Happy Heimatgefühle für Heilbronner Squashspieler
Zum ersten Mal seit dem Juni-Hochwasser haben die Squashspieler der Hotsox Heilbronn wieder einen Oberliga-Heimspieltag ausrichten können.

Der Gemütszustand passt zum Ort. „Wir sind einfach happy, dass wir hier sein können“, sagt Sven Janke. Am Samstagnachmittag waren die Squashspieler der Hotsox Heilbronn erstmals in dieser Saison an einem Oberliga-Spieltag Gastgeber im Neckarsulmer Happy Match. Nach dem Neckar-Hochwasser von Anfang Juni ist das keine Selbstverständlichkeit gewesen.
Von der Neckartalstraße aus waren im Sommer noch wochenlang die schlammigen Hochwasser-Rückstände an den Büschen am Straßenrand zu sehen, als Mahnmal der Natur, sozusagen. Drinnen stand die braune Brühe mehr als ein Meter hoch auf den Squashcourts. Es brauchte mehr als ein bisschen Farbe, unter anderem neue Böden und damit viel Aufwand in allen Bereichen.
Vereinsleben nur per Handynachrichten
Angst, dass das Wasser die Squashzukunft des Hockeyclubs wegspült, die Sportart absäuft, die gab es nicht. „Auch 2013 ging es nach dem Hochwasser ja weiter“, sagt Stefan Rodekurth. Das Vereinsleben lag im Sommer 2024 allerdings komplett brach. „Wir haben uns ab und zu mal über Whatsapp geschrieben“, sagt Stefan Rodekurth. Jeder trainierte für sich. Zum Beispiel in Bietigheim, Stuttgart oder Wiesloch. Seit Ende Oktober sei man wieder zurück, sagt der 37-jährige Rodekurth, der mit Sven Janke (42) zusammen die Squash-Konstante in der Region darstellt.
Von der Bezirksliga bis in die Bundesliga
Rodekurth und Janke spielen seit bald 20 Jahren zusammen in der ersten Mannschaft. Mittlerweile zwickt es in den Knien, die Janke bandagiert hat. Von der Bezirksliga bis zur 1. Bundesliga hat das Duo schon mit den Hotsox gespielt. Nun geht es wie in den vergangenen Jahren in der Oberliga, der zweithöchsten Spielklasse, um den frühzeitigen Klassenerhalt. Als Siebter steht man im Neunerfeld knapp über dem Strich. Der Ligaverbleib soll auch dieses Mal gelingen. Beim Heimspieltag schnuppern die Gastgeber gegen die Sport-Insel Stuttgart II an einer Überraschung. Doch sowohl Rodekurth als auch Janke verlieren knapp in fünf Sätzen. 1:3 statt 3:1 heißt es somit. Kurios fällt die Niederlage von Sven Janke aus, der sich bei den Sätzen verzählt, deshalb nach dem verlorenen fünften Satz denkt, dass der Entscheidungssatz erst noch folgt. „Das ist mir auch noch nie passiert“, sagte der Bad Friedrichshaller hinterher. Andreas Remitschka gewann als Einziger sein Einzel. Anders als zu Erst- oder Zweitligazeiten kommen keine Ausländer mehr bei den Unterländern zum Einsatz. „Wir haben alles erreicht, waren in der 1. Liga“, sagt Rodekurth, dass bei allem sportlichem Ehrgeiz auch der Spaß nicht auf der Strecke bleiben soll.
Die Sportler werden immer älter
Im zweiten Spiel des Tages musste sich das Quartett, das André Müller-Weitze komplettiert, dem Tabellenführer Squash Devils mit 0:4 geschlagen geben. Squash hat in Deutschland schon bessere Zeiten erlebt, dabei ist die Sportart doch 2028 in Los Angeles olympisch. „Überall kennt man sich seit 20 Jahren. Das ist das Problem der Sportart“, sagt Sven Janke. „Die Alterspyramide im Squash ist nicht anders als in der Gesellschaft“, ergänzt Stefan Rodekurth. Die Spieler werden immer älter, zudem steht man mit anderen Rückschlagsportarten wie Padel-Tennis in Konkurrenz.
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