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Die ungewöhnliche Vorbereitung der Riesen Ludwigsburg

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Der neue Chefcoach der Riesen Ludwigsburg, Mikko Riipinen, ist aktuell beim schwedischen Nationalteam. Beim Basketball-Bundesligisten ist er momentan in erster Linie mit elektronischen Hilfsmitteln präsent. Wie sehen dies Spieler und Verantwortliche?

Der aktuell verletzte Brandon Tischler (hinten Mitte) schaut auf den Block von Ludwigsburgs Maxwell Dongmo Temoka (li.) gegen Gabriel de Oliveira.
Der aktuell verletzte Brandon Tischler (hinten Mitte) schaut auf den Block von Ludwigsburgs Maxwell Dongmo Temoka (li.) gegen Gabriel de Oliveira.  Foto: Marc Schmerbeck

Es ist eine höchst ungewöhnliche Vorbereitung auf diese Saison bei den Riesen Ludwigsburg. Der Basketball-Bundesligist muss die meiste Zeit ohne seinen neuen Cheftrainer auskommen. Denn Mikko Riipinen ist in Doppelfunktion schwedischer Nationaltrainer und bereitet sich mit den Skandinaviern auf die am Mittwoch beginnende Europameisterschaft vor. Für Riipinnen eine fast schon gewohnte Situation, war es doch vergangenes Jahr ähnlich, als er Göttingen trainierte. Und die Ludwigsburger Verantwortlichen tätigten seine Verpflichtung mit dem Wissen um die Umstände.

Weil alles gut vorbereitet war, ist die Abwesenheit des Coaches kein Problem 

Kein Problem ist es aus Sicht von Brandon Tischler. „Alles war von Anfang an gut eingefädelt. Wir waren früh, noch bevor sich das Team getroffen hat, über Text oder Telefon in Kontakt mit dem Trainer“, sagte der momentan verletzte Forward der Riesen nach dem 85:80-Erfolg im ersten Testspiel gegen den Zweitligisten Hakro Merlins Crailsheim. „Da hat man gleich gemerkt, dass die Connection zwischen Team und Trainer sehr gut ist. Er hat gleich klar gemacht, wie es läuft. Er hat uns das Vertrauen gegeben und erwartet, dass wir es zurückgeben.“ So lief alles normal weiter, auch nachdem sich Riipinen nach Schweden verabschiedet und dessen Assistent Kenneth Desloovere den Trainingsbetrieb übernommen hatte.

„Alle spurten. Es ist kein Unterschied, ob Mikko oder Kenneth dasteht. Der Respekt ist derselbe“, sagt Tischler. Ungewöhnlich an der Vorbereitung ist in diesem Jahr auch, dass gleich im ersten Testspiel sechs Spieler nur zuschauten, weil sie angeschlagen sind. Tischler rechnet damit, dass er in zwei Wochen wieder in den Trainingsbetrieb einsteigen kann.

Brandon Tischler sieht Medaillenchancen für die deutschen Basketballer bei der Europameisterschaft

Dann müsste auch Riipinen schon länger wieder zurück in Ludwigsburg sein. Denn Schweden, der zweite Gruppengegner der Deutschen am Freitagmittag hat nur Außenseiterchancen, in die Finalrunde einzuziehen. Titelfavoriten sind andere. Deutschland zum Beispiel. „Die Truppe ist wirklich sehr, sehr stark“, sagt Tischler. „Eine Medaille ist fast schon ein Muss. Ich bin da optimistisch.“ Hauptkonkurrenten aus seiner Sicht sind Serbien und „Team Doncic“, also die Slowenen um Luka Doncic, einen der großen Stars der nordamerikanischen Profi-Liga NBA. Auch der Crailsheimer Trainer David McCray glaubt, dass Deutschland mindestens das Halbfinale erreichen kann, und hat ebenfalls die Serben als härtesten Konkurrenten auf dem Zettel.

Über die Riesen, seinen Ex-Club, sagte er nach dem Test-Vergleich: „Ich glaube, das ist eine gute Mannschaft. Die beiden Guards sind richtig stark“ Einen ähnlichen Eindruck hat auch Tischler. „Wir hatten eine gute Aggressivität im Spiel. Unser Team ist schwer zu vergleichen mit dem der vergangenen Saison. Letztes Jahr hatten alle eine Größe, alle auf Defense fokussiert. Dieses Mal habe wir unterschiedliche Größen, manche sind eher auf Defense, die anderen eher auf Offense fokussiert. Ich würde nicht sagen, dass es besser oder schlechter ist, sondern einfach anders.“ So wird in dieser Saison auch ein anderer Spielstil als der abwehrlastige unter Trainer John Patrick zu erwarten sein.

Ludwigsburgs Chefcoach Mikko Riipinen ist zwar physisch nicht anwesend, aber mental 

„Es war solide“, sagte Desloovere zum ersten Test. Er steht in ständigem Kontakt zu Riipinen. Das Spiel gegen die Merlins verfolgte der Chefcoach in einem extra für ihn laufenden Livestream. „Mikko ist physisch zwar nicht da, aber mental präsent“, sagt Desloovere und berichtet von ständigen Schalten und Gesprächen mit Riipinen. „Wir wollen eine Identität in Ludwigsburg aufbauen.“ Dabei werden auch Abwehrarbeit und Physis eine Rolle spielen – aber nicht nur.

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