SG Schozach-Bottwartal und der Sieg-Coup dank des X-Faktors
Zweitligist SG Schozach-Bottwartal schlägt den SV Werder Bremen überraschend mit 30:26. Einmal mehr ragt dabei Nachwuchshoffnung Lara Däuble heraus.

Damit die SG Schozach-Bottwartal in der 2. Bundesliga Spiele gewinnt, müssen viele Faktoren stimmen. Als da wären: Ein Gegner, der nicht seine Topform erreicht. Ein Spielverlauf auf Augenhöhe. Top-Torhüterinnen. Eine konstante Abwehrleistung. Eine geringe Fehlerquote im Angriff. Wohlwollende Referees. Großer Rückhalt von den Rängen. Eine Portion Spielglück. Und als entscheidenden Faktor obendrauf noch eine Ausnahmespielerin in Gala-Form.
All das kam am Samstagabend in der Langhanshalle in Beilstein zusammen und bescherte der SGSB gegen den SV Werder Bremen einen verdienten 30:26 (15:14)-Heimsieg. Nach der enttäuschenden Niederlage vergangenes Wochenende in Herrenberg ein starkes Achtungszeichen im Abstiegskampf.
"So abgezockt wie eine 36-Jährige"
Die Ausnahmespielerin in Gala-Form bei den Gastgeberinnen war Lara Däuble. Selbst dem erfahrenen Trainerfuchs Jürgen Krause fehlen angesichts der jüngsten Auftritte der 16-Jährigen die Worte: "Was sie in den letzten Wochen spielt, das ist unglaublich." Sportdeutschland.tv-Reporter Lars Laucke entfuhr es während des Spiels: "Sie spielt so abgezockt wie eine 36-Jährige."
Tatsächlich war es immer wieder das Team-Küken, das die Akzente setzte. Mit sieben Toren aus dem Feld und einem verwandelten Siebenmeter. Mit nur drei Fehlwürfen. Mit zahlreichen Assists unter größtem Gegnerdruck. Mit den beherzten - und nicht selten schmerzhaften - Anläufen in die Abwehr. Obwohl so jung, ist Eigengewächs Däuble bereits der X-Faktor im Spiel der SGSB. Die Spielerin, die in den entscheidenden Situationen den Unterschied macht.
Prägende Figur in entscheidenen Spielphasen
Zehn Minuten vor Ende der Partie wurde es für die Gastgeberinnen kritisch. 23:19 hatten sie in der 43. Minute geführt, jetzt stand es 23:21. In doppelter Überzahl zog Däuble an, passte auf Natascha Weber, die Lisa Loehnig in Szene setzte, die mit Anlauf zum 24:21 traf (52.). Hinten prellte Däuble ihrer Gegenspielerin die Kugel aus der Hand und sorgte für den nächsten Ballgewinn. Weber tankte sich zum 25:21 durch (52.). Auf der Gegenseite hielt die bärenstarke Jana Brausch. Wieder zog Däuble den Angriff an, zog die Gegnerinnen auf sich, passte auf Weber, die Carlotta Hees am Kreis zum 26:21 in Szene setzte (53.).
Beim Stand von 26:22 fand Däuble in Unterzahl und im Fallen Weber auf Linksaußen zum 27:22 (54.). Das 28:23 markierte Däuble selbst mit einem Wurf von halblinks ins rechte untere Eck (56.). Vor dem 29:24 hatte Däuble im Bremer Abwehr-Pulk den Blick für Torschützin Loehnig (58.). Den Schlusspunkt zum 30:26 (60.) setzte Däuble mit einem entschlossenen Antritt wieder selbst.
Däuble macht auch ihre Mitspielerinnen besser
Das wirklich Erstaunliche an den beschriebenen Szenen sind die vielen intuitiv richtigen Entscheidungen von Däuble in höchst unterschiedlichen Spielsituationen. Sie ragt eben nicht nur selbst heraus, sondern macht ihre Mitspielerinnen ebenfalls besser und damit das ganze Team. Im Zusammenwirken aller Komponenten für das große Ziel Klassenerhalt wird sie damit zunehmend zum wichtigsten Bestandteil.
SG Schozach-Bottwartal: Keller, Brausch - Schrembs, Hanak, Däuble (8/1), Hees (3), Weber (6/4), Klenk (1), Bauer (1), Räuchle (2), Amor (1), Fabritz (3), Loehnig (5).
Beste Schützinnen vom SV Werder Bremen: Bergmann (5), Engelke (5/1).
Schiedsrichter: Timo Hoffmann/Thomas Hörath.
Siebenmeter: SGSB: 6/5; SVW: 3/3.
Zeitstrafen: 3/7.
Zuschauer: 310.
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