Nationaltrainer Kuhlmann verärgert: Deutsche Rugby-Nationalmannschaft verpasst möglichen Sieg

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Schwarze Adler unterliegen bei der Länderspiel-Premiere in Neckarsulm mit 29:33 gegen Holland. Die Aufholjagd nach 15:33-Rückstand wird am Ende nicht belohnt.

Die Schwarzen Adler um Oliver Stein (Nummer acht) streckten sich vergeblich. Die Länderspiel-Premiere auf dem Pichterich entschied am Ende das Team aus der Niederlande für sich.
Die Schwarzen Adler um Oliver Stein (Nummer acht) streckten sich vergeblich. Die Länderspiel-Premiere auf dem Pichterich entschied am Ende das Team aus der Niederlande für sich.  Foto: Veigel, Andreas

Trotz der knappen 29:33-Niederlage gegen die Niederlande waren am Samstagnachmittag viele fröhliche Gesichter auf dem Pichterich zu sehen. Die Länderspiel-Premiere in Neckarsulm war ein voller Erfolg. 2208 Zuschauer waren gekommen, es gab viel Anerkennung für die Organisation und Nationalspieler zum Anfassen für die Fans. "Das war große Klasse", lobte DRV-Präsident Harald Hees die Rugby-Abteilung der Sport-Union Neckarsulm.

Nationaltrainer Mark Kuhlmann war einst Coach in Neckarsulm

Einer, der dort lange tätig war, hatte allerdings richtig schlechte Laune: Mark Kuhlmann. "Das war unser schlechtestes Spiel", ärgerte sich der Nationaltrainer aus Heilbronn über die aus seiner Sicht vermeidbare Niederlage. "Ich bin echt enttäuscht. Da war heute viel, viel mehr drin."

Nationaltrainer Mark Kuhlmann (rechts) wählte einen Platz auf der Terrasse, um einen besseren Überblick zu haben.
Nationaltrainer Mark Kuhlmann (rechts) wählte einen Platz auf der Terrasse, um einen besseren Überblick zu haben.  Foto: Veigel, Andreas

Wie schon bei den vorangegangenen Niederlagen gegen Georgien (12:75) und Spanien (14:32) erwischten die Schwarzen Adler einen schlechten Start, waren nach elf Spielminuten schon mit 0:13 hinten. "Gegen den Wind war es für uns schwierig, uns zu befreien. Das haben die Holländer gut ausgenutzt", sagte Felix Lammers. Der Außendreiviertel vom Bundesligisten SC Neuenheim sorgte in der 18. Minute mit einem spektakulär gefangenen Kick von Raynor Parkinson für die ersten deutschen Punkte.

Nach knapp 30 Minuten führen die Niederlande gegen Deutschland mit 23:8

Doch die Gäste legten schnell nach, führten nach einer guten halben Stunde bereits mit 23:8. "Wir verschlafen oft die ersten 15, 20 Minuten. Das ist ein großes Problem", sagte Wolfram Hacker. Der gebürtige Heilbronner in Diensten der RG Heidelberg war kurzfristig am Freitagabend nachnominiert worden. "Um 21.30 Uhr habe ich erfahren, dass ich dabei bin", verriet der 23-Jährige, der aus einer Rugby-Familie stammt. Seine Schwestern Johanna und Sophie sind ebenfalls Nationalspielerinnen.

Der gebürtige Heilbronner Wolfram Hacker kam nicht zum Einsatz.
Der gebürtige Heilbronner Wolfram Hacker kam nicht zum Einsatz.  Foto: Veigel, Andreas

Zum Debüt des Bruders im 15er Team kam es am Samstag allerdings nicht. "Schade, ich hätte natürlich gerne in der Heimat gespielt. Letztlich ist es eine Entscheidung des Trainers, die ich akzeptiere", sagte Hacker.

In den letzten zehn Minuten ist die Hoffnung wieder da

Mit einem 15:26-Rückstand gingen die Schwarzen Adler nach 40 Minuten in die Pause - und bekamen direkt nach Wiederbeginn die nächsten Punkte eingeschenkt. Beim Stand von 15:33 (48.) schien fast schon eine Vorentscheidung gefallen. Doch fortan spielten praktisch nur noch die Gastgeber.

Leo Wolf verkürzte schnell auf 20:33 (52.). Die Holländer verloren jetzt schnell die Bälle, Deutschlands Kicker Edoardo Stella verkürzte mit drei Straftritten in Folge bis auf 29:33 (70.). "Da waren wir voll drin im Spiel. Ich hatte das Gefühl, dass wir uns das Spiel in den letzten zehn Minuten holen", sagte Lammers.

Mark Kuhlmann ärgert sich über zu viele Fehler

Die Möglichkeiten waren da: Zinzan Hees fing einen Ball ab und hatte nur noch 20 Meter bis zum Malfeld vor sich. Doch der 28-Jährige geriet ohne Gegnereinwirkung ins Straucheln und landete unsanft auf dem Rasen, der auch nach 80 Minuten Rugby noch einen anständigen Eindruck machte.

Kurz darauf hatten die Schwarzen Adler ein letztes Mal die Chance zur Wende, doch mit dem Ziel vor Augen ging der Ball leichtfertig verloren. "Wir machen zu viele Fehler in entscheidenden Situationen", ärgerte sich Kuhlmann weiter. Der defensive Bonuspunkt für die Niederlage mit weniger als sieben Punkte, änderte daran nichts: "Der bringt doch nichts."


 
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