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Handball-Fans aus der Region sind bei Olympia ganz nah dran

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Ob live in der Halle oder beim Public Viewing in der Stauwehrhalle, überall wurde beim Olympia-Finale mit der Handball-Nationalmannschaft mitgefiebert.

Die Gruppe um Sebastian Heymanns ehemalige Mitspieler Tim Schniering und Felix Hofacker feuerte die Nationalmannschaft in Lille an.
Foto: privat
Die Gruppe um Sebastian Heymanns ehemalige Mitspieler Tim Schniering und Felix Hofacker feuerte die Nationalmannschaft in Lille an. Foto: privat  Foto: privat

Ganz spontan hatten die Vereinsverantwortlichen am Freitagabend entschieden: Wir bieten am Sonntag ein Public Viewing in der Stauwehrhalle an. Erstmals griff schließlich ein Eigengewächs des traditionsreichen TSB Horkheim zu olympischem Gold. Rund 100 Menschen nahmen die kurzfristige Einladung wahr und fieberten mit der deutschen Nationalmannschaft und dem größten Sohn des Vereins, Sebastian Heymann, mit.

Noch einen Schritt weiter ging eine 16-köpfige Gruppe um Heymanns Mannschaftskollegen aus der TSB-Jugend, Felix Hofacker und Tim Schniering. Noch am Freitag erwarben sie Endspiel-Tickets, in der Nacht zu Sonntag ging es los Richtung Lille. Teils naht- und schlaflos direkt von der After-Party beim Stromberg-Cup in Bönnigheim. Sie waren nicht die einzigen Unterländer vor Ort.

Zwischenstopp auf dem Weg in den Familien-Urlaub

Für Julia Schlumberger und ihren Mann Fabi (40) sowie die Kinder David (10) und Paula (8) war schon vor Wochen klar, dass sie auf dem Weg in den England-Urlaub in Lille Halt machen werden - der Vater der 43-jährigen Heilbronnerin, Werner Arndt, war Handballer, wurde 1972 mit Frisch Auf Göppingen deutscher Meister.

Eigentlich war nur das Spiel um Platz drei vorgesehen. Die Tickets für das Endspiel kaufte Familie Schlumberger "kurz nach dem Halbfinale auf der Re-sale-Plattform", für 155 Euro das Stück, erzählt Julia Schlumberger. "Schon das kleine Finale war ein tolles Erlebnis mit super Stimmung, auch außerhalb des Stadions." Nicht nur Sohn David, der im Verein Handball spielt, war trotz der Final-Niederlage der Deutschen begeistert: "Es hat mir super gefallen. Obwohl Deutschland nicht so gut gespielt und verloren hat, war die Atmosphäre toll!"

Silber gewonnen, nicht Gold verloren

In der Horkheimer Stauwehrhalle wich die Euphorie ab Mitte der ersten Hälfte der Ernüchterung. Zur Pause hegte schon niemand mehr Hoffnung auf eine wundersame Wende. "Ich weiß nicht, was los ist. Die Mannschaft spielt ohne Selbstvertrauen", rätselte der TSB-Ehrenvorsitzende Herwig Jarosch.

Während der zweiten Spielhälfte blieb Zeit, die absehbare Niederlage zu verdauen und sich über die Silbermedaille zu freuen. "Wer hätte denn im Vorfeld damit gerechnet?", fragte der amtierende TSB-Vorsitzende Sven Grosser rhetorisch. "Wir neigen in Deutschland immer dazu, uns über die fünf Prozent schlechte Leistung zu ärgern, als uns über die 95 Prozent gute Leistung zu freuen."

Spielt Heymann wieder in die Stauwehrhalle?

Selbstredend wollen sie beim TSB ihren "Basti" gebührend feiern. "Am liebsten natürlich im Rahmen eines Spiels unserer ersten Mannschaft", sagt Grosser. Wann das sein wird, will der Vorsitzende mit Heymann selbst besprechen, der ja nun umgehend in die Saisonvorbereitung mit Bundesligist Rhein-Neckar Löwen einsteigen muss.

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