Red Devils Heilbronn sind nach dem Spektakel unter der Pyramide gefrustet
Bundesligist Red Devils Heilbronn verliert den Heimkampf in der Kreissparkasse Heilbronn gegen den Tabellenletzten Baienfurt/Ravensburg überraschend mit 16:17.

Die Stimmung war toll, das Flair ein besonderes und die Bude voll besetzt – nur das Ergebnis passte am Samstagabend nicht. Zum zweiten Mal nach 2023 richtete Ringer-Bundesligist Red Devils Heilbronn einen Heimkampf nicht im gewohnten Umfeld der Römerhalle aus, sondern gastierte in den Räumen der Kreissparkasse „unter der Pyramide“. Der Kampf der Teufel gegen das punktlose Schlusslicht nahm aber einen unverhofften Verlauf. Es waren nicht die Heilbronner, die triumphierten, sondern die KG Baienfurt/Ravensburg, die beim 17:16 über die ersten Punktgewinne dieser Saison jubelte.
Den rund 280 Zuschauern bot sich eine völlig andere Atmosphäre als gewohnt. Hautnah an der Kampfmatte wurde den Fans ein intensives Sporterlebnis beschert, von dem auch Ralf Peter Beitner, Vorsitzender des Vorstands der KSK, schwärmte. Vor dem Kampfabend hatte Eduard Popp, Greco-Ass und Sportlicher Leiter der Ringer des SV Heilbronn am Leinbach, dem Kreissparkassen-Chef ein von der Mannschaft der Red Devils unterschriebenes Ringer-Trikot überreicht.
KSK-Chef Ralf Peter Beitner schwärmt und wünscht sich ein Wiedersehen 2025
„Ich fand, es war großartig. Es ist schön zu sehen, dass unsere Pyramide auch für solche Veranstaltungen taugt“, war Beitner vom sportlichen Event in der Kreissparkasse (KSK) Heilbronn begeistert, auch wenn am Ende Heilbronn nach dem Sieg über Witten im Vorjahr diesmal hauchdünn das Nachsehen hatte. „Wir können das gerne auch ein drittes Mal machen“, würde sich Beitner über ein Wiedersehen 2025 freuen.
Weniger gut gelaunt war Eduard Popp, der schon im Vorfeld ein 50:50-Duell erwartet hatte – allerdings mit einem Sieg für Heilbronn. Doch die Tagesform entschied zugunsten der Gäste. „Wir haben dennoch einige spannende Kämpfe abgeliefert“, sagte der Schwergewichtler, der seinen Kampf souverän gewann.
Eduard Popp ist froh, dass die Red Devils weiterhin Vierter sind
Die Mattenduelle von Alexander Jakob und Hossein Alizadeh ließen das Momentum auf Seiten der Gäste fallen. „Da haben wir einen niedrigeren Ausgang erwartet“, sagte Popp, der gehofft hatte, jeweils nur drei Mannschaftspunkte abzugeben. Doch es wurden beide Male Viererwertungen, wobei Jakob gegen den letztjährigen Red Devil Andreas Walter verletzt aufgeben musste. „Aber das ist Sport, man kann vorher nie genau wissen, wie es ausgeht“, war Popp zumindest darüber froh, trotz der Niederlage in der Bundesliga Süd weiterhin auf Platz vier zu stehen, der am Ende den Playoff-Einzug garantieren würde.

Mit „Adam-Adam“-Sprechchören wurde Devils-Chefcoach Adam Juretzko bedacht. Der 53-Jährige hatte sich gegen Valeriu Toderean völlig verausgabt und seine Niederlage beim 1:3 in Grenzen gehalten. „Meine Tage sind gezählt, so einfach ist das“, sagte Juretzko, der seiner Mannschaft gerne noch mehr geholfen hätte. Doch so war es dieser eine Mannschaftspunkt im vorletzten der zehn Einzelkämpfe, der den ersten Saisonsieg der KG Baienfurt/Ravensburg perfekt machte.
Martin Otto und Jan Zirn mit blutigen Schrammen
Zufrieden mit seiner Leistung war Martin Otto. Der Greco-Mann lieferte sich mit dem ehemaligen Heilbronner Jan Zirn einen hitzigen Fight, in dem sich beide Athleten über den Augenbrauen blutige Schrammen zuzogen und den Kampf bandagiert über die Zeit brachten. „Das gehört zum Ringen irgendwie dazu, dass der Kopf immer im Weg ist“, scherzte Otto nach seinem 7:1-Erfolg.
„Das ist Sport, man kann vorher nie genau wissen, wie es ausgeht.“
Eduard Popp
„Wir haben nicht die Mannschaft auf die Matte gebracht, die wir eigentlich haben“, nannte Juretzko die Personalnot als Hauptgrund für die Mannschafts-Pleite. Fehlende Visa, keine Freigabe von den Heimatverbänden und Verletzungssorgen schränken die Aufstellungsmöglichkeiten des Trainers seit Wochen gewaltig ein. Baienfurt/Ravensburg habe wohl „den Braten gerochen“, sich viele Gedanken gemacht und die Personalsorgen der Red Devils gnadenlos ausgenutzt, sagte Juretzko. „Die sind in der Rückrunde noch nie so stark gestanden, wie heute gegen uns.“

Ralf Peter Beitner ist jetzt zwar in Besitz eines Trikots der Red Devils, doch die mit einem Augenzwinkern gestellt Frage, in welcher Gewichtsklasse er künftig in der Römerhalle auf die Matte gehen wird, lächelte er gekonnt weg und antwortete: „Ich habe gesehen, dass ich in dieser Gruppe der 130-Kilo-Schweren ringen müsste, und da hätte ich ja gar keine Chance. Deshalb habe ich das Trikot auch direkt weitergegeben und werden es im Rahmen eines Adventskalenders verlosen.“
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