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Ein ganz besonderer Weltrekord für Serafin Schefold und Max Hanselmann

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Die Öhringer Serafin Schefold und Max Hanselmann stellen beim Heimwettkampf in Pfedelbach mit 173,5 Punkten eine Bestmarke der Zweier auf. Die magische Grenze von 170 Punkten ist auf dem Weg zur WM im Oktober damit geknackt.

Perfekter Auftritt beim Heimwettkampf in Pfedelbach: Akrobatische Übungen sind die Stärke von Max Hanselmann (links) und Serafin Schefold.
Foto: Marc Schmerbeck
Perfekter Auftritt beim Heimwettkampf in Pfedelbach: Akrobatische Übungen sind die Stärke von Max Hanselmann (links) und Serafin Schefold. Foto: Marc Schmerbeck  Foto: Schmerbeck, Marc

Fünf Minuten lang herrschte gespannte Stille im Publikum. Die Blicke der Zuschauer ruhten gebannt auf Max Hanselmann und Serafin Schefold. Der Kunstrad-Zweier des RV Öhringen machte den Heimwettkampf in Pfedelbach am Sonntag zu einer ganz besonderen Show. Als sie am Ende ihrer Übung vom Rad stiegen hielt es keinen mehr auf den Sitzen. Und die dreifachen Weltmeister hatten sich die Ovationen auch redlich verdient. 173,5 Punkte prangten auf der Anzeige.

Schon wieder. Die beiden hatten ihre eigene Bestmarke, die sie in diesem Jahr erst mit 168,94 Punkten aufstellten, praktisch pulverisiert. Es war eine fast perfekte Kür, die Schefold/Hanselmann im Finale der Zweier Open Disziplin beim 1. German Masters, dem Auftakt zur WM-Qualifikation, zeigten. "Heute morgen war es schon nicht schlecht, es war noch ein wenig wackelig. Am Abend bei der Atmosphäre macht es einfach noch mehr Spaß, da knistert es richtig und man ist noch mehr konzentriert", sagte Hanselmann. "Der Punktzahl nach - und auch vom Gefühl her - war es ja wirklich perfekt."

Trainer Wieland ist völlig überwältigt

172,5 Punkte hatten sie eingereicht, durch taktische Übungen den Wert erhöht und waren so sicher gefahren, dass es nur wenige Abzüge gab. "Ich bin natürlich von dem Weltrekord überwältigt, weil er brutal gut ist. Es ist ein Weltrekord auf Zeit, den können sie im Moment nur selbst erhöhen", meinte Trainer Jürgen Wieland. "Die anderen, die da einmal hinkommen wollen, werden sich die Zähne ausbeißen. Es war wirklich eine phantastische Leistung. Ich bin begeistert." Zum ersten Mal überhaupt knackte ein Kunstrad-Zweier die Marke von 170 Punkten. "Das war eine historische Leistung", kommentierten Benedikt Bugner und Annika Klotz im Livestream.

Mit dem Tagessieg vor Nico Rödiger/Lea-Victoria Styber (Langenselbold/158,58 Punkte) haben Schefold/Hanselmann auch einen großen Schritt in Richtung Weltmeisterschaft gemacht. Diese findet Ende Oktober in der Stuttgarter Porsche Arena statt. Bis dahin stehen noch drei Qualifikationswettbewerbe im Abstand von zwei beziehungsweise drei Wochen auf dem Programm. "Wir fühlen uns gut. Es ist wichtig, gut in die WM-Qualifikation zu starten mit zwei Ergebnissen. Es sind insgesamt sieben Ergebnisse die wir bei den German Masters und bei der deutschen Meisterschaft herausfahren und davon zählen die fünf besten für die WM-Quali", erklärte Hanselmann den Modus.

An der Kür feilen bis zur WM

Wenn die beiden verletzungsfrei bleiben, sollte das Ticket für Stuttgart nur Formsache sein. Bis dahin wollen die beiden weiter an ihrer Kür feilen.

Schon am Nachmittag beim Vorkampf hatten das Duo eine starke Leistung gezeigt, kam auf 167 Punkte, war bis kurz vor Ende der Übung auf Weltrekord-Kurs. "Es wird interessant bleiben, ob wir in diesem Jahr noch die 170 Punkte schaffen", sagte Wieland danach. "Das wäre eine neue Traummarke."

Und schon am Abend wurde die Traummarke geknackt.

"Es war schön, mal wieder, bis auf die Masken in der Halle, einen normalen Wettkampf zu fahren", sagte Hanselmann. "Mit einem großen Starterfeld und vor Zuschauern, die, denke ich, auch froh waren, mal wieder einen Wettkampf live erleben zu können." Schon im Vorfeld hatte der Ausrichter RV Öhringen die volle Unterstützung der Gemeinde Pfedelbach bekommen. Und auch die Zuschauer nahmen die kleinen Einschränkungen mit Check-in am Eingang und Maskenpflicht in der Halle gerne in Kauf.

Wenn Weltrekordler beim Abbau helfen

Bis gegen Mitternacht waren Schefold/Hanselmann dann noch in der Halle. Eher gemütlich feiernd denn ausgelassen. Montagmorgen halfen die Weltrekordler dann auch noch beim Aufräumen. Aber eines gönnten sie sich am Montag dann doch: trainingsfrei.

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