Positive Zeichen bei der SG Schozach-Bottwartal: Coach Timo Stauch verlängert
Die SG Schozach-Bottwartal ist in finanzieller Schieflage. Da ist die Vertragsverlängerung von Männer-Trainer Timo Stauch bis 2027 für den ganzen Verein ein Signal.

Fängt das Derby in der Handball-Oberliga der Männer zwischen der SG Schozach-Bottwartal und dem TSV Bönnigheim bei 0:0 an oder bei 27:27? „Für mich geht es bei 0:0 los“, sagt Timo Stauch, der Trainer der SGSB, die am Sonntag (18 Uhr) in der Beilsteiner Langhanshalle Gastgeber ist. „In der Vorbereitung war das Hinspiel bei uns kein Thema.“ Es war Anfang Oktober eine aus unterschiedlichen Gründen frustrierende 27:27-Punkteteilung mit hitziger Schlussphase.
Was vor dem Derby-Rückspiel unverändert ist: Die Roten hatten und haben viele kranke und verletzte Spieler. „Wir kriegen einen Kader zusammen, werden eine schlagkräftige Truppe haben“, versichert Timo Stauch. „Alle werden sich warmmachen. Und dann schauen wir mal, für wie viel Spielzeit es jeweils reicht.“
SG Schozach-Bottwartal lässt vor Derby gegen TSV Bönnigheim aufhorchen
Was vor dem Derby-Rückspiel neu ist: Es herrscht Aufbruchstimmung bei der Spielgemeinschaft aus dem Bottwartal. Im November hatte der Verein eine finanzielle Schieflage bekanntgemacht. Doch am Mittwoch haben SG und Timo Stauch verkündet, die Zusammenarbeit bis „mindestens Mai 2027“ zu verlängern.
„Bei einigen Spielern haben die Telefone gerappelt.“
Timo Stauch
Es liegen unruhige Wochen hinter dem Verein und der ersten Männer-Mannschaft. Viele seiner Spieler seien von anderen Vereinen kontaktiert worden, als die Finanzprobleme publik geworden waren, sagt Timo Stauch, „da haben die Telefone gerappelt“. Auch er und Christoph Hauser, Ressortleiter Aktive Herren bei der SG, sind seit Wochen im intensiven Austausch.
Potenzielle Neuzugänge wissen nun, wer nächste Saison Trainer ist
„Jetzt kam das Signal, dass sich alles soweit festigt, es im Verein in die richtige Richtung geht“, nennt der Trainer des Tabellenachten (11:15 Punkte) den Grund für sein Bekenntnis zum Verein. Das ist ein Impuls, hofft Hauser: „Unsere Spieler und potenzielle Neuzugänge wissen nun, wie es auf der Trainerposition weitergehen wird. Ich bin sehr zuversichtlich, dass es in den kommenden Tagen und Wochen auch bei unserem Kader weitere positive Neuigkeiten zu vermelden gibt.“

Ob die Neuigkeiten für das Spiel am Sonntag ein Faktor sind, „weiß ich nicht“, sagt Simon Weiberle. Doch der Trainer der Bönnigheimer, der viele Jahre für die SG Schozach-Bottwartal beziehungsweise die Vorgängervereine gespielt hat, unter anderem mit Timo Stauch, weiß, dass Handballer in Krisenzeiten zusammenstehen.
Männermannschaft hat auf Schieflage reagiert: mit Verzicht
Das tun die Männer der SGSB. Als die Schieflage bekannt wurde, habe sich seine Truppe zusammengesetzt, erzählt Timo Stauch, und dem Verein signalisiert, „dass wir auf etwas verzichten“. Na klar, es geht ums Geld. Krise als Charaktertest, Krise als Teambuilding.
„Wir wünschen uns, dass die SG die Probleme gestemmt bekommt.“
Simon Weiberle
„Wir wünschen uns, dass die SG die Probleme gestemmt bekommt“, sagt Simon Weiberle („Erst die Insolvenz der Bundesliga-Frauen der HB Ludwigsburg, dann die Nachricht der Schieflage bei der SG – das war ein Riesenthema“). Aber die zwei Punkte würde er am Sonntag gerne aus Beilstein entführen, denn der Tabellenletzte (8:18 Punkte) braucht jeden Zähler. Mit einer kleinen Sieg-Serie bei gleichzeitigen Patzern der Konkurrenz „kannst du plötzlich auf den Plätzen sechs bis acht stehen“, so Weiberle.
TSV Bönnigheim ist personell eingeschränkt
Während die SGSB zuletzt Mitte Dezember im Einsatz war, waren die Blauen noch kurz vor Weihnachten und vergangenen Sonntag gegen die SG Lautenstein (30:30) gefordert. Jaron May zog sich dabei einen Pferdekuss zu, Güngör Cakar und Benedikt Qual machen seit drei Wochen mit Fieber herum – auch die Gäste sind personell eingeschränkt.

Ach ja, auch für Simon Weiberle beginnt das Derby bei 0:0. Seine Erkenntnis aus dem Hinspiel: „Wir müssen unsere Fehlerquote in den letzten zehn Minuten reduzieren – im Hinspiel waren wir die ersten 50 Minuten die klar bessere Mannschaft.“ Doch dann fiel das 27:27.
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