Red Devils jubeln nach 15:10-Sieg
Im Halbfinal-Hinkampf um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Ringer hat Bundesligist Heilbronn den ASV Mainz 88 dank einer cleveren Taktik und großer kämpferischen Leistung mit 15:10 geschlagen.
Was für ein Krimi. 1500 Zuschauer in der erstmals ausverkauften Neckargartacher Römerhalle sorgen für eine würdige Kulisse und auch sportlich ist es für das Team von Cheftrainer Andrej Puscas sehr gut gelaufen. Spannender hätten die zehn Kämpfe kaum verlaufen können: Technik und Taktik auf höchstem Niveau, Gefühle und Gratulationen bei maximalem Adrenalinspiegel – in einem Ringer-Abend der Extraklasse hat der dreimalige Weltmeister Frank Stäbler für die Entscheidung gesorgt. Nun haben die Red Devils Heilbronn gute Chancen, im Rückkampf am nächsten Samstag in Mainz den Einzug ins Finale perfekt zu machen und sich ihren Traum vom Titel zu erfüllen.

Schwergewichts-Ass Popp ballt die Fäuste
Schon das Wiegen ist am Samstagabend eine Show vor der Show. Beide Teams tüfteln bis zuletzt und schnell zeigt sich, dass es unheimlich eng hergeht. Bekir Sahin (57 Kilo Freistil) unterliegt Ahmet Peker mit 3:7, dafür ballt Schwergewichtler Eduard Popp die Faust, nachdem er seinen Trainingskumpel Etka Sever, der Klassik-Spezialist hat vergangene Saison noch das Trikot der Red Devils getragen, mit 6:1 von der Matte schickt. „Nach zwei Wochen mit einer Erkältung habe ich bewusst verhaltener begonnen“, sagt der Olympia-Fünfte von Rio, „gegen Ende war meine Lunge zu, aber der Wille war größer und der Kopf bereit, aufs Ganze zu gehen.“
Dustin Scherf (61 Kilo, Griechisch-Römisch) gelingt es nicht, seinen Erfolg aus der Bundesliga-Hinrunde zu wiederholen, dafür feiert Freistil-Ass Taimuraz Friev in der für ihn ungewöhnlichen Klasse bis 98 Kilo, einen umjubelten 6:2-Punktsieg gegen Wladimir Remel. Weil auch George Bucur (66 Kilo Freistil) Niklas Dorn mit 7:1 schlägt, führen die Heilbronner zur Halbzeit mit 6:3-Mannschaftspunkten.
Publikumsliebling Fetzer mit Salto

Auch im zweiten Kampfabschnitt ist es das erwartet enge Duell. Marius Braun (86 Kilo, Griechisch-Römisch) stemmt sich verbissen gegen die Aktionen des Mainzer Topringers Tadeus Michalik, nach 5:42 Minuten ist er ihm jedoch technisch unterlegen. Publikumsliebling Christian Fetzer (71 Kilo) bedankt sich nach einer kämpferischen Leistung der Extraklasse und einem 3:0-Punktsieg über Yasin Yeter mit einer turnerischen Einlage: Radwende-Salto rückwärts, dazu gibt es eine Umarmung von Abteilungsleiter Jens Petzold. Zu diesem Zeitpunkt führen die Roten Teufel mit 8:7.
In der Klasse bis 80 Kilo Freistil siegt Oleg Motsalin vorzeitig, da Ahmet Bekir wegen dreier Verwarnungen von Mattenleiter Thomas Knosp disqualifiziert wird. Den vier wichtigen Mannschaftspunkten folgt das Duell von Kamal Malikov (75 Kilo) gegen Timur Bizhoev. Der Freistil-Könner aus Dagestan unterliegt klar mit 0:9, so dass die Mainzer bis auf zwei Punkte rankommen. Der Schlussakkord aber gehört Frank Stäbler (75 Kilo, Griechisch-Römisch), Der dreimalige Weltmeister dominiert gegen Ruhulla Gürler und feiert mit den Fans seinen 14:0-Punktsieg, aber auch den Triumph der Red Devils.
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