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Wünsche vor Beginn der Handball-EM: "Basti, rock' es einfach"

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Das erhoffen sich Freunde, Förderer und Weggefährten für den deutschen Nationalspieler Sebastian Heymann bei der Handball-EM. Für den Horkheimer ist des das erste große Turnier mit der A-Nationalmannschaft. Am Freitag geht es zum Auftakt gegen Belarus.

1,98 Meter geballte Handball-Power: Sebastian Heymann startet am Freitag mit der DHB-Auswahl
ins EM-Turnier. Foto: dpa
1,98 Meter geballte Handball-Power: Sebastian Heymann startet am Freitag mit der DHB-Auswahl ins EM-Turnier. Foto: dpa  Foto: Sebastian Gollnow

Die Nationalmannschaft ist für jeden Sportler ein großes Ziel und ein weiter Weg. Um dort anzukommen und wie Sebastian Heymann jetzt sein erstes großes Turnier spielen zu dürfen, braucht es viele Menschen, die den Weg begleiten. Einige kommen hier zu Wort.

Martin Heymann

Foto: privat
Foto: privat  Foto: privat

"Ich kann mir vorstellen, dass das deutsche Team bei der EM für Furore sorgt", sagt Sebastian Heymanns Vater. Seinem Sohn wünscht der Weggefährte der ersten Stunde natürlich zuallererst, dass er gesund und verletzungsfrei bleibt. "Für Sebastian ist es wichtig, dass er sich wohlfühlt. Dann spielt er mit Freude und Selbstvertrauen. Wie wichtig er sein kann, hat er ja zuletzt beispielsweise mit seinen drei Toren in fünf Minuten gegen Frankreich bewiesen. Ich traue ihm ein sehr gutes Turnier zu." Wichtig sei, dass es dem Bundestrainer gelinge, die Belastungen gut auf den Kader zu verteilen. Sollte es Deutschland in die Finalrunde schaffen, würden Heymanns Eltern Sabine und Martin spontan nach Ungarn reisen.

Jochen Zürn

Foto: www.image-images.de/Marco Wolf
Foto: www.image-images.de/Marco Wolf  Foto: Marco Wolf via www.imago-images.de

Unter dem langjährigen TSB-Trainer schaffte Sebastian Heymann den Sprung aus dem Jugend- in den Aktivenbereich. "Ich bin total happy für ihn und es macht mich stolz, dass er jetzt sein erstes großes Turnier mit der Nationalmannschaft spielt. Das hat er sich verdient", sagt der Sportliche Leiter beim Handball-Zweitligisten SG BBM Bietigheim, dämpft gleichzeitig aber die Erwartungen. "Deutschland ist kein Titelkandidat. Die Vorrunde wird das Team überstehen, danach müssen sie von Spiel zu Spiel schauen. Wichtig wird sein, dass sie in jedem Spiel ans Limit gehen." Heymann rät er, dass er das Turnier "genießen" und sein "Ding machen" soll: "Sebastian kann ein Faktor werden, ohne dass er einer werden muss. Vielleicht tut ihm die Rolle hinter Julius Kühn ganz gut. Er ist keiner, der sich lautstark in eine Rolle hinein redet, sondern durch Leistung hinein schleicht."

Hartmut Mayerhoffer

Foto: www.imago-images.de/pmk
Foto: www.imago-images.de/pmk  Foto: pmk via www.imago-images.de

Heymanns Trainer bei Frisch Auf Göppingen warnt vor übersteigerten Erwartungen an das deutsche Team. "Die Hauptrunde muss das primäre Ziel sein, fürs Halbfinale muss schon sehr viel passieren. Es geht darum, ein gutes Bild abzugeben und mittelfristig etwas aufzubauen. Das Potenzial ist da." Nicht zuletzt natürlich bei seinem Göppinger Stamm-Rückraumlinken Sebastian Heymann. "Er kann eine sehr wichtige Rolle in der Mannschaft einnehmen. Dass er in den beiden Vorbereitungsspielen jeweils in der Stammformation stand, werte ich als Wink des Bundestrainers, der auf Sebastian setzt." Für den 23-Jährigen sei es wichtig auf "internationalem Niveau gefordert" zu werden. "Sebastian ist ein sehr reflektierter Mensch, hinterfragt sich eher zuviel, was ihm manchmal im Weg steht. Ich habe aber den Eindruck, dass er auch in der Nationalmannschaft den nächsten Schritt gemacht hat und lockerer an die Aufgabe herangeht", sagt der 51-Jährige.

Tim Schniering

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Foto: privat  Foto: Steffen Walther

Der Torhüter des Württembergligisten SKV Oberstenfeld hat in der Jugend lange mit Sebastian Heymann zusammengespielt, ist bis heute ein enger Freund. "Wir sind eigentlich täglich in Kontakt", sagt der 24-Jährige. Das deutsche Team sieht Schniering in einer Außenseiterrolle, seinem Kumpel Basti bescheinigt er eine gute Form: "Er spielt nicht mehr so ängstlich im Nationalteam, hat jetzt das nötige Selbstvertrauen." Dass der langjährige Teamkollege es irgendwann mal in die Bundesliga schaffen würde, sei früh zu sehen gewesen. "Er hat aber auch sehr viel dafür getan." Nur Lobeshymnen bekommt Heymann von Schniering jedoch nicht übermittelt. "Freunde sind dazu da, auch mal was zu kritisieren. Es gibt schon genügend Leute, die ihm positives Feedback geben. Zuletzt gab es aber nicht viel zu meckern", sagt Schniering.

Frederick Griesbach

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Foto: privat  Foto: Bastian Dörr

Der ehemalige Horkheimer Mitspieler und Jugendtrainer hat eine simple Botschaft an Sebastian Heymann: "Er soll es einfach rocken." Im Alter von 15 Jahren bekam der heutige Co-Trainer des Frauen-Bundesligisten SG BBM Bietigheim Heymann unter seine Fittiche. "Er war damals schon besser als alle anderen, brachte phänomenale konstitutionelle Voraussetzungen mit", erinnert sich der 32-Jährige. "Inzwischen hat er allerdings nochmal 40 Kilo Muskelmasse draufgepackt." Wichtiger als die Physis sei aber ein anderer Aspekt. "Sebastian hat ein super familiäres Umfeld, das ihm viele Werte mitgegeben hat. Seine Familie, seine Freundin, seine Freunde haben großen Anteil an seiner Entwicklung", ist Griesbach überzeugt. Das eine oder andere Teenagerproblem habe er dennoch damals mit ihm besprochen. Was genau, verrät Griesbach nicht. "Basti ist ein Super-Handballer, aber eben auch ein ganz normaler Mensch."

Michael Roll

Foto: Andreas Öhlschläger
Foto: Andreas Öhlschläger  Foto: Andreas Öhlschläger

Der Vorstand des TSB Horkheim ist ebenso wie der gesamte Verein stolz auf den Nationalspieler aus der eigenen Jugend. "Das ist wahrlich nichts Alltägliches. Basti ist komplett auf dem Boden geblieben, das gefällt mir. Ich wünsche ihm ein verletzungsfreies Turnier mit maximalem Erfolg", sagt Roll.

 
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