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Rückkehr in knallpinken Schuhen

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Max Odenwald spielt in Degmarnwieder an alter Wirkungsstätte −Bezirksliga-Heimpremiere gegen Heilbronn

Von unserem Redaktionsmitglied Samantha Walter
Echte Hingucker: In seinen knallpinken Schuhen erzielte Max Odenwald (rechts) bei der Heimpremiere gegen die TSG Heilbronn elf Treffer und war so bester Schütze der SG Degmarn-Oedheim.Foto: Andreas Veigel
Echte Hingucker: In seinen knallpinken Schuhen erzielte Max Odenwald (rechts) bei der Heimpremiere gegen die TSG Heilbronn elf Treffer und war so bester Schütze der SG Degmarn-Oedheim.Foto: Andreas Veigel

Mit etwas ungewöhnlichen Schuhen betritt er das Feld. Rosafarbig sind sie. Echte Hingucker − besonders im Handball. Ist man derartiges Schuhwerk doch eher von Fußballern gewohnt. Kollegen und Gegner setzen da schon eher klassisch auf Schwarz. Etwa sein neues Markenzeichen? "Kann es vielleicht werden", sagt Max Odenwald und lacht. Viel Zustimmung haben seine Handballschuhe allerdings noch nicht bekommen − weder vom Trainer, noch von der Mannschaft. Nur in der Familie findet eine diese richtig gut. "Meine Schwester hat sie zusammengestellt", erzählt Max Odenwald. "Ich hab sie einfach machen lassen und das kam dann dabei rum. Mittlerweile gefallen sie mir ganz gut."

Alter Bekannter Natürlich ist sein auffälliges Schuhwerk nicht der Grund, warum der Applaus der Zuschauer lauter wird, als Max Odenwald am Sonntag beim Saisonauftakt der SG Degmarn-Oedheim in der Bezirksliga gegen die TSG Heilbronn aufs Feld läuft. Mit ihm ist nämlich ein "guter Freund" nach zwei Jahren bei der Neckarsulmer Sport-Union an die alte Wirkungsstätte Degmarn zurückgekehrt. "Max hat jahrelang den Handball hier geprägt", sagt SG-Trainer Markus Greis. "Es ist schön, dass er seine Schuhe wieder für uns schnürt." Dabei könnte Odenwald dies auch noch zwei Klassen höher in der Württembergliga tun.

"Doch beruflich bedingt musste ich mich mit einem weinenden Auge von Neckarsulm trennen", erzählt der 32-Jährige. Alles für die Selbstständigkeit. "Der Aufwand in der Württembergliga wäre einfach zu groß gewesen." Nun also das Comeback für den Heimatverein. "Ich musste nicht lange überlegen", sagt Odenwald. "Clevererweise ist der Trainer Markus Greis mit meiner Schwester verheiratet, da waren die Gespräche beim Abendbrot relativ kurz", sagt er und schmunzelt. Gleich eingesetzt hat ihn der Schwager-Trainer beim Heimspiel aber nicht. Die ersten fünfzehn Minuten verfolgt Odenwald die Partie von der Bank aus, feuert gehörig an, reicht seinen Mitspielern in der Auszeit Wasserflaschen. "Ich bin nicht davon ausgegangen, dass ich jetzt hier wieder herkomme und gleich in der Startformation stehe", sagt Max Odenwald. "Momentan teilen wir uns die Position ganz gut auf."

Eine gute halbe Stunde steht der Rückraumspieler auf dem Feld − und sorgt dabei für ordentlich Gefahr. Seine Ausbeute: Elf Tore. So viele wie kein anderer. "Es lief heute ganz gut." Nicht nur für den Routinier. Mit einem 32:26-Erfolg gehen die SG-Mannen vom Platz. Zeigen eine engagierte Abwehrarbeit und ein schnelles Umschaltspiel. "Da ist aber noch Luft nach oben", mahnt Markus Greis. "Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht und uns zu viele unnötige Zeitstrafen eingehandelt."

Aufstiegsambitionen Das soll sich schleunigst ändern, schließlich will man nach dem knapp verpassten Aufstieg in der vergangenen Saison wieder ganz oben angreifen. "Letztes Jahr sind wir Zweiter geworden, das streben wir wieder an", sagt Greis. "Einen Tabellenplatz höher ginge natürlich auch." Und auch Max Odenwald hätte gegen einen Aufstieg an seiner alten, neuen Wirkungsstätte nichts einzuwenden: "Ich hoffe, ich kann der Mannschaft helfen. Ich will mit meinen Jungs den Aufstieg."

 

SG Degmarn-Oedheim: Benkner (3), Darancik (7), Vogt (1), Schirmer (5), Volz, Fruh (2), Odenwald (11), Guldi (1), Jesser, Schütterle (2), Bauer, Leibfried, Bönisch, Gärttner.

TSG Heilbronn: Hauser, Schmidt (2), Helfrich (1), Thometzek, Unger (5), Schmidt (1), Ohr (5), Denscheilmann, Wagner (5), Forster (1), Kühner (6).

Siebenmeter: SG 1/1; TSG 9/7

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