Ein sprachloser Weltmeister aus Degmarn
Degmarn hat einen dreifachen Weltmeister: Der 26-jährige Jörg Bertsch hat am Wochenende in Japan alle drei möglichen Goldmedaillen im Inline Alpin gewonnen. Kurios ist, wie sein Talent einst entdeckt wurde.
Etwa 60 grinsende Fans und Freunde, die erwartungsvoll Spalier stehen. Dazwischen ein roter Teppich. So sah es am Mittwoch vor dem Sportheim in Oedheim-Degmarn aus. Worauf alle warteten? Auf Inline-Ass Jörg Bertsch. Dass er bei Wettkämpfen ganz vorne mitrollt, ist nichts Neues. In Spanien hat er dieses Jahr seinen ersten Weltcup gewonnen, im vergangenen Jahr sowohl den Internationalen Inline-Cup als auch den 3. Michael-Sandel-Cup.
Dass der 26-jährige Oedheimer Lokalmatador aber am Wochenende in Japan gleich dreifacher Weltmeister wurde, das war Premiere – und für den TSV Degmarn ein Grund für einen ordentlichen Überraschungsempfang.
Der Weltmeister kommt müde an
Gemeinderäte, Vereinsausschuss, Ehrenmitglieder und natürlich die Familie hatten sich ab 20 Uhr in Degmarn versammelt, um Bertsch zu begrüßen. Dass er dann doch erst eine Stunde später als erwartet ankam, das nahmen seine Fans sportlich. Gemeinsam mit seinem Vater und privatem Trainer Eugen Bertsch war Jörg Bertsch von seiner Abreise in Japan bis zum Empfang in Degmarn gut 24 Stunden unterwegs. Sichtlich müde, aber riesig erfreut, zeigten sich die beiden Bertschs bei der Begrüßung. „Jörg ist sprachlos“, sagte sein Vater.
Dafür überschlugen sich die Anwesenden mit Lobeshymnen: „Lange hieß es, die Elite des Inline-Sports kommt nach Degmarn. Jetzt heißt es, die Elite kommt aus Degmarn“, freute sich Matthias Schmitt, Bürgermeister der Gemeinde Oedheim. „Schon ein einziger Titel wäre ein wahnsinniger Erfolg gewesen. Aber gleich drei, das kann ich noch gar nicht richtig realisieren“, so Armin Keicher, Vorsitzender des TSV Degmarn.
Bertsch gewinnt im Slalom, Riesenslalom und in der Kombination
Insgesamt 34 Athleten sind am Wochenende in Saitama gestartet, davon 20 Herren. Dass er sich eine Goldmedaille schnappen würde, das hatte Bertsch fest gehofft. Dass er aber die schnellste Zeit im Riesenslalom hingelegt, der Beste im Slalom ist und auch in der Kombination gewinnt, daran hätte er im Traum nicht gedacht.
Entdeckt wurde Bertsch einst übrigens beim Austragen des „Echo". Die bereits verstorbene Inline-Größe, der ehemalige TSV- Abteilungsleiter Michael Sandel, sah Bertsch mit Zeitungen unter dem Arm rasant die Treppenstufen hoch- und runterspringen – und erkannte sofort sein Talent.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare