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Siegbringender Nebeneffekt der Wunderheilung

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TV Flein gewinnt Kellerduell gegen HSG Ostfildern − Überraschendes Comeback von Benjamin Blind

Von unserem Redakteur Stephan Sonntag
Dank einer starken kämpferischen Leistung feierte Robin Mahl (beim Wurf) und der TV Flein den ersten Heimsieg.Foto: Andreas Veigel
Dank einer starken kämpferischen Leistung feierte Robin Mahl (beim Wurf) und der TV Flein den ersten Heimsieg.Foto: Andreas Veigel

Ein Befreiungsschlag war es noch nicht, doch der TV Flein hat sich im Abstiegskampf Luft verschafft. Im Kellerduell gegen die HSG Ostfildern feierte das Team von Trainer Henning Fröschle am Sonntag mit 33:29 (19:18) den ersten Heimsieg in dieser Saison. "Es war das erwartete Spiel mit viel Nervosität und vielen Fehlern auf beiden Seiten. Meine Mannschaft hat über 60 Minuten alles gegeben − das war entscheidend", sagte ein sichtlich erleichterter Fröschle.

Mehr als 300 Zuschauer waren wieder in die Sandberghalle gekommen, obwohl sie von ihrem Team in dieser Saison wahrlich nicht mit Handball-Feinkost verwöhnt worden waren. In der schwierigen Situation rückt der Verein aber offensichtlich zusammen.

Erfolgsdruck "Für dieses Spiel gelten keine Ausreden", hatte Fröschle im Vorfeld gesagt und damit seine Mannschaft bewusst unter Erfolgsdruck gesetzt. Die Fleiner begannen stark, bauten den Gegner durch eigene Fehler aber immer wieder auf. 4:1 stand es nach fünf Minuten, drei Minuten später glich die HSG zum 5:5 aus. 9:6 hieß es nach 13 Minuten, doch fünf Minuten später war die HSG wieder auf 10:11 heran gekommen. Wieder setzte sich der TV Flein auf 14:11 (22.), 17:14 (26.) und 19:16 (29.) ab, doch in die Pause ging es nur mit einer knappen 19:18-Führung. "Wir wollten es wohl unbedingt bis zum Schluss spannend machen", hatte Fröschle auch keine Erklärung dafür, warum sein Team sich partout nicht entscheidend absetzen konnte.

Das Pendel-Schema setzte sich im zweiten Durchgang fort. Flein legte vor, zog ein paar Tore weg, doch wie einem unvermeidlichen Ausschlag folgend, kamen die Gäste immer wieder zurück. Als Nicolai Schneider gar wieder der 23:23-Ausgleich gelang (43.), nahm Fröschle eine Auszeit und zückte sein Ass im Ärmel. Der Trainer schickte Benjamin Blind nach monatelanger Verletzungspause aufs Feld, um die Abwehr zusätzlich zu stabilisieren. Der 20-Jährige hatte sich vor Spielbeginn mit warm gemacht und signalisiert, dass er nach seiner Schulter-OP einsatzfähig sei, obwohl er bisher nicht eine Trainingseinheit absolviert hatte. "Mit Benni habe ich für heute überhaupt nicht gerechnet. Das war eine Wunderheilung", sagte Fröschle.

Kleine Serie Und zudem des Trainers letzte Option, um die zwei Punkte unter Dach und Fach zu bringen. Gemeinsam mit Jonah Gärtner stellte sich der Zwei-Meter-Mann Blind in den Fleiner Innenblock. "Mit Jonah spiele ich schon jahrelang zusammen. Das funktioniert sofort wieder", sagte Blind. Der positive Nebeneffekt dieser Maßnahme: Die Haupt-Torschützen Mihailo Durdevic (elf Tore) und Michael Duttle (sechs Tore) bekamen defensive Verschnaufpausen. Dies war womöglich spielentscheidend. Denn die erneute 28:25-Führung (50.) gaben die Fleiner entgegen der bisherigen Spielregie nicht mehr aus der Hand.

"Wir haben mit 3:1-Punkten ja jetzt schon eine kleine Serie begonnen", sagte Fröschle scherzhaft mit Blick auf zwei ungeschlagene Spiele in Folge. Nächste Woche heißt der Gegner TSV Weinsberg. Im Derby beim Tabellenführer wird der Ausbau der Serie schwierig.

TV Flein: Honisch, Rieker (Tor) - Hebel (1), Beil, Braun (1), Gärtner (5), Duttle (6), Blind, Scheitterlein (5), Müller (1), Krötzsch (2), Mahl (1), Durdevic (11/2).

Beste Schützen der HSG: Grimm (6/2), Weiler (5), Gerstmayr (4), Schneider (4).

Siebenmeter: TVF 4/2; HSG 5/2.

Zeitstrafen: 2/1.

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