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Griff für Griff zum Meistertitel klettern

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Beim Jugendcup in der Kletterarena der Sektion Heilbronn des DAV treten 13 Nachwuchs-Kletterer aus der Region an. Amelie Kühne aus Untereisesheim ist eben erst Deutsche Vize-Meisterin geworden, nun ist sie auf den dritten Platz in Baden-Württemberg geklettert.

Von Christine Faget

Nur sie und die Wand: Sobald Amelie Kühne den ersten Griff in die Hand nimmt, verblassen die Rufe und Flüche hinter ihr. „Da konzentriert man sich nur noch und hört nicht mal mehr, wenn man angefeuert wird.“ Den Kopf in den Nacken gelegt, verfolgen Eltern, Trainer, Fans gebannt, wie sich der Nachwuchs beim Lead-Klettern des Jugendcups auf mehreren Routen gleichzeitig die 18,5 Meter hohe Wand der Kletterarena der Sektion Heilbronn des DAV hinaufwindet, stets ein hehres Ziel vor Augen: baden-württembergischer Meister zu werden.

Zitternde Oberschenkel

Amelie Kühne kommt aus Untereisesheim und tritt als eine von 112 Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren an. Die 15-Jährige ist eben erst deutsche Vize-Meisterin in ihrer Altersklasse geworden. Nun schmiegt sie sich mit zitternden Oberschenkeln die Wand entlang, testet vorsichtig Griff für Griff. Sechs Minuten hat sie Zeit, so hoch wie möglich zu gelangen. Dazwischen gilt beim Lead-Klettern immer wieder: Seil einspannen.


Die erste Qualifikationsrunde an diesem Samstag hat Kühne erfolgreich hinter sich gebracht. Bis ganz oben ist sie gekommen. Gelingt ihr das in dieser zweiten Runde ebenfalls, darf sie sicher im Finale antreten. Und hat damit beste Aussichten, als Dritte abzuschneiden: Die besten Klettermaxe Baden-Württembergs messen sich schon seit Februar in der Meisterschaft. An fünf Tagen wurde und wird in den drei Disziplinen Bouldern, Speed-Klettern und Lead-Klettern ermittelt, wer den Titel am Ende erklimmt. In Heilbronn werden nun die Gewinner im letzten Wettkampf ermittelt, in der Disziplin Lead-Klettern.

Schaukeln im Fels

Entsprechend gespannt verfolgen Mutter Elke Kühne und Bruder David am Boden jeden Tritt: „Wir fiebern und leiden mit.“ Das Kletterfieber hat sich zur Freude der Mutter in der ganzen Familie ausgebreitet: „Ich finde es schön, dass wir als Familie den gemeinsamen Sport haben.“ Amelie Kühne hat es erwischt, als die Eltern sie als kleines Kind mit an den Felsen nahmen. „Das war aber so zum Spaß und immer mit Schaukeln verbunden“, erinnert sich die heute 15-Jährige. Das Schaukeln mochte die kleine Amelie besonders gerne, ihre Eltern haben ihr manchmal extra Schwung gegeben, wenn sie mit dem Seil an einem Überhang hing.

Erst, als sie zwölf Jahre alt war, suchte sie ihr Kletterglück auch in der Halle, beim Bouldern. Mittlerweile trainiert sie fünf Mal die Woche, am Wochenende fährt sie oft zu Wettkampfterminen. Am liebsten klettert sie jedoch immer noch Lead, so wie jetzt: Geschmeidig zieht sie sich an den oberen Griffen der Route die Wand hoch, schiebt ihren gelenkigen Körper bis zum Ende der Route. „Oh Gott sei Dank“, entfährt es Mutter Elke, während sich Amelie Kühne entspannt abseilt. Und dabei ein bisschen schaukelt.

Aus der Region angetreten sind: Amelie Kühne, Helena Waltz, Evita Waltz, David Schwager, Nico Schulz, David Kühne, Stefan Schmieg, Luca Jung, Finn Jung, Jan Engelmann, Hannes Leitner, Jamain Steckel, Luisa Thomas.

 

 

 

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