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Schwimmen

EM-Gold 50 Prozent "Made in Neckarsulm"

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Die Schwimmer der Neckarsulmer Sport-Union Annika Bruhn und Henning Mühlleitner sind in Glasgow Europameister in der Mixed-Staffel über 4 x 200 Meter Freistil.

Von Alexander Bertok
Goldjubel (von links): Henning Mühlleitner, Annika Bruhn, Refa Foos und Jacob Heidtmann. Foto: DTU/Jo Kleindl
Goldjubel (von links): Henning Mühlleitner, Annika Bruhn, Refa Foos und Jacob Heidtmann. Foto: DTU/Jo Kleindl  Foto: Foto: DTU/Jo Kleindl

Er krächzt ins Telefon. "Ich bin völlig heißer", sagt Christian Hirschmann, Trainer der Neckarsulmer Sport-Union. Er sitzt in der Schwimmhalle von Glasgow. Als Zuschauer. Und er hat die Mixed-Staffel über 4 x 200 Meter Freistil von der Tribüne aus lautstark angefeuert. Überwältigt vom Erfolg, ruft er: "Das ist eine Sensation."

Erstes Gold für die Schwimmer

Es war ein Titel mit dem keiner gerechnet hatte - und die erste Goldmedaille für Deutschland bei den European Championships in Glasgow. Am Samstagabend schwammen Jacob Heidtmann (Elmshorn), Henning Mühlleitner (Neckarsulmer Sport-Union), Reva Foos (Darmstadt) und Annika Bruhns (Neckarsulmer Sport-Union) zu Gold. "Sie haben sich für immer in den Geschichtsbüchern verewigt, als erster Europameister über diese Strecke", meint Hirschmann.

Dass gleich zwei Mitglieder der Neckarsulmer Sport-Union bei der Premiere auf europäischer Ebene im Team standen, untermauert die erfolgreiche Arbeit im Aquatoll-Sportbad unter dem Trainerduo Hirschmann und Hannes Vitense. Das Projekt lobt auch ARD-Kommentator Tom Bartels und nennt Christian Hirschmann als Motor.

"Krasse Leistung" von Bruhn

"Das ist mehr als überraschend", sagte Henning Mühlleitner am späten Samstagabend und konnte sein Glück immer noch nicht fassen. Er hob vor allem den fesselnden Endspurt von Vereinskameradin Annika Bruhn hervor. "Dass war eine krasse Leistung."

Für Mühlleitner war es zu seiner Bronzemedaille über die 400 Meter Freistil vom Freitag nochmals eine emotionale Steigerung. "Als Staffel ganz oben zu stehen, das ist ein ganz besonderes Gefühl und macht einen noch stolzer."

Mit einer Medaille haben sie insgeheim schon spekuliert, verrät Annika Bruhn, "mit Gold hat aber niemand von uns gerechnet. Wir können es immer noch nicht ganz glauben." Beim Anschlag hatte Bruhn den Sieg nicht realisiert. "Erst als es mir die anderen zugeschrien haben", sagt die 25-Jährige. Als Moment für die Ewigkeit hat sich ihr die anschließende Siegerehrung ins Gedächtnis eingebrannt. "Wenn die deutsche Hymne gespielt wird, ist das etwas ganz Besonderes. Es sind Gefühle, die man nicht beschreiben kann. Ich habe versucht, alles in mich aufzusaugen."

Markenzeichen NSU

EM-Gold zu 50 Prozent "Made in Neckarsulm", der Schwimmsport in Neckarsulm wächst zu einem Markenzeichen heran. Daran ändert auch nichts, dass die Mixed-Staffel noch nicht von allen Nationen die höchste Priorität genießt.

Es war ein spannender Rennverlauf. "Platz drei, Platz vier, da sind wir dabei, hab" ich die ganze Zeit gedacht, und dann hat Annika als Schluss richtig einen rausgehauen", sagt Hirschmann. "Sie ist über sich hinausgewachsen, verbesserte ihre Bestzeit um 1,6 Sekunden. Es war das Rennen ihres Lebens."

Letztlich schwammen alle Vier persönliche Bestzeit. Henning Mühlleitner steigerte sich auf Position zwei um fünf Zehntel. Beim Wechsel von Foos auf Bruhn lief das deutsche Quartett Gefahr, aus den Medaillenrängen zu rutschen, doch auf den letzten 100 Metern peitschte sich Bruhn nach vorne. Vorbei an Großbritannien. Vorbei an Russland. Zu Gold. "Das war eine tolle Teamleistung, die haben sich gegenseitig zur Höchstleistung gepusht", hebt Hirschmann den Mannschafts-Spirit hervor.

Im Finale steigerte sich das deutsche Quartett gegenüber dem Vorlauf - hier wurden Mühlleitner und Bruhn noch geschont und durch Marius Zobel und Isabel Marie Gose vertreten - von 7.35,16 auf 7.28,43 Minuten, was beim zweiten Einsatz eines Mixed-Nationalteams selbstredend deutschen Rekord bedeutete.

Henning Mühlleitner hatte schon nach seinen beiden ersten Einsätzen seine eigenen Erwartungen weit übertroffen. Doch nicht nur das Gold-Duo wird weiter dafür sorgen, dass die Stimme von Christian Hirschmann heißer bleibt, denn mit Celine Rieder und Fabian Schwingenschlögl haben zwei weitere Neckarsulmer noch EM-Einsätze vor sich.

Freude bei Neckarsulmer Schwimmer

Auf ihrer Facebook-Seite gratulieren die Schwimmer der Neckarsulmer Sportunion ihren Athleten zum Erfolg. 

 

 

 

 

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