Autocross ist bei Hattons eine Familiensache
Vater John-Mark Haton steckt für seine Kinder gerne zurück, auch wenn es ihn selbst noch kribbelt. Doch mittlerweile steht er nur noch am Rande der Autocross-Strecke.

Das Kribbeln ist noch vorhanden. Die Nervosität vor dem Rennen ebenfalls. Doch seit dem vergangenen Jahr ist es eine andere Art des Nervenkitzels für John-Mark Hatton. Gerne würde er sich weiterhin selbst in seinen himmelblauen Autocross-Polo setzen - wie viele Jahre zuvor eben. Doch der Neuensteiner ließ seinem Sohn Joey den Vortritt, verfolgt die Rennen seitdem von der Seite aus.
"Das ist schon ein Nervenkitzel. Nervös war Joey eigentlich nie. Zumindest hat er es sich nicht anmerken lassen. Nur der Papa war nervös", sagt John Mark Hatton lächelnd. "Es war schwieriger als selbst zu fahren, da man während des Rennens keinen Einfluss mehr hat."
Joey Hatton wird deutscher Vizemeister der Junioren
Doch Joey, der für den AMC Künzelsau an den Start geht, machte seine Sache mehr als gut. Der 18-Jährige holte sich in seiner ersten Saison gleich den zweiten Platz in der Juniorenmeisterschaft der Autocross Tourenwagen. 14 Fahrer kämpften in neun Rennen um die Plätze.
Lange führte Joey Hatton die Serie an, wurde im drittletzten Rennen dann aber von Oscar Tonike - der ebenfalls in einem VW Polo seine Runden auf den weitgehend unbefestigten Rundstrecken drehte - überholt. "Theoretisch war die Meisterschaft bis zum letzten Rennen offen", sagt Joey Hatton, der aber nicht mehr kontern konnte, mit Platz zwei aber zufrieden war. "Es war ja meine erste Saison, die ich komplett durchgefahren bin und in der es um etwas ging. Es gab schon einiges Unerwartetes und man musste sich auch über die Strategie Gedanken machen", sagt Joey Hatton, der auch zwei Überschläge zu verkraften hatte.
Nun wartet die nächste Herausforderung auf den 18-Jährigen
Dieses Jahr sucht er nun seine nächste Herausforderung. Der 18-Jährige steigt zu den Erwachsenen auf - mit einem neuen Fahrzeug. "Wir haben es bereits, aber es bleibt noch geheim, was es für eines ist", sagt John-Mark Hatton. "Da taktieren wir etwas. Aber es wird auf jeden Fall konkurrenzfähig sein, so dass es technisch machbar ist, vorne mitzufahren." Jugendliche Unbekümmertheit trifft in den Rennen nun auf Erfahrung.
Das Interessante: Bei den Erwachsenen wird der deutsche Meistertitel über die verschiedenen Klassen hinweg ausgefahren. Denn jede hat das identische Punktesystem und so sind sie untereinander vergleichbar. Dazu gibt es noch die jeweiligen Divisionssieger.
"Ich denke schon, dass ich ein paar Rennen brauchen werde, um mich an das Auto zu gewöhnen", sagt Joey. Denn seit es den Stettenring nicht mehr gibt, haben die Hohenloher keine Trainingsmöglichkeiten in der Nähe mehr. "So ab der Mitte der Saison hoffe ich dann auch, mal um den Tagessieg mitfahren zu können, wenn alles hält", sagt Joey Hatton. Bis zum ersten Rennwochenende 23./24. April haben die Hattons aber auch noch etwas Zeit.
Den Polo übernimmt nun Katy Hatton
Allerdings haben sie bis dahin zwei Fahrzeuge vorzubereiten. Denn der Polo wird keineswegs auf den Schrottplatz geschickt. Dieser wird von Katy Hatton übernommen. Auch die 16-Jährige hat der Autocross-Virus erwischt: "Es hat mich immer sehr begeistert." Beim Schrauben war sie schon länger mit dabei, nun will sie auch fahren. "Ich freue mich schon sehr darauf. Aber mein erstes Ziel ist es, ins Ziel zu kommen und nicht Letzter zu werden."
So sagt auch Vater John-Mark Hatton: "Katy soll erstmal Erfahrung sammeln, die Strecken kennen lernen und ins Ziel kommen. Spannend ist, wie viele Starter es sein werden, da auch Oscar Tonike vor hat, die Klasse zu wechseln."
Mit zwei Fahrern wird auch der Aufwand größer
Sicher ist, auf die Familie kommt noch mehr Aufwand als bisher zu. Machbar ist das in erster Linie, weil Joey mit 18 nun selbst fahren kann. "Ohne Unterstützung aus der Familie und dem Freundeskreis würde es gar nicht funktionieren", sagt John-Mark Hatton. "Nicht nur wegen des finanziellen Aufwands."
Vor dem Saisonstart will das Trio bereits einige Kilometer abspulen. Zunächst, um an eine Strecke zu kommen, dann auf der Piste. Denn Katy fehlt noch jegliches Gefühl für das Fahrzeug und die Bedingungen, die auf sie zukommen.
Für John-Mark Hatton wartet jedenfalls ein zweiter Grund zur Nervosität.
Weitere AMC-Starter in der nächsten Saison
Vom AMC Künzelsau haben in der kommenden Saison noch weitere Fahrer geplant, auf die Strecke zu gehen - mit den Hattons sind es insgesamt sechs. So will Markus Hammel, der deutsche Meister von 1996, ebenso an den Start gehen wie Steffen Brust, Oliver Günthner und Markus Dietz.



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