - obwohl die Weitspringerin noch auf den großen Sprung hofft und die Chancen auf eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen in Paris noch nicht aufgegeben hat. "Falls sie es nach Paris schafft, gehe ich mit", sagte Maxwell. "Wir sind ja auch beste Freundinnen. Und wenn es nicht reicht, dann eben nach Los Angeles 2028. Ich will, dass sie alles erreicht, was sie erreichen will." Laudator Raphael Posch meinte: "Die Redewendung von Phoenix aus der Asche beschreibt ihr Comeback 2023. Sie kam nach schwerer Verletzung zurück auf die Bühne des Leistungssports."
Showacts und Auszeichnung

Die Auszeichnung der Wahlgewinner war wie üblich der Höhepunkt des Ehrungsabends, der schon mit den Auszeichnungen des Hohenloher Nachwuchses begann und mit einer Vorführung der Künzelsauer Breakdancegruppe Ground is Call auf ganz hohem Niveau endete. Aber auch die anderen Showacts konnten sich durchaus sehen lassen. Egal, ob es die Tanzfreunde des SV Mulfingen oder die Tänzer des TSC Rot-Weiß-Öhringen waren.
So zog auch Sportkreispräsidentin Doris Baumann ein insgesamt positives Fazit des ersten Hohenloher Sport Awards unter ihrer Regie. "Kleinigkeiten gibt es immer zu verbessern", meinte sie.
Keine Frage, war es ja auch erst die zweite Auflage der Nachfolgeveranstaltung des Ball des Sports.

Stimme.de
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