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Krotz im Kasten, den Derbysieg früh in der Tasche

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Schozach-Bottwartal beim 30:21 gegen Neckarsulm vor mauer Kulisse ohne Mühe − Trefferquote der Sport-Union katastrophal

Von unserem Redakteur Dominik Knobloch
Und weg ist der Ball: Christian Gerber (2. von links) und Neckarsulm fehlte in der Offensive die Durchschlagskraft. Foto: Andres Veigel
Und weg ist der Ball: Christian Gerber (2. von links) und Neckarsulm fehlte in der Offensive die Durchschlagskraft. Foto: Andres Veigel

Ratlos stehen die Neckarsulmer in der Langhanshalle. Geschlagen. Schon wieder. Die dritte Niederlage im sechsten Rückrundenspiel, die zweite in Folge. "In der Hinrunde haben wir die einfachen Dinger eben gemacht, jetzt überlegen wir zu viel", versucht Neckarsulms Halblinker Max Odenwald die neuerlich ganz schwache Trefferquote beim 21:30 (9:13) im Württembergliga-Duell gegen die SG Schozach-Bottwartal zu erklären.

Sicher, Benjamin Krotz hat im Kasten der SG einen richtig starken Tag erwischt, "aber wir schießen ihn halt auch zum Helden", ärgert sich Odenwald. Wie wirkliche Derby-Helden sehen die Spieler der SG Schozach-Bottwartal aber nicht gerade aus, als sie nach dem Achtungserfolg von der mauen 350-Zuschauer-Kulisse müde beklatscht wurden.

Verständlich "Wenn wir weiter solche Spiele zeigen, dann begeistern wir das Publikum vielleicht auch wieder ein bisschen mehr für uns. Es war schon sehr ruhig, aber das ist ja auch irgendwo verständlich", sagt Krotz. Denn auch sein Team hat vor dem Duell mit Neckarsulm bereits zwei Rückrundenspiele abgegeben, den Aufstiegsplan mit 13 Minuspunkten eigentlich schon begraben. Jetzt ist Schozach-Bottwartal Vierter, einen Zähler hinter der Sport-Union. Die hätte mit einem Erfolg wieder zum Zweiten aus Remshalden aufschließen können. Auf drei Punkte. Doch dafür braucht es Tore. Und die gelingen am Samstagabend hauptsächlich der SG.

Schnell schießen sich die Hausherren nach einer Viertelstunde mit 8:3 in Front. Es ist nicht so, dass Neckarsulm keine Chancen hat, nur sind die Abschlüsse entweder zu lasch, oder SG-Keeper Krotz zu stark. Auch nach 25 Minuten liegt Schozach-Bottwartal mit 12:6 noch klar vorne. Drei von vier Siebenmeter verwirft Neckarsulm bis dahin, drei Überzahlsituationen lässt die Sport-Union weitestgehend ungenutzt. Zu behäbig bewegt sie sich dafür. "Was unsere katastrophale Wurfausbeute betrifft, haben wir nochmal eine Schippe mehr als gegen Flein draufgelegt. Das ist unglaublich", sagt NSU-Coach Peter Baumann: "Die Bewegung im Spiel war ja besser, aber wir sind an unseren Würfen gescheitert. Was das Rezept dagegen ist, wüsste wohl nicht mal der Bundestrainer."

Von Nationalmannschaftsniveau ist die Württembergligapartie jedoch so weit entfernt, wie die Neckarsulmer Trefferquote von hundert Prozent. Auch die SG leistet sich vor dem Pausenpfiff eine Schwächephase. Binnen zwei Minuten verkürzt die Sport-Union mit einem Drei-Tore-Lauf auf 9:12 (27.). Als Henning Tittel allerdings den vierten Siebenmeter verschenkt, ist es vorbei mit dem NSU-Hoch. Philipp Kroll setzt mit dem 13:9 von der Linie den Schlusspunkt eines überlegenen ersten Durchgangs. Zwar glänzt die SG offensiv auch nicht immer, steht in der Abwehr aber so solide, dass sie es sich leisten kann.

Verschwunden Spätestens als Schozach-Bottwartal fünf Minuten nach Wiederanpfiff mit 17:10 führt, ist die Neckarsulmer Hoffnung auf eine Kehrtwende verschwunden. Dass NSU-Keeper Max Kerner beim 16:10 des guten Christian Zluhan wegen Gefährdung des Gegenspielers noch eine fragwürdige Rote Karte sieht, machte das Neckarsulmer Spiel nicht zwingender.

Schozach-Bottwartal: Krotz, Nicht − Schmitz, S. Kroll (1), Reichert (3), Volz (1/1), P. Kroll (9/4), Schmid (1), Schilpp (1), Saur (2), Schick, Deuring (4), Zluhan (7/1), Sonnenwald (1).

Neckarsulm: Bognar, Max Kerner − Gerber (3/1), Göppele (3), Kaufmann (1), Schenk (5), Mo. Kerner (2), Schreider, Odenwald (6/3), Tittel (1), Jahn.

Siebenmeter: SGSB 7/6, 9/4.

Zeitstrafen: 8/4.

Rote Karte: Max Kerner (34.).

Zuschauer: 350.

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