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HEC Eisbären: Ohne Ausländer, aber mit drei Finnen

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Die Verantwortlichen des Viertligisten Heilbronner EC Eisbären haben statt Nordamerikaner Nordeuropäer geholt. Die EU-Spieler zählen nicht als Ausländer.

Die HEC Eisbären mit (von links) Stefano Rupp, Robin Platz, Daniel Brendle, Cedrik Platz und Nico Horter wurden im Rahmen des Stadionfestes vorgestellt.
Die HEC Eisbären mit (von links) Stefano Rupp, Robin Platz, Daniel Brendle, Cedrik Platz und Nico Horter wurden im Rahmen des Stadionfestes vorgestellt.  Foto: Seidel, Ralf

Das Aus der Heilbronner EC Eisbären in der ersten Playoff-Runde vor gut einem halben Jahr hatte Auswirkungen auf den Sommer. „Wir hatten wahrscheinlich den stärksten Kader in der Baden-Württemberg-Liga. Wenn man so früh in den Playoffs ausscheidet, mussten wir personell ein Zeichen setzen“, sagt Kai Sellers, der Trainer und Vorsitzende des Unterländer Viertligisten. Der Umbruch fiel dann aber fast leichter als gedacht. Denn einige Spieler kamen von sich aus auf die Eisbären-Verantwortlichen zu, dass sie die Eishockey-Verpflichtungen in Heilbronn aufgrund ihrer beruflichen Situation nicht mehr erfüllen könnten.

Goalie Mathias Stefanka zog es nach vier Jahren im Eisbären-Trikot zurück in die Slowakei. Und Marco Haas wollte nach fünf Spielzeiten im Unterland eine neue Herausforderung angehen. Dazu tritt Daniel Brendle kürzer und wird Sellers in der anstehenden Saison als Assistent unterstützen. „Er ist mein Wunschtrainer für die Zukunft“, sagt der Vorsitzende Sellers. Darüber hinaus steht Claudio Schreyer nur sporadisch zur Verfügung. Der Bundespolizist geht für ein Jahr nach Brüssel. Letzterer wurde aber direkt eins zu eins ersetzt durch Nicolas Bastian, der bei Ligakonkurrent Mad Dogs Mannheim in der vergangenen Saison mit 98 Punkten Topscorer war.

Neue Wege sind die Eisbären-Verantwortlichen bei ihren Importspielern gegangen

Neue Wege sind die Eisbären-Verantwortlichen auf den Ausländerpositionen gegangen. Statt sich auf dem nordamerikanischen Markt umzuschauen, ging der Blick von Sellers und Geschäftsführer Michael Rumrich nach Nordeuropa. Dort fanden die Heilbronner drei Finnen, Torhüter Riku Törnqvist sowie die beiden Stürmer Eetu Petteri Santanen und Jesse Lotonen. „Die nehmen das als Adventure, als Abenteuer“, berichtet Sellers.

Kurios: „Spieler aus der EU zählen bei uns in der Liga nicht als Ausländer, auch wenn sie eine Transferkarte haben. Wir spielen also praktisch ohne Ausländer, obwohl wir die drei Finnen haben“, fügt der Eisbären-Trainer hinzu.

Dass die Falken fast parallel einen finnischen Coach verpflichtet haben, ist Zufall

Dass Drittligist Heilbronner Falken fast parallel mit Niko Eronen einen finnischen Trainer verpflichtet hatten, spielte bei der Entscheidung für Törnqvist, Santanen und Lottonen keine Rolle. „Das war eine schöne Fügung“, berichtet Sellers. Einen Austausch gab es aber schon vorher. Santanen spielte in der Saison 2021/22 in der U 20 von Savonlinnan Pallokerho (kurz SaPKo), während Eronen das Profiteam des Vereins in der zweiten finnischen Liga coachte.

Reform der Baden-Württemberg-Liga

Im Sommer wurde die Baden-Württemberg-Liga erneut reformiert. Anstatt alle Teams der ehemaligen Regional- und Landesliga in einen Topf zu werfen wie in der vergangenen Runde, spielen nun nur noch die acht stärksten Mannschaften der Vorsaison in der höchsten Amateurklasse des Südwestens. Die anderen Teams bilden wieder eine Landesliga. Kai Sellers, der Trainer und Vorsitzende der Heilbronner EC Eisbären, begrüßt den Schritt: „Im letzten Jahr haben wir in der Vorrunde teilweise 30 Treffer gegen Gegner geschossen. Das hat uns nicht gutgetan, wir hatten zu viel Raum und Zeit, was wir gegen die guten Teams nicht mehr hatten und was wir dann nicht gewöhnt waren.“ nac

Eine Zusammenarbeit in Heilbronn ist nicht ausgeschlossen. „Wenn Niko Eronen seinen Kader im Training auffüllen muss, darf er gerne auf unsere Jungs zurückgreifen“, erklärt Sellers. Santanen und Törnqvist standen auch schon mit den Falken im Training auf dem Eis.

Heilbronn will in der erneut reformierten Baden-Württemberg-Liga wieder angreifen

Trotz des mittelgroßen Umbruchs wollen die Eisbären in der Baden-Württemberg-Liga wieder angreifen. Denn der Kader ist mindestens genauso stark, vielleicht sogar stärker als in der vergangenen Saison. Zum einen sind nordeuropäische Spieler extrem gut ausgebildet. „Im Jugendbereich wird in diesen Ländern sehr viel Wert auf Schlittschuhtechnik und das Läuferische gelegt“, berichtet Sellers. „Außerdem sind beide finnischen Stürmer sehr systemtreu, brechen nicht immer wieder aus dem System aus, was mich als Trainer freut und mit die Arbeit leichter macht.“

Santanen hat schon als Profi gespielt. In drei Spielzeiten absolvierte der 25-Jährige 84 Partien in der finnischen zweiten Liga, kam auf 19 Scorerpunkte. „Ich gehe davon aus, dass er fast zu stark für unsere Liga ist. Er ist sehr professionell und abgeklärt“, beschreibt ihn Sellers. Lottonen sei unheimlich schnell. Der 24-Jährige hat schon Auslandserfahrung, hat zuletzt in Schwedens dritter und Dänemarks zweiter Liga gespielt. Törnqvist kommt vom Ligakonkurrenten Baden Rhinos Hügelsheim.

Vorbereitungsspiele

Die Eisbären testen am 21. September beim Ligakonkurrenten TSG Reutlingen und am 26. September beim Bayernligisten Devils Ulm/Neu-Ulm, bevor die Saison 2025/26 am 5. Oktober (18.30 Uhr) mit einem Heimderby gegen den SC Bietigheim-Bissingen beginnt.

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