Heilbronner Miners erstarren in Ehrfurcht
Beim Heim-Auftakt gegen die Unicorns aus Schwäbisch Hall setzte es eine 0:20-Niederlage für die Heilbronn Salt Miners . In der Oberliga soll der Klassenerhalt für die American Footballer her, künftig ist man Teil des SV Heilbronn.

Das erste Heimspiel seit zwei Jahren hatten sich die Heilbronn Salt Miners anders vorgestellt. Dabei waren die Voraussetzungen perfekt: Am Samstag herrschte bestes Wetter, rund 300 Zuschauer waren ins Frankenstadion gekommen und der Gegner waren die Schwäbisch Hall Unicorns. Zwar nur die Zweitvertretung des deutschen Meister, trotzdem eine sportliche Auseinandersetzung mit Derbycharakter.
Was aus Sicht der Gastgeber nicht passte, war das Endergebnis. Mit 0:20 (0:10) kassierte das Team von Head Coach Sven Langhof die zweite Niederlage im dritten Saisonspiel. Zum zweiten Mal blieben sie ohne eigene Punkte. "Wir sind leider ein Stück weit in Ehrfurcht erstarrt, als wir die weißen Helme mit den Einhörnern gesehen haben", sagte Philipp Schneider, zweiter Vorstand der Heilbronner. Offensiv gelang den ultranervösen Miners wenig. Die bis dahin noch sieglosen Gäste erzielten im zweiten Viertel einen Touchdown und legten kurz vor der Pause noch ein Field Goal nach. Nach dem Seitenwechsel kamen die Miners zwar etwas besser ins Spiel, mussten im dritten Viertel aber ein weiteres Field Goal hinnehmen. Kurz vor Schluss machten die Unicorns mit einem weiteren Touchdown den Deckel auf das Spiel.
Viele neue Spieler nach der langen Zwangspause
"Mehr als die Hälfte des Teams ist neu. Darunter sind sehr viele junge Spieler. Für uns geht es in dieser Saison einzig darum, die Klasse zu halten", erklärt Schneider. Der 40-Jährige ist ebenso wie der erste Vorsitzende Craig Hopkins und Schatzmeister Oliver Litz erst seit Juli im Amt. Der langjährige Vorsitzende Alexander Sodomann hat sich aus persönlichen Gründen zurückgezogen und ist aus dem Verein ausgetreten. Nicht zuletzt auf seine Initiative zurück geht allerdings noch eine wichtige Zukunftsentscheidung, die am 30. September endgültig vollzogen werden soll. Die 1994 gegründeten Miners schlüpfen unter das Dach des SV Heilbronn am Leinbach. "Wir werden eine zwölfte Sparte namens USSports einrichten", sagt der SVH-Vorsitzende Lars Epple. Denn die Miners sind mehr als nur das Oberliga-Team. Zum Verein gehören die "Flaggies" - die Nachwuchsabteilung - und die Salt Crystals - die Cheerleader-Abteilung. Alles in allem gewinnt der SV Heilbronn 180 neue Mitglieder. "Im Gegenzug bieten wir professionelle Strukturen und nehmen den Verantwortlichen viel Büroarbeit ab", erklärt Epple.
Wiederholung der Abstimmung wegen technischer Probleme
Eigentlich war die Fusion bereits zu Jahresbeginn beschlossen. Fast einstimmig hatten die Mitglieder beider Vereine der Verschmelzung zugestimmt. Doch die Online-Abstimmung der Miners war vom Amtsgericht nicht anerkannt worden. "Das VfB-Problem", schmunzelt Epple mit Blick auf die technischen Probleme der Stuttgarter Fußballer bei ihrer Mitgliederversammlung. Daher wurde beschlossen, beide Abstimmungen am 30. September im fortan gemeinsamem Vereinsheim "Zum Reegen" in Frankenbach zu wiederholen. "Ein rein formeller Akt. Der Zusammenschluss wird ja bereits gelebt und die Footballer passen perfekt ins übrige Portfolio des Vereins ", sagt Epple.
Denn mit der Trendsportart American Football sollen natürlich vorwiegend Kinder und Jugendliche in den Verein gelockt werden. "Unser Schwerpunkt liegt ganz klar auf der Jugendarbeit", bestätigt Schneider. Als Aushängeschild sollen die Salt Miners - die ihren Namen behalten - aber natürlich so hoch wie möglich spielen. "Da nur der Letzte absteigt, würde ein zweiter Sieg gegen Tauberfranken wohl schon zum Klassenerhalt reichen", rechnet Schneider vor.
Heimspiel am Samstag als krasser Außenseiter
Bereits an diesem Samstag (15 Uhr) steht im Frankenstadion das nächste Heimspiel an. Dann kommt mit den ungeschlagenen Reutlingen Eagles ein Aufstiegskandidat. "Das wird für unser neuformiertes Team eine beinahe unlösbare Aufgabe", blickt Schneider eher skeptisch auf die Partie. "Ich hoffe aber, dass wieder so viele Zuschauer kommen wie gegen Schwäbisch Hall. Ich hatte Tränen in den Augen."
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare