Red Devils beim Meister ohne Chance, aber Macun sorgt für ein Ausrufezeichen
Trotz der erwarteten Niederlage des Bundesligisten Red Devils Heilbronn zum Saisonauftakt der Gruppe Süd bei Wacker Burghausen gibt es auch Grund für Optimismus.

Auf der langen Heimfahrt von Oberbayern nach Nordrhein Westfalen hat Adam Juretzko ausreichend Zeit zur Analyse. Die klare 8:20-Niederlage der Red Devils Heilbronn am Samstagabend gegen den deutschen Mannschaftsmeister SV Wacker Burghausen zum Auftakt der Bundesliga-Saison in der Gruppe Süd ist keine Überraschung und auch weit weg von einer sportlichen Katastrophe. „Wir haben uns gut aus der Affäre gezogen“, sagt der Cheftrainer der Heilbronner. Ein wichtiger Zusatz: „Trotz der zahlreichen Ausfälle.“
Der Schützling trifft auf seinen Lehrmeister
Anders als die Gastgeber, ist das Team aus Neckargartach nicht in Topbesetzung angetreten. Ungeplante Ausfälle und Probleme mit dem Visum haben dafür gesorgt, dass der 52-jährige Adam Juretzko gleich zu Beginn der Runde doch wieder auf der Matte gestanden und sich einmal mehr in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. Und das ausgerechnet auch noch gegen Idris Ibaev. „Das ist mein Schützling“, sagt Adam Juretzko, „in unserer Trainingsgruppe habe ich ihn hochgezogen.“ Der Klassik-Spezialist hat sich zum Topringer entwickelt, „da musste ich zusehen, dass ich keine 15 kassiere“, meint der einstige Lehrmeister nach der 0:10-Punktniederlage.
Armenier erweist sich als harter Brocken
Etwas überraschend hat genau dies Recep Topal bis 61 Kilo erwischt. Technischer Überlegenheitssieg von Arsen Harutyunyan nach vier Minuten. „Er ist einer der Topleute auf der Welt“, sagt der Sportliche Leiter Eduard Popp, der aus privaten Gründen in Burghausen gefehlt hat, über den international hoch dekorierten Armenier. „Ein harter Brocken, ihm gehört die Zukunft“, meint auch Juretzko.
Mit dem Olympia-Starter von Paris, Erik Sven Thiele, hat Red-Devils-Rückkehrer André Timofeev gleichfalls ein international gestandenes langjähriges Mitglied der deutschen Nationalmannschaft zum Kontrahenten gehabt – und sich beim 0:3 achtbar geschlagen. „Das war ein guter Einstieg für ihn“, sagt Adam Juretzko anerkennend.
Ein Kopfhüftschwung bringt die Entscheidung
Ein Achtungszeichen setzt Damian Macun mit seinem Schultersieg. Ein Kopfhüftschwung zwingt Erwin Kobsar nicht nur auf den Boden, sondern bringt auch das vorzeitige Ende nach nur eineinhalb Minuten zugunsten des 20-Jährigen. Vier Mannschaftspunkte von Macun und das wohltuende Gefühl, das Maximum herausgeholt zu haben. Und das, obwohl er erst tags zuvor von seinem Einsatz erfahren hat.
Neuzugang auf der Matte souverän
Die positiven Eindrücke bei seinem Empfang in Heilbronn bestätigt auch der ukrainische Neuzugang Yaroslav Filchakov. Auf der Matte gibt sich der 28-Jährige souverän und schlägt den erfahrenen EM-Dritten Roland Schwarz. „Ein ziemlich klares Ding“, sagt der Red-Devils-Cheftrainer. Gewohnt stark präsentiert sich auch Ramazan Ramazanow im Duell mit Zelimkhan Khadjiev. Dem 9:5 sind sechs hochklassige Kampfminuten vorausgegangen. „Hut ab“, meint Adam Juretzko, „Ramazan ist Gold wert für uns.“
In der Addition der neun Auftritte – die Roten Teufel haben bis 75 Kilo Freistil keinen Aktiven gestellt – aber reichen die personellen Ressourcen nicht, um den Abonnementsieger zu gefährden. „Das wäre selbst in Bestbesetzung schwierig geworden“, meint Eduard Popp.
Eine ähnliche Herausforderung wartet am Samstag in der Römerhalle mit dem SVG 04 Weingarten. Der Aufsteiger ist nicht nur ein Traditionsclub, sondern auch nach den langen Streitereien in der Causa Deutsche Ringer-Liga zurück auf der höchsten nationalen Ebene.
Burghausen – Red Devils Heilbronn 20:8
61 kg FS: Arsen Harutyunyan - Recep Topal 4:0 (TÜ 15:0); 66 kg GR: Erwin Kobsar - Damian Macun 0:4 (SS 3:11); 71 kg FS: Magomed Kartojev - Hossein Alizadeh 1:0 (PS 9:8); 75 kg GR: Michal Widmayer - Alexander Zentgraf 4:0 (DQ); 75 kg FS: Chermen Valiev - kampflos 4:0; 80 kg GR: Idris Ibaev - Adam Juretzko 3:0 (PS 10:0); 80 kg FS: Zelimkhan Khadjiev - Ramazan Ramazanov 0:2 (PS 5:9); 86 kg GR: Roland Schwarz - Yaroslav Filchakov 0:2 (PS 1:5); 98 kg FS: Erik Sven Thiele - André Timofeev 2:0 (PS 3:0); 120 kg GR: Ramsin Azizsir - Martin Otto 2:0 (PS 7:1).
„Wir haben uns trotz der Ausfälle gut aus der Affäre gezogen.“
Adam Juretzko

Stimme.de
Kommentare