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Paukenschlag auf Bönnigheimer Trainerbank vor Oberliga-Derby gegen Flein

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Simon Weiberle und Julian Weresch stellen Anfang der Woche ihre Trainerposten bei den Oberliga-Handballern des TSV Bönnigheim zur Verfügung. Für das Derby gegen den TV Flein gibt es erst einmal eine Interimslösung beim Team aus der Ganerbenstadt.

Simon Weiberle ist seit Montag nicht mehr Trainer der Handballer des TSV Bönnigheim.
Simon Weiberle ist seit Montag nicht mehr Trainer der Handballer des TSV Bönnigheim.  Foto: Kunz, Christiana

„Wir sahen uns nicht mehr in der Lage, Impulse zu setzen“, begründet Símon Weiberle, warum er und Julian Weresch ihre Trainerämter bei den Oberliga-Handballern des TSV Bönnigheim Anfang der Woche abgegeben haben und als Trainer zurückgetreten sind.

Die Entscheidung wurde aber gemeinsam getroffen, ergänzt Christof Weis. „Wir haben mit Simon und Julian extrem erfolgreiche Jahre erlebt. Sie haben einen richtig geilen Job gemacht. So erfolgreich ist der TSV im Männerbereich noch nie gewesen, wir haben innerhalb von drei Jahren zwei Aufstiege gefeiert“, berichtet der Bönnigheimer Abteilungsleiter. „Deshalb war ich immer der vollen Überzeugung, dass die beiden es richten können und den TSV noch zum Klassenerhalt führen. Doch dann haben sich die Trainer zur Verfügung gestellt und gesagt, es ist ein neuer Impuls vonnöten. Deshalb haben wir gemeinsam diese Entscheidung getroffen, obwohl ein Trainerwechsel in der Saison immer extrem schwierig ist und uns dieser Schritt nicht leicht gefallen ist.“

Interimsweise übernehmen Philipp Dröse und Lucas Vogelmann Verantwortung in Bönnigheim

In dieser Woche übernahmen Philipp Dröse, der Trainer der zweiten Mannschaft, und der Sportliche Leiter Lucas Vogelmann federführend die Leitung des Trainings und werden an diesem Samstag (20 Uhr) im Derby gegen den TSV Flein auch an der Seitenlinie in der Verantwortung stehen. „Zurzeit sind wir nur am Reagieren auf eine kritische Situation. Wir haben noch nicht den einen Plan, den wir umsetzen wollen. Mit den vorhandenen internen Ressourcen müssen wir schauen, wie wir das Ganze flugfähig hinbekommen“, erklärt Weis.

Eine externe Lösung wäre für den Bönnigheimer Abteilungsleiter auch reizvoll. Laut Weis sei aber kein geeigneter Kandidat verfügbar. Außerdem seien „kurzfristige Lösungen auch immer extrem teure Lösungen. Das ist dann auch eine Frage der Finanzierbarkeit“, sagt der TSV-Handballchef.

TSV-Abteilungsleiter Weis nimmt Spieler in die Pflicht und hofft auf zusätzliche Kräfte durch das Derby

Mit der Trainerdemission stehen die Bönnigheimer Spieler noch mehr in der Verantwortung. Dazu bietet das Derby Chancen, dass noch weitere Kräfte freigesetzt werden. „Bei einem Doppelspieltag ist die Stimmung bei uns in der Regel gut. Das war in der Vergangenheit ein Vorteil für uns“, erklärt Weis. „Und die Fleiner sind auch nicht unschlagbar, hatten zuletzt auch ein paar Schwächen.“

Seit dem Jahreswechsel ist der TVF sogar ohne Punkt geblieben. Zuletzt verspielten die Fleiner im anderen Oberliga-Derby gegen die SG Schozach-Bottwartal eine Führung und mussten sich mit 27:28 geschlagen geben. Vor allem diese letzte Niederlage führte zu Frust bei den Grün-Weißen. „Wir hatten ganz gute Trainingseinheiten. Zu emotional war es aber nicht, weshalb ich die Mannschaft auch in die Pflicht nehme, ein anderes Gesicht zu zeigen, was die Chancenverwertung und die Bereitschaft zu helfen in der Abwehr betrifft“, erklärt Fleins Trainer Daniel Heidecker.

Flein darf sich keine weiteren Ausrutscher leisten, soll das Saisonziel erreicht werden

Die beiden „vermeidbaren Niederlagen“ (Heidecker) nach der Winterpause haben weh getan. „Jetzt dürfen wir uns keinen weiteren Ausrutscher erlauben, wenn wir im oberen Tabellendrittel weiter dabei sein und unserem Saisonziel gerecht werden wollen“, sagt der TVF-Coach. „Und den einen oder anderen Prozentpunkt können wir noch drauflegen.“

Höhenflug

Simon Weiberle übernahm die Handballer des TSV Bönnigheim kurz vor Weihnachten 2022 im Landesliga-Mittelfeld. Dank einer sehr guten Rückrunde führte der Oberstenfelder die Ganerbenstädter über die Relegation direkt in die Verbandsliga. Und der Höhenflug der Bönnigheimer ging weiter. Bereits im zweiten Jahr der Verbandsliga-Zugehörigkeit sicherte sich der TSV als Meister das Ticket für die Oberliga. In dieser Saison läuft es aber noch nicht rund. Lediglich drei Siege und zwei Unentschieden hat man in 15 Saisonspielen eingefahren. nac

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