Die besondere Zielsetzung des Rad-Bundesligisten RSG Heilbronn
Das Team der RSG Heilbronn startet in Rheinland-Pfalz in die Bundesliga-Saison. Bei der Zusammensetzung wurde mehr auf regionale Verwurzelung geachtet.

Fertigmachen für die Ausfahrt. Eine Einheit am Sonntagmittag - bei einem Wetter, das niemanden freiwillig in die Natur lockt: ein Grad, Nieselregen, Grau in Grau. Weder die Kälte noch die Feuchtigkeit schrecken jedoch Robin Blatt, Simon Gessler und ihre Kollegen von der RSG Heilbronn ab. Wer klare Ziele hat, trotzt auch meteorologischen Unbilden.
Von Neuhütten aus fahren die RSG-Akteure in Richtung Pfedelbach und weiter bis nach Waldenburg. Um die einhundert Kilometer zumeist im Hohenloher Land werden sie nach ihrem intensiveren Training später in den strammen Waden haben - zwei Mal 20 Kilometer Rennsimulation inklusive. "Da sind ein bis eineinhalb Pizzas am Abend locker drin", sagt Robin Blatt und lacht.
Großer Preis in Schweigen
An diesem Samstag startet das Team XLC-RSG Heilbronn bereits mit dem Großen Preis der Südlichen Weinstraße im rheinland-pfälzischen Schweigen in die Bundesliga-Saison. Das Ziel der Unterländer: "Auch mal die Profiteams etwas ärgern", sagt Simon Gessler. Dazu auf gute Ergebnisse fahren. Die insgesamt neun Bundesliga-Veranstaltungen, dazu zählen auch die deutschen Meisterschaften im Einzelzeitfahren im Juni in Bad Dürrheim, geben den jungen Fahrern Orientierung, die routinierteren wollen eben diese unter den 24 Teams, die auch aus den Niederlanden kommen, ausspielen. Tags darauf steht das erste regionale Rennen, ein Rundstrecken-Kriterium in Waldrems, auf dem Plan.
Vor dem Auftakt aber hat sich die RSG-Truppe im neuen Radgeschäft von Simon Gessler in Neuhütten getroffen. Weil er sich vergrößert hat, ist das Training ab und an etwas zu kurz gekommen. Statt 15 Stunden die Woche ist es dann auch mal nur ein Drittel der Zeit auf dem Rennrad gewesen. Dafür bietet sich dank Gesslers Kontakten zu Händlern die Chance, die Teamkameraden mit Equipment zu versorgen.
Deutlich niedrigeres Budget
Die Heilbronner verfügen längst nicht über das Budget anderer Bundesliga-Teams, die ihr Material gestellt bekommen und alle die gleichen Räder fahren. "Wir bewegen uns im unteren bis mittleren fünfstelligen Bereich", sagt Robin Blatt. Überhaupt: Jeder ist für sein Rad selbst verantwortlich.
Die Zweiklassengesellschaft innerhalb der Liga aber grämt die Heilbronner nicht. Sie haben trotzdem ihren Spaß, ihnen ist es ein Ansporn, die Etablierten hier und da zu kitzeln. Die jungen Männer und einige Jugendliche, die mit eingeladen worden sind, strahlen - und das nicht nur wegen der neuen Trikots und des Foto-Shootings im Werkstatt-Bereich. Mal mit Sonnenbrille, mal ohne, sie sind motiviert und haben bei der Zusammensetzung des Teams mehr Wert auf eine regionale Ausrichtung gelegt. Robin Blatt beispielsweise wohnt in Beilstein und arbeitet in Untergruppenbach, Benjamin Schlubkowski kommt aus Massenbachhausen, Simon Gessler wohnt in Lehrensteinsfeld und Daniel Schilling kommt aus Ilsfeld.
Regionale Verwurzelung motiviert auch die Jugendlichen. Mittwochs ist ein fixer Trainingstag in Schmidhausen, "da wird mit dem Messer zwischen den Zähnen in den Weinbergen gefahren", sagt Robin Blatt. In der Vorbereitung hat die Bundesliga-Mannschaft auch im Trainingslager am Gardasee gemeinsame Kilometer heruntergespult, denn: "Regional wollen wir uns zeigen und vorne mitfahren." Simon Gessler ergänzt, die RSG wolle sich auch verstärkt gemeinsam bei Rennen zeigen.
Das Bundesliga-Team
Simon Gessler, Julian Huber, Leo Charrois, Jonah Dollinger, Julian Engel, Daniel Schilling und Robin Blatt.
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