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SG Schozach-Bottwartal stellt Trainer Henning Fröschle frei – „Bin entsetzt und perplex“

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Teile der Mannschaft des Handball-Oberligisten SG Schozach-Bottwartal wollten nicht mehr mit dem langjährigen Trainer weiterarbeiten. Eine "vergiftete Atmosphäre" herrschte bei der Aussprache mit dem Vorstand des Vereins. 

Gibt keine Anweisungen mehr bei den Oberliga-Männern: Trainer Henning Fröschle und die SG Schozach-Bottwartal haben sich getrennt.
Gibt keine Anweisungen mehr bei den Oberliga-Männern: Trainer Henning Fröschle und die SG Schozach-Bottwartal haben sich getrennt.  Foto: Alexander Bertok

Henning Fröschle hat im Handball eigentlich alles erlebt. Der 53-Jährige ist mehr als 40 Jahre im Handballsport aktiv. Doch was in der vergangenen Woche abgelaufen ist, hat selbst Fröschle noch nie erlebt. „Ich bin entsetzt und perplex“, sagt der Bittenfelder am Montag im Gespräch mit der Heilbronner Stimme.

SGSB-Vorsitzender Terzic ist ähnlich entsetzt wie Trainer Fröschle

Am Sonntagnachmittag hatte die SG Schozach-Bottwartal bekannt gegeben, dass Fröschle von seinen Aufgaben als Trainer der Oberliga-Männer freigestellt worden sei. „Differenzen zwischen einer Gruppierung aus der Mannschaft und dem Trainer“ seien ausschlaggebend gewesen. „Eine weitere Zusammenarbeit“ sei nicht mehr möglich.

„Meine Gefühlslage ähnelt der von Henning“, erklärt der SGSB-Vorsitzende Sendy Terzic. „Ich hätte mir auch nicht träumen lassen, dass wir eine solche Entscheidung treffen müssen.“

Sportliche Situation der SGSB spielt bei dem Konflikt keine Rolle

Die Entwicklungen der Woche überrollten Trainer wie Vorstand. „Als ich am Dienstagabend nach dem Training nach Hause gefahren bin, war aus meiner Sicht alles im grünen Bereich“, sagt Fröschle. Es gab ein bisschen Knatsch nach den zwei unnötigen Ein-Tore-Niederlagen gegen Schmiden und Weinstadt. „Natürlich sind wir nicht gut in die Saison gestartet. Es ist aber zu keinem Zeitpunkt ein Spieler mit Kritik an meiner Person auf mich zugekommen“, sagt Fröschle. „Die aktuelle sportliche Situation spielte keine Rolle“, bestätigte Terzic. 

SGSB: Keine Kompromisslösung bei Aussprache zwischen Mannschaft und Vorstand

Nach dem Dienstagstraining hatten noch einige Spieler zusammengesessen und ihren Unmut über den Coach diskutiert. Tags darauf wurde der Sportliche Leiter Christoph Hauser von einem Spieler darüber informiert, dass sich die Mannschaft gegen eine weitere Zusammenarbeit mit dem Trainer ausgesprochen habe. Der reagierte umgehend und setzte für Donnerstagabend eine Aussprache zwischen Mannschaft und Vorstand an. „Unser Ziel war es, ins Team hineinzuhören, um einen möglichen Konflikt zu moderieren. Doch die Atmosphäre war von Anfang an schon vergiftet. Das hatten wir überhaupt nicht erwartet. Es gab keinen Raum für eine Kompromisslösung“, räumte Terzic ein, zu der Trainer-Demission gedrängt worden zu sein.

„Christoph Hauser hat mich am Donnerstag kurz vor Mitternacht angerufen und mir meine Freistellung mitgeteilt“, sagt Fröschle. Diese Entscheidung nagt noch am Montag an ihm: „Ich finde es schade, dass die schwierige Aufbauarbeit der vergangenen Jahre einfach weggeschmissen wird.“

Trotz schwieriger Umstände bei der SGSB hat Fröschle Kurs gehalten 

Tatsächlich war es Fröschle seit seinem Amtsantritt im Sommer 2020 gelungen, unter teils widrigen Bedingungen mit der Corona-Pandemie, mit sehr wenig Personal und geringen finanziellen Mitteln nicht nur die Klasse zu halten, sondern zuletzt sogar zwei Mal als Fünfter ins Ziel zu kommen. Nur mal zur Erinnerung: Der traditionsreiche Nachbar SKV Oberstenfeld, der mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte, musste seine erste Mannschaft in diesem Zeitraum zurückziehen.

Vorerst soll wohl Markus Hönig – Trainer der SGSB II in der Bezirksoberliga – interimsweise das Training übernehmen. Die Demission von Henning Fröschle hat keine Auswirkungen auf seine Söhne Fynn und Levi. Sie werden ihre Verträge beim Oberligisten erfüllen. 

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