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Red Devils Heilbronn: Gibt es doch noch ein Playoff-Wunder?

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Bei den Ringern der Red Devils Heilbronn galt die Bundesligasaison bereits als gelaufen. Jetzt gibt es durch den Einspruch einer anderen Mannschaft doch noch Hoffnungen auf die Playoffs. Ein Sieg gegen Lichtenfels am Samstag ist dann aber Pflicht.

Für Devils-Coach Adam Juretzko (links) könnte ein möglicher Kampfeinsatz am Samstag der letzte in der Neckargartacher Römerhalle sein.
Für Devils-Coach Adam Juretzko (links) könnte ein möglicher Kampfeinsatz am Samstag der letzte in der Neckargartacher Römerhalle sein.  Foto: Bertok, Alexander

Eigentlich war nach dem 12:25-Debakel gegen den ASV Urloffen am vergangenen Wochenende alles klar und die Saison für die Red Devils Heilbronn in jeglicher Hinsicht gelaufen.

Laut Tabellenbild ließ die Niederlage alle Hoffnungen der Unterländer auf den Einzug in die Playoffs platzen, aber auch die Gefahr auf den Abstiegsplatz abzurutschen war nach den Ergebnissen der Bundesliga Gruppe Süd ausgeschlossen.

Der letzte Hauptrundenkampf in der Neckargartacher Römerhalle gegen den Tabellenvierten AC Lichtenfels am Samstag (19.30 Uhr) sahen die Heilbronner noch als Gelegenheit sich erhobenen Hauptes und mit dem vielleicht ersten Rückrunden-Erfolg aus einer Saison mit Pleiten, Pech und Pannen zu verabschieden.

Doch nun könnte sich für die Heilbronner ein Hintertürchen auftun, das die Chance bietet, doch ins Achtelfinale zu rutschen. Dem SV Germania Weingarten droht per Sportgerichtsurteil der 40:0-Sieg in Burghausen aus der Hinrunde aberkannt zu werden. Ein Sieg über Lichtenfels könnte den Red Devils so noch Rang vier bescheren und damit den letzten Playoff-Platz.

Einspruch von SV Wacker Burghausen könnte Red Devils Playoff-Platz bescheren

In der Hinrunde unterlag Germania Weingarten beim Mannschaftsmeister Wacker Burghausen, doch der Gastgeber hatte einen Ringer ohne gültige Lizenz eingesetzt. Dieser wurde aus der Wertung genommen und die Gewichtsklasse laut Reglement für Burghausen mit drei Ringer-Punkten belegt.

Das führte dazu, dass der Handicap-Wert überschritten und ein weiter Wacker-Athlet gestrichen wurde. Burghausen hatte so nur noch acht statt der vorgeschriebenen neun Ringer stehen, damit wurde der Mannschaftskampf mit 0:40 gewertet.

Gegen diese Entscheidung hat Burghausen Einspruch eingelegt. Wird dem Protest stattgegeben, würden die Germanen mit dann 8:12 Zählern auf Rang vier, den letzten Playoff-Platz, abrutschen.

Heilbronn (8:14) könnte durch einen Sieg über Lichtenfels noch an Weingarten vorbeiziehen. Die Entscheidung über den letzten Playoff-Starter fiele im letzten Hauptrunden-Durchgang, an dem die Red Devils kampffrei sind. 

Red Devils nicht mit Topbesetzung gegen den AC Lichtenfels

„Die Anspannung ist groß“, blickt Schwergewichtsringer Eduard Popp dem Hauptrundenfinale der Devils entgegen. Die ursprünglichen Planungen der Heilbronner nach der Pleite gegen Urloffen werden durch den Burghausener Einspruch gegen die für sie ungerechtfertigte Kampfwertung und die möglichen Konsequenzen nochmals über den Haufen geworfen.

„Leider hat uns der ein- oder andere Ringer für den Samstag abgesagt“, berichtet Popp. Einmal mehr verhindern es Erkrankungen, Verletzungen, keine Visa oder fehlende Freistellungen von Verbänden die Topbesetzung aufbieten zu können.

„Wir versuchen dennoch in bestmöglicher Aufstellung anzutreten und werden um den ersten Sieg in der Rückrunde kämpfen.“ Ziel von Popp ist, sollte es der letzte Auftritt werden, sich „mit erhobenem Haupt von den Fans zu verabschieden“.

"Wir sind es unseren Fans und Sponsoren schuldig, darüber aufzuklären, wie es weitergeht."

In einer Saison, die stark begann und in der Rückrunde auch wirtschaftlich bedingt, einen katastrophalen Verlauf genommen hat, wird viel über die Zukunft der Ringerabteilung des SV Heilbronn spekuliert.

„Wir sind es unseren Fans und Sponsoren schuldig, darüber aufzuklären, was in dieser Runde falsch gelaufen ist und wie es weitergeht“, sagt der stellvertretende Abteilungsleiter Nico Lang, dass im Nachgang über die Presse, Soziale Medien und in persönlichen Gesprächen Stellung bezogen wird.

Abschied von Red Devils Trainer Adam Juretzko?

Fast schon sicher dürfte sein, dass Chefcoach Adam „Commander“ Juretzko als 53-jähriger „Ringer-Opa“ nicht nur ein letztes Mal selbst als Aktiver auf die Matte gehen wird, sondern vermutlich auch sein Ende als Trainer der Red Devils verkündet.

Bewahrheiten sich diese Spekulationen, verabschiedet sich mit ihm eine Ikone des deutschen Ringersports. Der gebührende und verdiente Applaus von hoffentlich nochmals vielen Zuschauern in der Römerhalle sollte dem Publikumsliebling der Roten Teufel garantiert sein.

Doch schon vor 19.30 Uhr wird in Neckargartach Sportliches geboten. Ab 17.30 Uhr kämpft die zweite Mannschaft der Heilbronner in der Landesliga Württemberg im Derby gegen den TSV Meimsheim. Für beide Mannschaften geht in diesem Duell um wichtige Punkte für den Klassenerhalt.

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