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TSV Weinsberg: Durch eigenen Nachwuchs stärker werden

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Der TSV Weinsberg vollzieht vor dem siebten Oberliga-Jahr in Folge einen Paradigmenwechsel. Konkrete Ziele für die neue Saison nennt der Trainer zwar nicht, verfügt aber über eine der eingespieltesten Mannschaften in der Liga.

 Foto: Seidel, Ralf

Die Mammut-Oberliga-Saison startet für den TSV Weinsberg gleich mit einem Kracher. Das Team des neuen Trainers Oliver Heß ist diesen Samstag (20.30 Uhr) zu Gast beim VfL Waiblingen. "Das ist ein cooles erstes Spiel", sagt der 34-jährige Coach. In jedem Fall ein Nachbarschaftsduell, in dem es um viel Prestige geht. Schließlich stehen mit Alexej Prasolov und Marc Leinhos zwei Ex-Weinsberger im Team von Trainer Tim Baumgart. "Waiblingen ist kein wirklicher Aufsteiger. Die sind gespickt mit drittligaerfahrenen Akteuren. Das wird eine spannende Aufgabe", ist Heß überzeugt.

Wie die gesamte Saison mit 18 Teams, 34 Spieltagen und fünf Absteigern. Die wichtigsten Fragen und Antworten vor dem Start.

Alles neu beim TSV, oder doch viel Altbewährtes?

Mit Oliver Heß als Chef- und seinem Bruder Alexander als Co-Trainer wurde ein neues Duo an der Seitenlinie installiert. Auf dem Feld stehen drei Abgängen (Adrian Zügel, Luca Kazmeier, Moritz-Lukas Lanig) drei Zugänge (Max Brösch, Jasmin Hrnjic, Felix Reichert) gegenüber. Die Stamm-Sieben bleibt jedoch die Etablierteste der gesamten Liga. Der Kader wurde um Spieler aus dem eigenen starken Nachwuchs ergänzt. "Das ist unser Weg nicht nur für diese Saison, sondern für die kommenden Jahre", sagt Heß. Die Kooperation mit den Jugendtrainern ist denkbar eng: Alexander Heß verantwortet die A-Junioren, der Interims-Oberliga-Coach der vergangenen Rückrunde, Edin Hadzimuhamedovic, die B-Junioren. "Wir nehmen die Jugendarbeit sehr, sehr ernst und versuchen uns noch besser aufzustellen", bestätigt Abteilungsleiter Marco Horst.

Welche Nachwuchskräfte haben sich in den Fokus gespielt?

 Foto: Seidel, Ralf

Im Rückraum sind hier Simon Schrempf und Louis Heim zu nennen, die vergangenes Jahr aus der Jugend der JSG Neckar-Kocher nach Weinsberg gewechselt waren. Das Duo soll den etablierten Kräften Max Schulze, Jan König und Moritz Wahl mehr Verschnaufpausen ermöglichen als in den Vorjahren. In der Saisonvorbereitung haben die Torhüter Felix Brodmann und Nico Koch ihre Bewährungschancen genutzt und stehen als Alternativen für das geplante Duo Krammer/Brösch bereit. Anton Schuster und Leo Magdic sind in erster Linie beim Bezirksligateam eingeplant. Der Bosnier Hrnjic ist ebenfalls keine teure Neuverpflichtung, sondern kam aus beruflichen Gründen nach Deutschland. "Er ist ein guter Ballverteiler und kann Kapitän Sven König als Spielmacher entlasten", sagt Heß.

Worauf lag der Schwerpunkt in der Saisonvorbereitung?

Das neue Trainerduo hat zusammen mit Physio Michael Kaluza verstärkt im athletischen Bereich gearbeitet. In den vergangenen Jahren sind immer wieder Leistungsträger wegen Verletzungen ausgefallen, oder haben sich nur noch durch die Saison geschleppt. "Wir hoffen dadurch, von einigen Verletzungen verschont zu bleiben. Vollkommen ausschließen lässt es sich natürlich nicht", sagt Heß. Immerhin gehen die zuletzt immer wieder von hartnäckigen Abnutzungerscheinungen geplagten Jan König und Max Schulze fit in die neue Spielzeit. "Jan war ja vergangene Saison nur zwei Mal von Corona zurückgeworfen worden. Bei Max haben wir die Sache derzeit im Griff", sagt Heß.

Gelingt dem TSV eine ähnlich überragende Hinrunde wie in der Vorsaison?

Mit 19:5 Punkten auf dem Konto überwinterte der TSV als Oberliga-Tabellenführer. In der Rückrunde folgte der Sturz auf Rang sechs. "Die gesamte Saison war etwas verzerrt, weil wir in der Hinrunde nur vier Auswärtsspiele, aber acht Heimspiele hatten. Da wurde zuviel rosarot gesehen. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte", sagt Heß. In der Saison 22/23 wird es umgekehrt sein, weil die Weibertreuhalle im Herbst teilsaniert wird. Vom 24. September an spielt der TSV fünf Mal in Folge auswärts. Keine ungefährliche Konstellation. "In der Zeit müssen wir den Grundstein dafür legen, weiterhin in der oberen Tabellenhälfte mitzuspielen", sagt Heß. Ein konkreteres Saisonziel will er nicht formulieren. In jedem Fall geht der TSV wieder einmal mit dem Vorteil in die Runde, von Beginn an über eine hochgradig eingespielte Truppe zu verfügen.

Der TSV geht ins siebte Oberliga-Jahr in Folge. Gibt es über die Konstanz in Liga vier hinaus Ambitionen nach oben?

Bei diesem Thema hält sich Abteilungsleiter Horst noch bedeckt. Bei einem Sponsorenevent am 17. September will der Verein seine Zukunftsplanungen vorstellen. Zweifellos wird der Ausbau der Jugendarbeit ein wesentlicher Punkt sein. Ganz sicher sollte die zweite Mannschaft in den kommenden Jahren zumindest in der Landesliga spielen. "Wir wollen und müssen uns professionalisieren", sagt Horst. Das klingt zumindest perspektivisch danach, als ob die 3. Liga zumindest im Sichtfeld der Verantwortlichen ist.

 
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