Die Besten vom Rest
Die Frauen des TB Richen mühen sich gegen Schlusslicht Mosbach zum Sieg, stehen in der Liga aber gut da. Inzwischen scheinen sie angekommen zu sein in der Bezirksliga.

Dass Tobias Gimber die grüne Karte schon in der Hand hatte, war so kurz vor dem Ende überhaupt kein gutes Zeichen. Der Gegner war wieder am TB Richen dran. 21:21, das Schlusslicht der Bezirksliga hatte ausgeglichen. Nicht einmal drei Minuten vor Schluss. Aber der Trainer der Richener Frauen zögerte noch, die zweite Auszeit zu ziehen. Und er tat gut daran. Denn mit dem Gegenangriff in derselben Minute gelang Shirin Hirzel der Treffer zum 22:21. Als dann noch Mirjam Auderer-Meixner den nächsten Ball hielt, konnte Gimber die Karte guten Gewissens beiseite legen. Das Spiel war entschieden.
Mit 23:21 setzten sich die Richener Frauen letztlich durch, behaupteten mit Ach und Krach ihren fünften Tabellenplatz. Der Auftritt aber war alles andere als ruhmreich, das stritt auch ein erleichterter Gimber nicht ab. Zumal das Schlusslicht dezimiert angereist war. "Das war ein Arbeitssieg, ganz klar", sagte der Richener Trainer. Dass es hinten raus noch einmal eng wurde, sei absolut unnötig gewesen. Allerdings hatten die Kraichgauerinnen schon von Beginn an ihre Mühe mit den Odenwälderinnen.
Zu leicht durchschaubar
"Wir tun uns immer schwer gegen Mosbach", berichtete Nadine Schenk, die mit sechs Treffern ganz wesentlich zum Sieg beitrug. Dabei waren die Richenerinnen leicht auszurechnen, 19 ihrer 23 Tore erzielten sie aus dem Rückraum, wo auch Anna Müller sowie Shirin Hirzel fast nach Belieben walteten. "Der Rückraum hat uns einfach das Genick gebrochen", gestand Gästetrainer Wilhelm Kronawetter. Tatsächlich war in Richen mehr drin für den Tabellenletzten, der dem Spiel zumindest in der ersten Hälfte den Stempel aufdrückte. Zwar führtenRichen zügig mit 2:0, nach 17 Minuten hieß es 7:4. Für den TV Mosbach.
Gimber, der die grüne Karte eine Weile schon in der Hand hatte, nahm die erste Auszeit. Der Trainer appellierte an seine Mädels, in der Defensive die Räume zu schließen und im Angriff die Performance deutlich zu steigern. "Wir gehen nicht dahin, wo es weh tut", kritisierte er. Immerhin: Es wurde besser, die Richenerinnen arbeiteten sich ins Spiel zurück - vor allem über die Treffer seines Rückraum-Dreigestirns sowie über Tempogegenstöße. Letzteres aber ärgerte Gimber. Zwar hatte der TB Richen bis zur Halbzeitpause auf 11:11 ausgeglichen. "Von den elf Toren waren sechs Gegenstöße." Spielerisch war das zu wenig.
Richen kann sich nicht absetzen
Nach der Pause fand Richen aber bessere Lösungen, diktierte nun das Geschehen, lag konsequent in Führung. Aber eben nicht mehr als zwei, maximal drei Tore. Auch deswegen, weil der Versuch eines variableren Spiels misslang. Zwar spielte Richen nun verstärkter über die Außenpositionen. "Aber von außen haben wir ja alleine 15 Bälle verworfen", konstatierte Tobias Gimber. So konnte es überhaupt noch einmal eng werden. Und doch ging es am Ende gut aus. Für Richens Trainer dennoch ein Erfolg. "In der Vorsaison haben wir gegen Mosbach zwei Mal verloren."
Generell läuft es für Richen in seinem zweiten Bezirksliga-Jahr besser. Nach dem Aufstieg ging das Team vergangene Saison zunächst durch ein langes, siegloses Tal, ehe es am Ende doch noch mit dem Klassenerhalt klappte. Nun ist Richen Fünfter. "Man merkt, dass wir angekommen sind", findet Gimber. Die vier Teams an der Tabellenspitze sind enteilt, machen den Aufstieg unter sich aus. "Wir sind aktuell best of the rest", sagt Gimber. Damit können sie gut leben.
TB Richen: Mirjam Auderer-Meixner, Barbara Oßwald (im Tor), Christina Wolf, Janina Wolf (1), Anna Müller (7), Lena Ahmad, Nadine Schenk (6), Sabrina Pretz, Lara Eggensperger, Anna Weiß, Shirin Hirzel (6), Tamara Schwarz (2), Margarita Simmel (1), Michaela Tojic. Siebenmeter: TB Richen 2/2, TV 7/8. Strafen: 1/1.
Pokalspiel
Wie die Männer dürfen auch die Frauen des TB Richen noch nicht in die Winterpause. Am Sonntag steht um 17 Uhr noch das Pokal-Viertelfinalspiel in Hardthausen an. Eigentlich bei der zweiten Mannschaft des TSV. Weil der aber in der ersten Runde getauscht hatte und seine zweite Garnitur beim SV Heilbronn ins Rennen schickte, erwartet Richen also ein Duell gegen den Ligarivalen, die erste Mannschaft des TSV. map
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare