TSV Bönnigheim gegen TV Flein: Neuer Impuls nach Trainertrennung wirkt sofort
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Die Handballer des TSV Bönnigheim spielen im Oberliga-Derby gegen den TV Flein nach der einvernehmlichen Demission von Simon Weiberle/Julian Weresch wie befreit auf. Rückraumspieler Jaron May: „Wir haben ein schlechtes Gewissen.“
Bönnigheims Robin Mack (Mitte) bekam die Fleiner Abwehr nie wirklich in den Griff.
Foto: Lina Bihr
So hatte sich Heiko Nicht seine Rückkehr an die ehemalige Wirkungsstätte nicht vorgestellt. Mit dem TV Flein verlor der Torhüter das Oberliga-Derby beim TSV Bönnigheim mit 25:29 (8:15). „Das war eine ganz schlechte Leistung von uns“, berichtet Nicht. Auch der Schlussmann konnte kaum glänzen. Nur drei Paraden gelangen ihm in den ersten 30 Minuten, die er zwischen den Pfosten stand, nach dem Seitenwechsel durfte Maximilian Brösch ran.
Vor allem defensiv präsentierte sich Flein „katatstrophal“
Seine Vorderleute ließen Nicht allerdings auch oftmals im Stich. „Vor allem defensiv war es eine Katastrophe“, erklärt der TVF-Torwart. Da half es auch nicht, dass er bis vergangenen Sommer jahrelang den Kasten des TSV Bönnigheim gehütet hatte und die Bönnigheimer eigentlich aus dem Effeff kennt. „Das hat nichts gebracht. Sie können auch ganz anders werfen, wenn sie wollen“, erzählt Nicht. Auch Jaron May stellt sich die Frage, für wen – Torhüter oder Werfer – gemeinsame Trainingseinheiten in der Vergangenheit einen Vorteil haben. Es habe sich auf jeden Fall „falsch angefühlt, gegen Heiko zu werfen“, berichtet der Bönnigheimer Rückraum-Spieler. „Heiko ist einer unser besten Freunde.“
Fleins Torhüter Heiko Nicht (links) schaute oftmals in die Röhre.
Foto: Lina Bihr
Die Gastgeber hatten sich aber nach der Trennung vom Trainerduo Simon Weiberle/Julian Weresch auch einiges vorgenommen. „Wir hatten ein schlechtes Gewissen. Wir wollten auf jeden Fall etwas gutmachen“, berichtet May. Viel geändert hat Interimscoach Philipp Dröse jedoch nicht. „Die Jahre mit Simon und Julian waren überragend. Aber egal, wie gut es läuft, irgendwie nutzt sich über die Zeit etwas ab. Die neue Ansprache, dieser neue Impuls hat uns geholfen, dass wir neuen Wind reinbekommen haben“, erklärt May.
Bönnigheim hatte vor allem an Basics und Kleinigkeiten unter der Woche gearbeitet
Dröse reklamiert den Erfolg jedoch nicht für sich. „Ich bin kein Wunderbringer und kann in einer Woche nicht alles ändern, ich kann nur Abläufe trainieren und Positionierungen ansprechen“, erklärt der Interimstrainer. An den Kleinigkeiten hätten sie aber akribisch gearbeitet und sich auf die Fleiner vorbereitet. „Wir hatten eine klare Idee – zum Beispiel, dass Yannick Herter auf halb verteidigt“, erklärt May.
TSV Bönnigheim: Kerber, Teschke – Qual (3), Haug, Müller (2), Levin May (1), Jaron May (7/4), Herter, Mack (6), Zundel, Schmid (1), Track, Cakar (2), Horst (6), Tingler.
Die Niederlage sei aber nur die Quittung für die Trainingsleistungen in den vergangenen Wochen. „Es liegt auch einfach ein bisschen am Trainingsfleiß“, bemängelt Heidecker. „Die Bönnigheimer hatten aber auch einen Gegner, der sich nicht gegen sie stellen konnte oder wollte.“ Und Torhüter Nicht ergänzt: „Vieles ist Einstellung, es fehlt der Biss. Das merkt man schon im Training, dass der Zug fehlt.“
Beim TSV legte Interimstrainer Philipp Dröse (Dritter von links) die richtigen Schalter um.
Foto: Lina Bihr
Sein Gegenüber Daniel Heidecker war dagegen restlos bedient. „Wir sind seit dem Jahreswechsel in jedem Spiel schlechter geworden“, berichtet der Fleiner Coach. „Es kommt kein Spielfluss auf. Und wir machen im Angriff viel zu viele Technische Fehler.“ Bezeichnend war, dass Kapitän Cedric Ziegler und Moritz Wahl, die die Fleiner in der Hinrunde offensiv auf ihren Schultern getragen hatten, in Bönnigheim nur je zwei Treffer erzielten.
TSV-Rückraumspieler dürfen schalten und walten, wie sie wollen
Doch nicht nur im Angriff war beim TVF Sand im Getriebe. Zu Beginn durfte vor allem Robin Mack schalten und walten, wie er wollte. Als die Gäste die Halbpositionen offensiver deckten und auf neun, zehn Meter herausrückten, bekamen sie die Rückraum-Spieler des TSV zwar besser in den Griff. Dafür taten sich am Kreis Lücken auf. „Wir mussten irgendetwas machen. Wir mussten den Spielfluss der Bönnigheimer unterbinden. Doch was wir auch probiert haben, es hat nicht funktioniert. Nichts war komplett griffig“, moniert Heidecker.
Eigenwerbung
Philipp Dröse hat durch den Heimsieg des TSV Bönnigheim gegen den TV Flein Werbung in eigener Sache betrieben. „Ich glaube, ich kann Leute abholen, dass sie das machen, was wir als Team möchten“, sagt der Coach. Ob aus ihm als Verantwortlicher an der Seitenlinie aus der Interims- eine Dauerlösung werden wird, lässt er allerdings offen. „Ich weiß nur, dass ich in der nächsten Saison die zweite Mannschaft trainieren werde“, erklärt er. „Ich helfe jetzt erst einmal nur aus.“ Gespräche werden aber noch geführt. nac
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