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SG Schozach-Bottwartal ist im Genuss-Modus

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Der designierte Zweitliga-Absteiger gewinnt das Kellerduell gegen die TG Nürtingen mit 27:23 und blickt trotz aktuer Abstiegsgefahr positiv auf die nächsten Wochen.

Zweitliga-Handball bereitet der SG Schozach-Bottwartal mit Carlotta Hees (beim Wurf) auch auf der Zielgeraden der Saison weiterhin viel Spaß.
Foto: Christiana Kunz
Zweitliga-Handball bereitet der SG Schozach-Bottwartal mit Carlotta Hees (beim Wurf) auch auf der Zielgeraden der Saison weiterhin viel Spaß. Foto: Christiana Kunz  Foto: Kunz, Christiana

"Wir denken nicht an gestern, sondern leben los. Und werden uns erinnern, denn das hier ist groß." Nach diesem Motto biegt die SG Schozach-Bottwartal auf die Zielgerade ihrer ersten Zweitliga-Saison. Der Aufsteiger wird trotz des überzeugenden 27:23 (14:12)-Erfolgs am Samstag im Kellerduell gegen die TG Nürtingen aller Voraussicht nach den Gang zurück in Liga drei antreten müssen.

Allerdings nicht tief enttäuscht mit hängenden Köpfen, sondern tanzend zu Helene Fischers Hit "Null auf 100", aus dem die eingangs zitierten Zeilen stammen und der eine Art Hymne für das Team von Trainer Jürgen Krause darstellt.

SGSB will das Abenteuer bis zum letzten Spiel genießen

"Die 2. Liga war von Anfang an ein Abenteuer, wir haben uns nie hängen lassen und wollen bis zum Schluss Spaß haben", blickt Kapitänin Elena Fabritz mit Vorfreude auf die verbleibenden fünf Partien. Angesichts der eher aussichtslosen Tabellenkonstellation hat das Team keinen Erfolgsdruck, aber die nötige Lockerheit und berauscht sich gerne am eigenen Spiel. Bei Lara Däuble, die mit zwölf Treffern, perfekter Siebenmeterquote und zahlreichen Assists einmal mehr die überragende Spielerin auf dem Feld war, ist das beinahe schon Standard. Oder wie Krause es ausdrückt: "Dafür ist sie ja da."

Bei Torhüterin Rena Keller war das am Samstag im Vorfeld nicht unbedingt klar. Selbst Trainer Krause fürchtete eine Blockade, wie er hinterher zugab. Denn die 19-Jährige wechselt nächste Saison ausgerechnet nach Nürtingen. Da Jana Brausch verletzt ist, musste Keller als einzige Keeperin im Kader 60 Minuten durchspielen. "Ich war in einer schwierigen Situation und habe mir die Tabellenkonstellation vorher tatsächlich genau angeschaut. Eigentlich wäre ein Unentschieden optimal gewesen", gab die Gronauerin zu.


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Rena Keller verteilt keine Geschenke

Künftige Teamkolleginnen: Rena Keller (links) und Hannah Hönig.
Foto: Stephan Sonntag
Künftige Teamkolleginnen: Rena Keller (links) und Hannah Hönig. Foto: Stephan Sonntag  Foto: Stephan Sonntag

Das verhinderte Keller mit ihren Paraden letztlich selbst. "Wir betreiben hier Leistungssport. Für die 60 Minuten habe ich diese Gedanken ausgeblendet und einfach mein Ding gemacht." Mit 37 Prozent gehaltener Bälle stellte sie die vergangene Woche gegen Göppingen mit 53 Prozent noch überragende Christine Hesel klar in den Schatten. Die Nürtinger Keeperin kam am Samstag lediglich auf 27 Prozent.

Nach dem Spiel umarmten sich Keller und Nürtingens Linksaußen Hannah Hönig lange. "Sie hat mir gesagt, dass sie stolz auf mich ist", sagte Keller. Ihre ehemalige und künftige Teamkollegin verzeichnete an ihrer langjährigen Wirkungsstätte lediglich einen Pfostentreffer in der 14. Minute. "Ich hätte es ihr umgekehrt auch gegönnt, wenn sie heute zehn Dinger gemacht hätte", sagte Keller.

SGSB-Abwehr isoliert Nürtinger Außen

Gerade den starken Nürtinger Außenspielerinnen gönnten Keller und die SGSB-Abwehr nur vier Treffer. "Wir haben das in der Abwehr heute super gemacht", freute sich Krause.

Hinterher feierte sein Team so euphorisch, als ob es gerade Meister geworden wäre. Natürlich zu den Klängen der deutschen Schlager-Queen. "Ich will, dass dieses Gefühl für immer bleibt. Weil der Augenblick jetzt alles für uns ist. Eines Tages werden wir sagen: Du und ich, wir war'n dabei."


SG Schozach-Bottwartal: Keller (Tor) - Hanak (4), Däuble (12/5), Hees (2), Weber (6), Klenk, Bauer (3), Räuchle, Amor (1), Fabritz (1), Gerstweiler, Loehnig (1), Siebert (1).

Beste Schützin der TGN: Dreizler (9/1).

Schiedsrichter: Felix Mayer/Markus Hehn.

Siebenmeter: SGSB: 5/5; TGN: 2/1.

Zeitstrafen: 3/3.

Zuschauer: 370.

 
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