So kam die 23:38-Niederlage des TSV Weinsberg gegen Baden-Baden zustande
Höchste Saisonniederlage: Männer des TSV Weinsberg verwandeln beim TVS Baden-Baden nur drei der zehn Siebenmeter. Es gibt eine weitere Vertragsverlängerung.

Es war keine Strafe, es ist ein konsequentes Weitergehen auf dem Weinsberger Weg: Die Regionalliga-Männer des TSV trainierten am Montagabend. So wie immer. Obwohl gleichzeitig die deutschen Männer bei der EM in Dänemark um den Einzug in die Hauptrunde kämpften. „Es ist ein sehr, sehr wichtiges Spiel für Deutschland“, sagte Weinsbergs Trainer Edin Hadzimuhamedovic. „Aber noch wichtiger ist, dass wir nach der Niederlage am Samstag noch konsequenter und fleißiger trainieren.“
Auf den höchsten Saisonsieg – 42:15 zu Hause gegen den TSV Blaustein – folgte die höchste Saisonniederlage – 23:38 beim TVS Baden-Baden. Wie passt das zusammen? „Es gibt einfach solche Tage“, sagt Edin Hadzimuhamedovic. Der Drittliga-Absteiger habe ein überragendes Spiel gemacht, während seine Mannschaft Defensiv keinen Zugriff gefunden habe. Und somit nicht ins Tempospiel kam.
Schwache Quote des TSV Weinsberg von der Siebenmeterlinie beim 23:38
Rechtsaußen Maximilian Zeisler (55 Saisontore) blieb somit am 17. Spieltag erstmals ohne Treffer, Kreisläufer Din Kandic (43) ging ebenfalls leer aus. Dazu kam eine fürchterliche Quote von der Siebenmeter-Linie: Fünf verschiedene Schützen kamen bei zehn Versuchen auf lediglich drei Tore. Kurz und schlecht: Es lief überhaupt nicht gegen den Tabellensiebten. Obwohl der Pausenstand (9:13-Rückstand) noch alle Möglichkeiten offengelassen hatte.
„Ich habe keine Lösungen gefunden.“
Edin Hadzimuhamedovic
Bei so einer jungen Mannschaft (Durchschnittsalter knapp 22 Jahre) ist natürlich der erfahrene Trainer für Lösungen von Problemen zuständig, wie Edin Hadzimuhamedovic bestätigt: „Ich habe aber keine Lösungen gefunden.“ Wie immer im Misserfolgsfall stellt sich der B-Lizenz-Inhaber vor seine Spieler, die er nach der Partie mitunter habe aufbauen müssen.
Nicolas Ehrlich war im Krankenhaus: Grippe
„Wenn mir einer vor der Saison gesagt hätte, dass wir nach dem 17. Spieltag auf Platz drei stehen, hätte ich das zehn Mal unterschrieben. Solche Spiele gehören einfach zur Entwicklung.“ In der Rheintalhalle in Sandweier fehlte Nicolas Ehrlich, „unser Anführer“, wie Edin Hadzimuhamedovic sagt. Der 21-jährige Mittelmann, beim Hinspiel-Sieg (31:24) mit sieben Toren erfolgreichster Werfer des Spiels, war von der Grippe niedergestreckt worden und zwischenzeitlich sogar im Krankenhaus.
„Die Mannschaft wird sehr bald wieder ein anderes Gesicht zeigen.“
Edin Hadzimuhamedovic
Für Nicolas Ehrlich sprangen der 19-jährige Miko Schimonek (5 Tore) und der 18-jährige Jan Pröllochs (4) in die Bresche, machten ihre Sache gut, die nächsten kleinen Entwicklungsschritte. „Die Mannschaft wird sehr bald wieder ein anderes Gesicht zeigen“, ist sich der Cheftrainer sicher. Die nächste Gelegenheit bietet das Heimspiel am Samstag (20 Uhr) gegen den Tabellenzwölften HC Neuenbürg.
Verletzter Sebastian Mühlegg sagt für kommende Saison zu
Edin Hadzimuhamedovic hatte vor dem Baden-Baden-Spiel am Samstag noch einen wichtigen Krankenbesuch gemacht, bei Sebastian Mühlegg (19), frisch am Kreuzband operiert, vorbeigeschaut. Des Trainers frohe Kunde: „Sebastian hat für die kommende Runde zugesagt.“ Da kann und will was weiterwachsen.
Bleibt die Frage, ob geplant war, dass jemand am Montagabend ein Auge auf die EM wirft und den Weinsberger Jungs während des Trainings Zwischenstände durchgibt. Edin Hadzimuhamedovic sagt: „Das ist weder erwünscht noch vorgesehen.“ Das ist konsequent.
TSV Weinsberg: Koch, Koppmeier (1) – P. Brodmann (1/1), Paulsen, Schimoneck (5), N. Pröllochs, J. Pröllochs (4/1), May (4), Köhler, Zeisler, Weber (1), Kandic, Schmid (2), Titzmann, Schmitt, Eilers (5/1).
Erfolgreichste Werfer TVS Baden-Baden: Maximilian Strüwing (10/2), Elias Dörflinger (7).
Schiedsrichter: Arno Kolbach/Sascha Oestringer.
Siebenmeter: TVS: 6/7; TSV: 3/10.
Zeitstrafen: 4/3.
Zuschauer: keine Angabe.
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