Bad Skid Massenbach übertrifft Erwartungen etwas
Mit drei Siegen und zwei Niederlagen wird Bad Skid Massenbach beim Qualifikationsturnier in Heilbronn Vierter. Das Ticket für das EUCS-Finale im polnischen Warschau haben die Unterländer aber noch nicht sicher.

Wie sie den vierten Platz beim Qualifikationsturnier der European Ultimate Club Series (EUCS) in Heilbronn bewerten sollen, da waren sich Christoph Schäuffele und Kevin Schanz von Gastgeber Bad Skid Massenbach nicht wirklich sicher. Auf der einen Seite hatten die beiden mit ihrem Team ein gutes Turnier gespielt. Auf der anderen Seite hatten sie nur drei von fünf Partien gewonnen – dabei das Spiel um Platz drei gegen den deutschen Konkurrenten Heidees Eppelheim verloren. „Es war schon ein ganz gutes Turnier von uns. Aber wir sind nicht wirklich zufrieden“, erklärt Schäuffele. Und Schanz ergänzt: „Wir waren für das Turnier auf Position fünf gelistet. Damit haben wir mit Platz vier die Erwartungen etwas übertroffen. Aber unser Ziel war die Qualifikation für das Finalturnier in Warschau. Und die steht noch aus.“
Denn das Ticket für Polen lösen die besten Ultimate-Frisbee-Teams Europas nicht aufgrund der Platzierungen in den Qualifikationsturnieren. Stattdessen bekommt jede Mannschaft Punkte für ihre Spiele – mehr, wenn man gegen ein Team spielt, das im Klassement gut dasteht, weniger, wenn es gegen Mannschaften aus der unteren Hälfte des Rankings geht.
Bad Skid steht aktuell auf Rang 13, die besten 16 Teams qualifizieren sich
Auf die Auswertung, was den Massenbachern das 9:15 gegen Grut aus Amsterdam, das 15:13 gegen 3SB aus Budweis, das 14:12 gegen Monkey aus Grenoble, das 15:12 gegen Chevron Action Flash aus Birmingham und das 12:15 gegen die Heidees an Punkten eingebracht hat, muss Bad Skid noch warten. Diese wird an diesem Dienstag veröffentlicht. Aktuell stehen die Unterländer mit 316,95 Punkten auf Rang 13 in der Open-Klasse. Die 16 besten Teams qualifizieren sich fürs Finale.
„Es war schon ein ganz gutes Turnier von uns. Aber wir sind nicht wirklich zufrieden.“Christoph Schäuffele
Der Blick der Unterländer richtet sich aber nicht nur auf die Auswertung vom Wochenende, sondern auch auf das letzte Qualifikationswochenende. Am 16. und 17. August wird im italienischen Rimini und in Warschau noch mal um Punkte in der Open-Klasse gekämpft – ohne die Massenbacher. „Es könnte eng werden“, erklärt Schanz. „Im letzten Jahr haben wir uns als 15. qualifiziert. In diesem Jahr wird es wohl wieder auf Ähnliches hinauslaufen.“
Verpasst Massenbach das EUCS-Finale, wäre das ein „herber Dämpfer“
Verpasst Bad Skid das EUCS-Finale, wäre das eine Riesenenttäuschung. „Dadurch, dass wir in den letzten Jahren immer daran teilgenommen haben – ich kann mich gar nicht erinnern, wie oft schon –, wäre es schon ein herber Dämpfer“, sagt Schäuffele.
Die Unterländer sind allerdings auch ein bisschen selbst schuld daran, dass sie nicht für klarere Verhältnisse gesorgt haben. „Wir haben uns gegen manches Team schwer getan, gegen das wir hätten höher gewinnen müssen. Denn jeder Punkt Unterschied beim Ergebnis zählt für die Punktevergabe fürs Ranking“, ärgert sich Schäuffele.
Unterländer haben mit schweren Beinen nach der DM eine Woche zuvor zu kämpfen
Eine Erklärung dafür haben er und Schanz aber schon gefunden. „Die Beine waren ein bisschen schwer nach der DM am Wochenende zuvor“, berichtet Schäuffele. Dort wurde Bad Skid hinter Wall City Berlin Zweiter. Denn Ultimate Frisbee ist ein sehr intensiver Sport. Fast jede Bewegung ist ein kurzer Antritt, ein Sprint. Das zehrt an den Kräften.
Ansonsten ähnelt die Sportart sehr American Football. Die Teams versuchen, die Frisbee-Scheibe durch Pässe in die Endzone des jeweiligen Gegners zu bringen. Denn hat man das Spielgerät gefangen, darf man keinen weiteren Raumgewinn durch Laufen erzielen. Wird die Scheibe abgefangen oder nur abgefälscht, so dass sie nicht gefangen werden kann, wechselt das Angriffsrecht. Gespielt wird auf maximal 15 Punkte oder 100 Minuten.
Bei Bad Skid läuft taktisch nicht alles rund
„Außerdem läuft bei uns noch nicht alles perfekt ab, wir arbeiten erst seit zwei Jahren mit einem neuen Trainer zusammen“, nennt Schanz einen weiteren Grund, weshalb die Massenbacher nicht besser abgeschnitten haben. Auch im Spiel um Platz drei verloren sie den Faden, nachdem sie sich durch ein Break bei 7:6 einen kleinen Vorteil erarbeitet hatten. Vier Turnover später lag Bad Skid aber mit 8:12 hinten. „Beim Frisbee kommt viel aufs Momentum an. Manchmal liegt es an Kleinigkeiten, die das Momentum in eine Richtung schieben. Dann passieren auf der einen Seite gehäuft uncharakteristische Fehler, die man davor nicht gesehen hat. Und auf der anderen Seite läuft alles super. Das entscheidet oft das Spiel“, erklärt Schanz.
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