Aquatoll-Sportbad sorgt für Aufschwung bei den Schwimmern
Auch dank Coach Christian Hirschmann trainieren immer mehr Topathleten bei Neckarsulmer Sport-Union. Starke Leistungsgruppe um den zweifachen Olympia-Teilnehmer Clemens Rapp.

Die Schwimmabteilung der Neckarsulmer Sport-Union blüht dank des 2014 eingeweihten Aquatoll-Sportbades richtiggehend auf und erlebt seit der Verpflichtung von Christian Hirschmann als Trainer im Jahr 2016 einen sportlichen Höhenflug. Den zweiten nach den Jahren von 1979 bis 1991, als erst Andreas Behrend (Deutscher Meister 100 Meter Schmetterling 1979 und 1980, Olympia-Teilnehmer 1984) und danach Petra Fritsche (Deutsche Meisterin 50 Meter Schmetterling 1989, DM-Zweite 1990 und 1991) den NSU-Vorgängerverein Spfr Neckarsulm im nationalen Schwimmsport hoffähig machten.
Beste Trainings-Voraussetzungen
Das 50-Meterbecken im Aquatoll-Sportbad bietet allerbeste Trainings-Voraussetztungen, bringt quasi die perfekte Welle für den sportlichen Erfolg. Zusammen mit optimalen Rahmenbedingungen in Bezug auf Schule, Studium und Beruf zieht es immer mehr Top-Schwimmer und -Schwimmerinnen in die Stadt an Neckar und Sulm. "Es ist nicht geplant einen offiziellen Stützpunkt aufzubauen, sondern weiter auf Vereinsebene zu arbeiten", erzählt Hirschmann. "Wir wollen Olympia-Teilnehmer herausbringen, und die Spitzensportler dann auch in Neckarsulm halten." Anfang Februar 2018 stehen die deutschen Mannschafts-Meisterschaften auf dem Programm. "Ziel ist, mit den Damen in die zweite und mit den Männern in die erste Bundesliga aufzusteigen", sagt Hirschmann.
Mattika Fischer als Nachwuchs-Trainerin
Mit den Eigengewächsen Mattika und Bente Fischer, Mahia Cara Härdtner, Benedikt Sell sowie Dennis Blank nahm die Leistungsgruppe erste Konturen an. Ebenfalls von Beginn an dabei ist Daniel Pinneker, den Hirschmann von der TSG Niefern mitgebracht hatte. Schnell schlossen sich Lukas Kraft, Rosa Schäfer, Bettina Merkle und der zweimalige Olympia-Teilnehmer Clemens Rapp den Neckarsulmern an. In diesem Jahr kamen Fabian Schwingenschlögl, Nadine Lämmler, Felix Ziemann, Celine Rieder und Henning Mühlleitner dazu. Mattika Fischer hat inzwischen ihre aktive Laufbahn beendet und ist Trainerin im Nachwuchsbereich, während Schäfer ihren Lebensmittelpunkt nach Kanada verlegt hat.
Jan Jünemann als hauptamtlicher Trainer
Als einziger hauptamtlicher Trainer wurde im Sommer Jan Jünemann verpflichtet, der damit betraut ist, die seit September bestehende Schwimmschule aufzubauen. "Hier werden Kinder ab vier Jahren von der Wassergewöhnung über einen Schwimmkurs behutsam an das Vereinstraining herangeführt. Aktuell werden von Montag bis Freitag in verschiedenen Gruppen rund 80 Kinder betreut. Tendenz steigend", erzählt Hirschmann, der ab Januar durch Hannes Vitense unterstützt wird, der sich beruflich in die Region verändert hat und zuletzt als Trainer am Olympia-Stützpunkt Saarbrücken arbeitete. Von dort hat sich bereits Henning Mühlleitner der NSU angeschlossen. "Ich war in Saarbrücken nicht mehr glücklich, dachte daran mit einem Stipendium in die USA zu gehen", berichtet Mühlleitner. "Dann hat mich Chris angesprochen, von seiner Vision und seinem Projekt erzählt."
Gesampaket und Wohlfühlfaktor
Auch das familiäre Umfeld in Neckarsulm war ein Grund für den Umzug. Ebenso der Wechsel seines bisherigen Trainers Vitense zur Sport-Union, sowie die Möglichkeit in Heilbronn Wirtschaftsinformatik studieren zu können. Doch bei der Sport-Union wurde das Schwimmen nicht neu erfunden. Es gibt vieles, das für Saarbrücken spricht, wie die Infrastruktur. Aber für Mühlleitner zählt das Gesamtpaket und der Wohlfühlfaktor. Die Zuwanderung von Athleten aus Heidelberg und Saarbrücken freut die Verantwortlichen der Neckarsulmer Sport-Union, weniger das Präsidium des DSV (Deutscher Schwimmverband). Wer nicht an einem Bundes- oder Olympia-Stützpunkt trainiert, geht in Sachen DSV-Fördergelder leer aus. "Wir haben mit der DSV-Präsidentin Gabi Döries bereits einen Gesprächstermin vereinbart", sagt Hirschmann. "Wichtig ist, einen Konsens zu finden, der allen Beteiligten, vor allem den Sportlern und Sportlerinnen gerecht wird. Wir sehen uns nicht in Konkurrenz zum DSV, sondern als Ergänzung. Wir legen den Fokus mehr auf die duale Karriere Sport und Studium."

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