Golfer problemlos auf Abstand
Golfplätze in der Region sind frequentiert, doch die Mitglieder achten auf die Regeln und halten auch ihren Startzeiten ein. Ein Überblick.

Nicht einmal der Nasen-Mundschutz verdeckt das Lächeln. Gerald Schleucher hat gute Laune - und das aus gutem Grund. "Es ist alles prima angelaufen", sagt der Geschäftsführer des Golfclubs Heilbronn-Hohenlohe. Er steht vor dem Clubhaus in der Sonne und spricht mit zwei Mitgliedern - in gebührendem Abstand.
Nicht nur die zu den Leading Clubs of Germany zählende Golfanlage im hohenlohischen Friedrichsruhe hat dank der Lockerungen während der Corona-Pandemie seit einer Woche geöffnet, auch auf allen anderen Golfplätze in der Region darf wieder gespielt werden. Allerdings unter strengen Auflagen. So darf nur abschlagen, wer zuvor online eine Startzeit gebucht hat. Gleiches gilt für die Driving Range. In Zweierflights geht es im Zehn-Minuten-Takt auf die Grüns, in Friedrichsruhe sind seit Samstag auch wieder Viererflights sowie 18-Loch-Runden mit 15-Minuten-Abstand erlaubt. Die Umkleidekabinen sind jedoch geschlossen, einzig Toiletten stehen zur Verfügung.
Freude zählt mehr als Einschränkungen
Gerald Schleucher bestätigt, dass sich die Golfer vorschriftsmäßig bewegen. "Die Freude überhaupt spielen zu können, überwiegt deutlich gegenüber der ein oder anderen Einschränkung", sagt er. Ein Blick auf den Parkplatz in Friedrichsruhe zeigt, wie groß die Sehnsucht ist, nach der wochenlangen Zwangspause endlich wieder bei bestem Wetter und besten Platzverhältnissen zu trainieren.
Sicherheitskonzept greift
"Ich bin total stolz auf unsere Mitglieder", sagt Wahid Ben Amara vom Golfclub Talheimer Hof, "alle halten sich an die Regeln und unser Sicherheitskonzept greift." Die Regenfälle am Starttag vor einer Woche sind zwar schade gewesen, hatten aber auch ihr Gutes. Auf diese Weise ist noch etwas Zeit geblieben, die ein oder andere Maßnahme zu überprüfen und zu korrigieren. Die Clubs haben Empfehlungen vom Golfverband erhalten, parallel gilt es, die jeweiligen Infos und Daten der Kommunen einzuhalten.
"Am Dienstag ist es richtig los gegangen", sagt Barbara Preuß vom Golfclub Bad Rappenau. Derzeit sind dort nur Neun-Loch-Runden gestattet, um allen Mitgliedern einen Wiedereinstieg ohne lange Wartezeit zu ermöglichen. Beschwert hat sich darüber niemand, wie auch nicht über die - zumindest in Bad Rappenau bisher unübliche - Startzeiten-Regelung. Im Golf- und Landclub Liebenstein ist dieses Procedere Usus. Dort kontrollieren derzeit drei Marshalls nicht nur den Spielfluss auf der Anlage. "Die Leute werden auch abgehakt", sagt Sabine Waller. Sie findet lobende Worte für die Mitglieder: "Alles läuft sehr zivilisiert ab, einige haben auch Angst vor dem Virus."
Aufruf unter den Mitgliedern und achtsame Marshalls
Mit drei Kursen haben die Mitglieder auf der Anlage zwischen Talheim und Neckarwestheim wie auch in Friedrichsruhe ausreichend Platz, um problemlos auf Abstand zu bleiben. Einem Aufruf des Golfclubs Heilbronn-Hohenlohe, sich doch als Starter zur Verfügung zu stellen, sind 60 Freiwillige gefolgt. Eine hohe Resonanz, auf die Gerald Schleucher nicht ohne Stolz hinweist. Ihr Lohn: Nach ihrer etwa zweistündigen Schicht erhalten sie eine Spielgarantie.
Wie überall nehmen auch Edith und Harald H. Walter von der Anlage Golfoase Pfullinger Hof in Schwaigern-Stetten die strengen Hygienevorschriften sehr ernst. Sie haben gleich mehrere Hygieneständer aufgestellt - und "wir haben allein für tausend Euro Desinfektionsmittel angeschafft", sagt Edith Walter. Sie denkt trotz der aktuellen Situation positiv und berichtet, die Abläufe hätten sich gut eingependelt. "Alles klappt wunderbar, es ist ein Spielen wie im Paradies."
Greenkeeper sorgen für grüne Teppiche
Auch dank der Greenkeeper, die allerorten die Zwangspause der Spieler für satt-grüne Teppiche perfekt genutzt haben. Manche Arbeiten haben sie gar schon vorgezogen, um nun den Aktiven bestmögliche Bedingungen zu offerieren.
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