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Aliena Juliette Heinzmann nur in der Fan-Rolle

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Dreispringerin Aliena Juliette Heinzmann ist beim Eppinger Meeting Zuschauerin und feuert ihre Teamkameradin an. Beim Autogramme schreibe ist die 22-Jährige ein bisschen aus der Übung gekommen.

Diesmal nur Dreisprung-Fan: Aliena Juliette Heinzmann.
Foto: Klaus Krüger
Diesmal nur Dreisprung-Fan: Aliena Juliette Heinzmann. Foto: Klaus Krüger  Foto: Krüger, Klaus

Erst spät am Abend ist das Plakat entstanden. Fuego Sarah steht darauf. Fein säuberlich geschrieben mit schwarzem Edding. Damit es auch richtig feurig daher kommt, züngeln daneben noch ein paar Flammen. Das Design stammt von Aliena Juliette Heinzmann. Sie fertigt es für ihre Trainingskameradin Sarah-Michelle Kudla an. Der jungen Dreispringerin vom SCC Berlin drückt sie am Samstagmittag beim Sprungmeeting des TV Eppingen auf einer Bierbank in Reihe eins sitzend ganz fest die Daumen.

Denn sie selbst startet nicht. Ausgerechnet auf der Anlage, auf der sie das Einmaleins des Dreisprungs bei und mit Peter Bergdolt gelernt hat, ehe sie nach der vergangenen Saison zur LG Nord Berlin gewechselt ist. Der langjährige Trainer sitzt neben Aliena Juliette Heinzmann und bekommt mit, wie die 22-Jährige im Minutentakt nach ihrem Wohlbefinden gefragt wird. Das ist der Sportstudentin gar nicht so recht, sie tut sich schwer, ihren körperlichen Zustand zu definieren.

Fuß ist dick und blau geworden

"Es ist nichts Schlimmes", sagt Aliena Juliette Heinzmann, "ein Sicherheitsding". Obwohl ihr Fuß nach dem Saisoneinstieg in Dortmund Ende April blau und geschwollen gewesen ist - eine Überreaktion. Trotzdem nichts, was ihre Fans in der Heimat sorgen soll. Viele von ihnen haben noch im Hinterkopf, wie lange sich die deutsche Meisterin U 23 mit ihrer funktionellen Fußverletzung von der EM in Espoo herumgeschlagen hat. Doch Aliena Juliette Heinzmann ist sichtlich bemüht, "nix zu dramatisieren". Im Gegenteil. Sie beruhigt und beschwichtigt. Und weiß doch im Moment selbst noch nicht so ganz genau, wohin sie ihre sportliche Reise in dieser Saison führen wird.

In Eppingen helfen alle Anfeuerungsrufe für Sarah-Michelle Kudla (13,06 Meter ) nur bedingt. Die zierliche Frau wird in der kombinierten Wertung aus dem Frauen- und U 23-Wettbewerb Dritte - hinter Siegerin Kira Wittmann aus Hannover, die den Stadionrekord von Jessie Maduka aus dem vergangenen Jahr mit 13,39 Meter einstellt, und Ruth Hildebrand (13,33). Über ihren Edelfan aber findet Kudla nur lobende Worte. "Aliena ist einfach nur mega." Nicht zu reden davon, dass Oma Heinzmann sie zuvor persönlich ins Kraichgaustadion gefahren hat. Die Gelobte meint: "Ich liebe es zuzuschauen, bin aber mindestens so nervös gewesen als wenn ich selbst gesprungen wäre."

Die Zeit ist knapper geworden

Wegen ihrer gesundheitlichen Probleme ist Aliena Juliette Heinzmann in den vergangenen Monaten häufiger auf Heimatbesuch gewesen. Das hat sich geändert. Die Zeit wird knapper. Weniger wegen des Studiums - da hat sich die 22-Jährige nur für das Modul Statistik entschieden, "das ist total entspannt". Vielmehr, weil neben den Trainingslagern auf La Palma und den drei Wochen über Ostern in Italien meist in der Hauptstadt fünf Trainingseinheiten mit bis zu vier Stunden auch viel Regeneration mit Physiotherapie, Stabi-Übungen und Reha in der Woche ansteht. Gesund sein und werden macht Arbeit. Und nun folgen die Wettkämpfe samt Reiserei.

Nur in einem ist Aliena Juliette Heinzmann ein wenig aus der Übung gekommen: beim Autogramme schreiben. Ein wenig überrascht reagiert sie, als einige Mädchen des TV Eppingen mit der höflichen Bitte um eine Signatur vor ihr stehen. Sie erhalten ein Aliena J. auf Handyhüllen und ihre mittelblaue Shirts. "Aliena Juliette allein finde ich schon richtig ausdrucksstark", meint die Dreispringerin und fügt an: "Ich mag meinen Nachnamen, aber Heinzmann klingt international manchmal etwas aggressiv."

Kein Ding, in Eppingen rufen sie ohnehin alle nur "Aliena". Daran hat sich auch nach ihrem Vereinswechsel überhaupt nichts geändert.

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