Bad Rappenau Open bieten als Ranglistenturnier ganz großes Tennis
Die Organisatoren heimsen von allen Seiten viel Lob ein - und denken für 2024 über eine Vergrößerung nach.

Ein Drama wie es Carlos Alcaraz im Halbfinale der French Open am Freitagnachmittag erlebte hatte, fürchtete Jannik Kemmerer zwar nicht. Doch ein bisschen bangte der Spieler des TC Blau-Weiß 64 Leimen vor dem Finale bei den 2. Bad Rappenau Open am Sonntag um seine Muskulatur. "Ich hatte zwischendrin ein paar Krämpfe", sagte der 27-Jährige, der vor dem mit Spannung erwarteten Endspiel mit Noah Rockstroh im Schatten neben seiner Frau Alena auf einer Bank entspannte.
Die drei Spiele zuvor hatten Kraft gekostet, und um ein Haar hätte der gebürtige Buchener nach dem Achtelfinale wieder die Heimreise antreten müssen. Gegen Richard Pressler vom TC Heilbronn am Trappensee hatte sich Kemmerer fast schon im Aus gesehen - gewann jedoch im Match-Tiebreak (7:6, 2:6, 10:5). "Danach wurde es von Runde zu Runde besser", lautete sein zwischenzeitliches Fazit, nachdem er im Halbfinale nach einem starken ersten Satz im zweiten Durchgang ein 2:4 in ein 7:5 umgewandelt hatte. Und jetzt das Beste zum Schluss?
Ein Buchener im Dienste des TC Leimen setzt sich die Krone von Bad Rappenau auf
So war es. Das Finale war ein Schlagabtausch vom Allerfeinsten. Ganz großes Tennis, das Zuschauer wie Organisatoren in den Bann zog. Der erste Satz ging klar an Kemmerer. Doch das 6:1 wurde dem engen, aber immer fairen Duell nicht gerecht. Es waren oft Kleinigkeiten, die den Ausschlag gaben. Im zweiten Satz schlugen die mehr für den Spieler vom TC Markdorf aus, der mit dem 7:6 ausglich. Doch das Gute für Kemmerer: Seine Muskulatur hielt, der Buchener holte sich im Matchtiebreak (10:8) die Krone von Rappenau. "Das gibt mir Selbstvertrauen, nachdem es in der Oberliga- Runde bisher nicht lief", sagte er.
Der Sieger nutzte seinen "Heimvorteil", denn die Anlage in Bad Rappenau kennt Kemmerer schon seit Langem. "Früher habe ich hier oft das Jugendturnier gespielt", sagte er. Als es nun eine Herren-Konkurrenz gab, dazu noch als DTB-Ranglistenturnier, zögerte er nicht lange. "Ich habe mich total gefreut und gleich angemeldet." Und schon vor dem Finalsieg lobte der 27-Jährige die Organisatoren für ihr "echt schönes Turnier".
Vorsitzender des TC Blau-Gelb Bad Rappenau ist begeistert
Die emsigen Gastgeber bekamen viel Lob - von Spielern und Eltern. Zumal auch die zweite Auflage wieder mit einem zweitägigen Jugendturnier begonnen hatte, ehe die Herren und Damen gefragt waren: "Wir haben eigentlich nur positive Rückmeldungen erhalten", sagte Christoph Bohnsack, der Vorsitzende des TC Blau-Gelb, stolz. "Ich bin begeistert: von den Spielen, die ich hier gesehen habe. Das war schon Wahnsinns-Tennis. Begeistert aber auch von unserem Team, wie alles gelaufen ist. Spieler glücklich, wir glücklich. Perfekt", fasste der Vorsitzende nach langer Players-Night erschöpft zusammen. Es ist zugleich Motivation, 2024 weiter zu machen.
Und das Turnier auch zu vergrößern? Zumindest für das Hauptfeld der Herren A wäre das denkbar, sagt Bohnsack. Es hatte in diesem Jahr mehr Anmeldungen als Plätze gegeben. Ein Turnier der Kategorie A7 zieht, klar. "Bock hätten wir schon", sagt der Vorsitzende. "Aber es muss abbildbar bleiben, wir wollen uns nicht übernehmen." Auch eine Aufwertung in Richtung A6 könnte ein Thema sein. Das wiederum hängt in erster Linie vom Preisgeld gab.
Sieger erhalten Freilos für die Auflage im nächsten Jahr
Dieses Jahr waren es in Bad Rappenau insgesamt 1500 Euro. Immerhin 25 davon gingen an Tim Rustemeier: Der 23-Jährige vom TC Ittlingen gewann das Turnier der Herren C - und damit ein Freilos für die 3. Bad Rappenau Open. "Ich komme gerne wieder", sagte er bei der Siegerehrung. Ein bisschen mehr Geld gab es für Lea Yaman, die sich in einem ebenfalls sehenswerten Duell mit 6:4 und 6:2 gegen Tamara Ritzinger durchsetze. Die 16-jährige Final-Verliererin war für das Turnier über drei Stunden aus dem bayerischen Schöllnach angereist. Weil sie in den Ferien unbedingt ein A7-Turnier spielen wollte. Die Organisatoren in Bad Rappenau hatten genau das zu bieten.
Besonderer Service
Mit einem besonderen Service haben die Veranstalter der Bad Rappenau Open punkten können: Ein kleines Team von fünf, sechs Leuten, bestehend aus dem alten Vorstand, hat sich zwischen den Spielen um die Plätze gekümmert: abziehen, Linien fegen, wässern. Und das auch noch in den hinteren Konkurrenzen. "Ich war total überrascht, das war echt cool", sagte Tim Rustemeier vom TC Ittlingen. Auch die Organistoren wissen, dass das nicht selbstverständlich ist. "Die Spieler erkennen das an. Und wir sind froh, dass wir solche Helfer haben", sagt Vereins-Vorsitzender Christoph Bohnsack.
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