Erster Schlagabtausch der Kampfexperten bleibt verbaler Natur
Beim offiziellen Wiegen kommen sich die Hauptkämpfer der Heilbronner Boxnacht erstmals gefährlich nahe. Die Trainer und Offiziellen verhinderten, dass beide Boxer verfrüht loslegten.

Beim obligatorischen Face to Face gerieten die Protagonisten am Freitag beinahe schon aneinander. "Nicht so nah. Deine Nase berührt nicht meine, sonst muss ich schielen, wenn ich dich anschaue", warnte Slawa Spomer seinen Kontrahenten. Victor Ionascu, der ihm frontal gegenüberstand, erwiderte: "Du stinkst." Die Trainer und Offiziellen verhinderten, dass beide Boxer schon verfrüht den Schlagabtausch suchten.
Kein Kumpels-Fight im Heilbronner Eisstadion
In jedem Fall sind die Fronten für das Duell im Superweltergewicht um den Europameistertitel der World Boxing Federation (WBO) abgesteckt. Da treten am Samstag im Heilbronner Eisstadion ganz sicher keine zwei dicken Kumpels in den Ring, um herauszufinden, wer denn nun der Bessere ist. Es dürfte ein emotionales Duell werden. "Der Sieg gehört mir", ließ Ionascu im Anschluss wissen. Über seinen Gegner wollte der 27-Jährige gar nicht erst sprechen. "Meine Stärken und wie ich ihn besiegen werde, das bleibt geheim. Der Ring wird alles zeigen", sagte der amtierende Intercontinental-Champion der World Boxing Federation (WBF), der seinen Titel Ende April durch technischen K.o. verteidigt hatte. Der Georgier Kakha Avetisiani - ein Mann mit 59 Niederlagen auf dem Konto - war dabei allerdings eher ein Sparringspartner als ein ernstzunehmender Herausforderer.
An Spomer perlten die Provokationen ab. Als "unnötig" bezeichnete der Lokalmatador das angriffslustige Auftreten seines Gegners. "Wir werden das morgen Abend im Ring klären", machte der amtierende Intercontinental-Champion der International Boxing Federation (IBF) klar. Bei seinem Titelgewinn vergangenes Jahr in der Römerhalle hatte der 29-Jährige mit dem bis dahin ungeschlagenen Spanier Jose Gregorio Suero ein ganz anders Kaliber bezwungen.
Weiterer Lokalmatador im Ring
Neben dem Hauptkämpfer Spomer wird am Samstag ein weiterer Lokalmatador in den Ring steigen. Der Neckarsulmer Hakan Tosun bestreitet seinen zweiten Profikampf. Gegner ist der Georgier Nika Nakashidze. "Ich will natürlich den Sieg mitnehmen", sagt der 28-Jährige. Mittlerweile hat sich geklärt, was seine rätselhaften Magen-Darm-Beschwerden ausgelöst hat, die ihn über Monate im Training stark einschränkten. "Ich hatte eine Quecksilbervergiftung", erklärte der Neckarsulmer. Woher die rührte, ließ sich bisher nicht feststellen. "Ein Verdacht lautet, dass es durchs Tauchen passiert ist. Oder eben durch den Konsum von Meeresfrüchten", sagt Tosun. Unabhängig von der Ursache ist der Weltergewichtler erst einmal froh, endlich eine Diagnose zu haben, die eine zwar langwierige, aber zielgerichtete und effektive Behandlung erlaubt. "Ich fühle mich inzwischen sehr viel besser", sagt Tosun.
Der Karosseriebauer bei Audi trainiert wie Spomer-Kontrahent Ionascu inzwischen beim Boxclub "Home of Champions" in Eggenstein-Leopoldshafen bei Karlsruhe. "Ich hatte dort eine super Vorbereitung und bin absolut fit", versichert Tosun.
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