Emotionales Adieu: Mit einer kreativen Gala sagen Max Hanselmann und Serafin Schefold Danke
Unerwartet beendeten die mehrfachen Zweier-Weltmeister im Kunstradfahren, Serafin Schefold und Max Hanselmann, vergangenes Jahr ihre Karriere. Am Samstag verabschiedete sich das Duo mit einer Gala in der Öhringer Kultura. Beide sollen noch eine besondere Würdigung bekommen.

Sie haben es getan. Noch ein letztes Mal. Lange haben Serafin Schefold und Max Hanselmann überlegt, ob sie sich auf ihr Kunstrad schwingen. Weil der eigene Anspruch in 15 Jahren Leistungssport stets hoch gewesen ist. „Das Bild haben wir nicht zerstören wollen“, sagt Serafin Schefold. Wissend, ihre Kür ist geprägt ist von Präzision und gespickt mit technischen Schwierigkeiten. Doch: Sie haben es getan – und werden dafür gefeiert. Gänsehautmomente. Ovationen in Öhringen!

Bei ihrer Abschiedsgala am Samstagabend in der voll besetzten Kultura läuft die WM-Kür mit Original-Kommentar der BBC von Glasgow 2023, das Kunstrad-Duo vom RV Öhringen brilliert. Plötzlich geht das Licht an – und die Zwei radeln live in ihren Regenbogentrikots, der Lohn der Weltmeister, auf die Fläche. Minuten zum Genießen.
Rückblick auf eine außergewöhnliche Karriere
Max Hanselmann und Serafin Schefold bieten eine besondere Abschiedsgala – mit Rückblick auf ihre außergewöhnliche Karriere in einer oft unterschätzten Sportart. Wäre diese mit dem olympischen Label bedacht, der 27-jährige Max und sein ein Jahr älterer Freund und Sportkamerad wären Superstars.
„Das Schöne ist zu wissen, dass wir bis zum Schluss Spaß gehabt haben.“
Serafin Schefold
Sechs Mal Weltmeister, Weltrekordhalter, Träger des Silbernen Lorbeerblattes – vor allem aber faire Ausnahmeathleten, beeindruckende Persönlichkeiten.

Gestritten haben sie nie. „Wir haben schnell begriffen, dass es uns nicht weiterbringt, dem Anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben“, sagt Serafin Schefold beim finalen Plaudern nach mehr als vier Stunden Gala.
Würdigungen für Max Hanselmann und Serafin Schefold
Am 17. Juli 2024 machen sie das sportliche Ende publik. Mehr als ein halbes Jahr später werden sie von Bundestrainer Dieter Maute und Weggefährten gewürdigt, von Rednern wie Öhringens OB Thilo Michler gelobt und mit einer Skulptur in der Cappelaue beschenkt, von Clubkollegen um Ex-Weltmeisterin Claudia Wieland mit kreativen Showacts überrascht und von Gesten emotional berührt – nicht nur, als ihr Trainer Jürgen Wieland aufs Kunstrad steigt, um mit seinen Enkeln Lotta und Toni Danke zu sagen.

Serafin Schefold und Max Hanselmann sind in ihrem Leben nach dem Leistungssport angekommen. „Schneller als gedacht“, sagt Serafin Schefold. Der Student hat gerade noch Klausuren geschrieben, sein Freund steckt in der Meisterprüfung. Was bleibt: „Das Schöne ist zu wissen, dass wir bis zum Schluss Spaß gehabt haben und stolz sind, dass wir alle sportlichen Ziele erreicht haben.“ Ein Adieu mit Stil! Und Aftershow-Party im „Fiasko“ – mit aufgehobener Sperrstunde.
„Das Schöne ist zu wissen, dass wir bis zum Schluss Spaß gehabt haben.“Serafin Schefold





Stimme.de
Kommentare