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Weinsberger Jubel dank viel Pröllochs-Power

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Die Männer des TSV Weinsberg erkämpfen sich in der Handball-Regionalliga gegen Wangen weitere Punkte, doch Trainer Edin Hadzimuhamedovic hat während der Partie auch Sorgen. Wie der erfolgreichste Schütze feiert.

Nicht nur in dieser Szene stellen die Wangener (v. li.) Michel Fischer und Manuel Kuhnt frustriert fest, dass Jan Pröllochs (M.) nur schwer zu stoppen ist.
Nicht nur in dieser Szene stellen die Wangener (v. li.) Michel Fischer und Manuel Kuhnt frustriert fest, dass Jan Pröllochs (M.) nur schwer zu stoppen ist.  Foto: Ralf Seidel

Mithüpfen. Auf einem Bein zwar, aber es geht nicht ohne Tim Titzmann im Siegerkreis. Ein wenig hat er auch sein Lächeln wiedergefunden. „Es tut halt weh, durchstrecken geht noch nicht“, sagt Tim Titzmann nach dem 36:31 (18:12)-Erfolg der Regionalliga-Männer des TSV Weinsberg gegen die MTG Wangen. Und doch ist der Tapfere optimistisch, dass sein Knie nach einem Zusammenprall keine heftigere Blessur abbekommen hat. Gestützt ist der wichtige Abwehrspieler vom Feld gehumpelt (47. Minute), um auf der Bank trotz eines Coolpacks sein schmerzverzerrtes Gesicht im Trikot zu verbergen.

Schrecksekunde für Tim Titzmann

Abwehrspieler Tim Titzmann hat sich in der 47. Minute am Knie verletzt und ist - gestützt von Helfern - vom Feld gehumpelt.
Abwehrspieler Tim Titzmann hat sich in der 47. Minute am Knie verletzt und ist - gestützt von Helfern - vom Feld gehumpelt.  Foto: Ralf Seidel

„Wahrscheinlich ist es eine Prellung“, sagt Weinsbergs Trainer Edin Hadzimuhamedovic, aber „wie ich Tim kenne, spielt er am Wochenende wieder“. Doch: Beim TSV hat nicht nur der verletzte Manuel Weber gefehlt, auch Mathis Paulsen hat den Samstagabend im Krankenhaus verbracht, nachdem er sich in der Partie den Daumen ausgekugelt hat. Ereignisse, die die Mitspieler nicht kalt gelassen haben – und doch nichts daran ändern, dass sie bis zur letzten Sekunde kämpfen. Ein Beleg für den Reifeprozess des Weinsberger Kollektivs. 

Reifeprozess des Weinsberger Kollektivs

Nach 20 Minuten steht es 14:7. Weil ein taktisches Mittel von Edin Hadzimuhamedovic wirkt. Mit einer offensiveren Abwehr schränkt insbesondere Jan Pröllochs die Kreise von Wangens auffälligstem Akteur, Max Weber, effizient ein. „Wir haben ihn sehr gut im Griff gehabt“, sagt der Coach. Zur aufmerksamen Defensive hat jedoch auch beigetragen, dass Stefan Koppmeier im Tor mehrfach glänzend pariert hat.

Erst ahnt er, wohin Max Weber seinen Sprungwurf aus dem Rückraum zielt, wenig später antizipiert er im Bruchteil einer Sekunde, dass Wangens Siebenmeter-Spezialist Elia Mayer plant, ihm den Ball zwischen den Beinen hindurch zu werfen. Klappt nicht, weil der Keeper diese blitzschnell schließt. Dafür trifft im nächsten Angriff Nils Eilers zum 15:8.

Keeper Koppmeier: „Ich bin stolz auf solche dreckigen Siege, daran wächst eine Mannschaft“

Din Kandic hat sich in der Weibertreuhalle mehrfach gekonnt in Szene gesetzt.
Din Kandic hat sich in der Weibertreuhalle mehrfach gekonnt in Szene gesetzt.  Foto: Ralf Seidel

„Wir sind schnell gut auf Abstand gekommen, haben aber irgendwann gemerkt, dass wir nicht die Power haben, um uns weiter abzusetzen“, analysiert Stefan Koppmeier die Partie. „Aber wir kriegen es stabil. Das machen wir gut. Ich bin stolz auf solche dreckigen Siege, daran wächst eine Mannschaft, gerade auch junge Spieler.“Denn besonders in der zweiten Hälfte haben die Wangener gezeigt, dass sie den Abstieg verhindern wollen, sich zehn Minuten vor dem Ende beim Stand von 28:24 erstmals auf vier Tore herangekämpft. „Es gab schon Phasen, wo man sich als Trainer hätte leicht aufregen können“, sagt Edin Hadzimuhamedovic hernach mit einem Grinsen. In Echtzeit hat er seine Unzufriedenheit an der Linie klar artikuliert. „Aber alles in allem war es ein sehr gutes Spiel. Wir sind mit zwei A-Jugend-Spielern gestartet, alle anderen haben nicht mal einen im Kader. Und einer von unseren macht zehn Tore.“

Jugendliches Talent macht zehn Tore

Der Gelobte ist Jan Pröllochs, dessen Fokus samt Omnipräsenz auf dem Feld beachtlich ist: „Die Mannschaft hat es mir brutal leicht gemacht“, sagt Pröllochs bescheiden und freut sich auf eine Feierabend-Cola – mit Wangens Aaron Mayer. Der Grund: „Er hat mir im Hinspiel brutal geholfen, als ich mit meinem Knie Probleme hatte. Dafür werde ich mich nochmals bei ihm bedanken.“

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